F1 23 im großen Test: EA kann's ja doch - so gut ist F1 23!
Test
Die Situation der virtuellen Formel 1, kurz gehalten: Das letztjährige F1 22 war nach einigen gelungenen Teilen ein ziemlicher Reinfall. Seit der Übernahme durch Electronic Arts wirkt die offizielle Racing-Spielereihe von Codemasters wie ein Schatten ihrer selbst - bis jetzt. Mit F1 23 klappt der Sprung zurück in die Königsklasse des virtuellen Rennsports. Unsere Review zu F1 23.
Abschließend noch ein paar kleinere Details zum Fahrzeuggefühl in F1 23: Das Gameplay bei Regen profitiert ebenso von den Codemasters-Optimierungen und der F1-Wagen lässt sich im Allgemeinen, also egal bei welchen Witterungsbedingungen, leichter abfangen, womit Fahrfehler geschmeidig ausgebügelt werden können. Auch das Verhalten der Supercars, die ihr Comeback feiern und im Verlauf des Spiels freigeschaltet werden, gefällt uns diesmal besser. Dabei finden sich neben den zwei Safety-Cars von Mercedes und Aston Martin auch einige Luxussportwägen von Ferrari, McLaren, Mercedes & Co. Alles in allem präsentiert sich F1 23 deutlich stärker als im letzten Jahr.
Grand Prix 2.0: Neue Rennlänge, rote Flaggen und eine frischere Präsentation
Im gleichen Atemzug müssen wir die vielen Änderungen erwähnen, die zwar nichts mit dem Verhalten der Rennwagen per se zu tun haben, aber dennoch maßgeblich zum neuen F1-Gefühl beitragen. Bei der Rennlänge gibt es fortan die Möglichkeit, auch ein 35-Prozent-Rennen zu fahren. Bisher hatte man die Wahl zwischen einem kurzen Rennen, bestehend aus fünf Runden, und drei weiteren Rennlängen: ein Viertel, also je nach Grand Prix circa 15-20 Runden, ein halber Grand Prix oder ein gesamtes F1-Rennen. Die neue Renndistanz hat uns echt gut gefallen, da die Boxenstopps und allgemeine Strategiefaktoren innerhalb der Formel 1 bei den kürzeren Rennen zu wenig ins Gewicht fallen, während die längeren Rennen oftmals schlicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen.
Quelle: PC Games
Darüber hinaus gibt es fortan rote Flaggen, also einen Rennabbruch mit Restart. Das trägt zu intensiveren Rennerfahrungen bei, die unsere bisherige Strategie durcheinanderwirbeln. Etwas enttäuscht waren wir hingegen von der Präsentation, bei der eine kurze Einblendung gezeigt wird, bevor wir uns nach den von uns ausgewählten Strategieänderungen in der Startaufstellung wiederfinden. Stichwort Präsentation: Codemasters hat das gesamte Interface überarbeitet und zielt dabei auf einen Look, der einer offiziellen Übertragung der F1 ähneln soll. Ob es die Sektor-Einblendungen im oberen rechten Eck sind, die aktuellen Fahrerpositionen oder auch der übersichtlichere Bildschirm auf dem Lenkrad - hier kommt echtes F1-Gefühl auf, super!
Erfreulich ist auch, dass sich Codemasters des gesamten Menüs von F1 23 angenommen hat. Während F1 22 auf ein unübersichtliches Kachelsystem setzt, werden die Spielmodi diesmal reduzierter und effektiver präsentiert. Ach, und der FIFA-typische Soundtrack, der im Hintergrund für Stimmung sorgt, der kann sich dank unzähliger vertretener Musikgenres auch echt hören lassen und sorgt für bisher oftmals vermisste Stimmung beim Erstellen der nächsten Session oder anderen Menüaktivitäten. Mit dabei sind Skrillex, Deadmau5, The Chemical Brothers, Swedish House Mafia und viele weitere.
Neu hinzugefügt wurden weitere Zwischensequenzen, etwa mit der bekannten F1-Expertin Natalie Pinkham, aber auch eine neue Renneinführung, die von Sky Sport Moderator Sascha Roos (im Original von Alex Jacques) kommentiert wird. Das gilt nicht nur für die Einzelrennen oder den Karrieremodus, selbst im Story-Modus Braking Point 2 lauscht man der aus dem TV bekannten Stimme. Womit wir auch schon zu den vielen Spielmodi kommen, die F1 23 für zukünftige Racing-Stars bereithält.
Ein facettenreicher Rennfahralltag: Karriere, My Team & Co.
Was in den vergangenen Jahren erfolgreich von Codemasters integriert wurde, das findet sich fast ausnahmslos auch in F1 23. Die Karriere, die wir allein, aber auch mit einem Partner online bestreiten, der Mein-Team-Modus, in dem wir neben der Rolle des Fahrers auch die des Teamchefs einnehmen und der 2021 eingeführte Story-Modus ergaben bereits in den Vorgängern ein rundes und abwechslungsreiches Angebot. F1 23 erreicht aber tatsächlich ein noch höheres Niveau. Nicht, weil jeder einzelne Modus überarbeitet und verbessert wurde, sondern schlicht, weil der virtuelle Motorsport-Alltag so viele Möglichkeiten bietet und nur dort optimiert wurde, wo es tatsächlich nötig war. Man muss nun mal gut managen und abwägen, wenn alle zwölf Monate ein Vollpreistitel erscheinen soll.
