Everspace 2 im Test: Freelancer trifft Diablo - auch auf PS5 ein Brett!
Test
Raus aus dem Early Access und rein in unserer Test-Labor: Everspace 2 ist fertig! Felix hat sich 50 Stunden lang durch den Space-Shooter geballert und erklärt im Test, warum sich Everspace 2 vielleicht nicht für jeden Spielertyp eignet - und warum es trotzdem ziemlich großartig geworden ist.
Mein einziger Kritikpunkt am Erkunden: Das Absuchen der einzelnen Locations kann sich mit der Zeit nach Fleißarbeit anfühlen, denn das Spiel wirft einem einfach zu viel vor die Füße. Gerade als ich dachte, ich hätte die meisten Schauplätze schon ziemlich gründlich abgegrast, schalte ich im Talentbaum ein fortgeschrittenes Upgrade frei - und mich trifft fast der Schlag! Auf der Übersichtskarte erkenne ich nun genau, wie viele Secrets sich in einem Gebiet verbergen - und muss mir eingestehen, dass ich noch nicht mal die Hälfte entdeckt hatte. Kennt ihr noch das Gefühl, in The Witcher 3 zum ersten Mal die Map von Skellige zu öffnen? Die vielen Fragezeichen? So ähnlich ging es mir hier!
Was ich zu Spielbeginn natürlich nicht wusste: Mit besseren Scannern erhöht sich auch deutlich die Reichweite, mit der man zerstörbare Objekte und versteckte Kisten entdeckt - es lohnt sich also, manche Gebiete zu einem späteren Zeitpunkt erneut abzusuchen, sobald man bessere Ausrüstung an Bord hat. Und natürlich ist das alles optional. Doch wer wirklich alles erledigen und jeden Schatz entdecken will, kann schon mal die Ärmel hochkrempeln: Das kostet richtig Zeit.
Quelle: PC Games
Auf der Sternenkarte plant ihr euer nächstes Ziel.
Ordentliche Nebenquests
Auch wenn man keinen Bock auf Erkunden hat, kommt man ganz schön auf der Map herum. Neben der Hauptgeschichte locken auch gut gemachte Nebenquests, die oft völlig neue Charaktere einführen und dabei mehr zu bieten haben als nur simple Kopfgeld-Jagden. Sporadisch gibt es sogar kleine Entscheidungsmomente, doch hier lassen die Entwickler leider massenhaft Potenzial liegen. Das gilt auch für das Rufsystem: Durch Nebenaufträge verbessert sich mein Ansehen in mehreren Stufen, dafür gibt's dann ein paar Belohnungen - doch ohne unterschiedliche Fraktionen oder interessante Entscheidungen verkommt das System zur Einbahnstraße. Zumindest gibt es aber nach Abschluss der Hauptquest noch einiges zu tun. Neben Erkundung und Sidequests werden nämlich auch die sogenannten Rifts freigeschaltet, das sind mehrere Kämpfe in direkter Abfolge, die man sich über einen Schieberegler auf Wunsch abartig schwer einstellen kann. Je kniffliger der Kampf, desto höher die Chance auf mächtige legendäre Items. Da dürfen sich frustresistente Beutejäger so richtig austoben.
Quelle: PC Games
Wertvolle Rohstoffe sind meistens an großen Asteroiden zu finden.
Grafik, Musik und Atmosphäre
So grandios das Spiel oft auch aussieht, so sehr hat mich die Musik enttäuscht - und das ausgerechnet in diesem Genre! Egal ob Freelancer, Wing Commander 4, Ascendancy, Elite Dangerous oder Stellaris, wenn es um Sci-Fi-Spiele im Weltall geht, macht der Soundtrack für mich unheimlich viel aus. Everspace 2 serviert mir aber leider nur Techno-Stücke, die meistens nach einer Mischung aus 90er-Jahre-Disco und Music Maker klingen. Immerhin: In späteren Regionen gibt's auch ein paar ruhigere Tracks, die sich nicht nach Fahrstuhl anhören - und die tun der Stimmung dann auch richtig gut.
Wo es der Musik fehlt, kann die starke Grafik dafür richtig punkten. Everspace 2 ist zweifellos einer der schönsten Weltall-Shooter, den ich je gesehen habe: In den Kämpfen sorgen schicke Zerstörungseffekte und satte Explosionen für Stimmung, vor allem in Gefechten gegen Raumstationen oder Großkampfschiffe geht's richtig rund. Die Beleuchtung ist oft sehr gelungen, wenn man da im Nebel durch ein Trümmerfeld fliegt, während im Hintergrund Blitze zucken, kommt fast schon gespenstische Stimmung auf. Meine persönlichen Highlights sind aber die belebten Raumhäfen und vor allem die Planetenoberflächen, hier läuft die Grafik zu Hochform auf - wie gut, dass es einen Foto-Modus gibt!
Quelle: PC Games
Everspace 2: Der Fotomodus erlaubt tolle Screenshots
Quelle: PC Games
Everspace 2: Der Fotomodus erlaubt tolle Screenshots
Quelle: PC Games
Everspace 2: Der Fotomodus erlaubt tolle Screenshots
Allerdings steigen gerade in diesen Locations auch die Hardwareanforderungen spürbar. Zum Glück hat Rockfish die Unreal Engine aber gut im Griff: Wer nicht gleiche alle Details auf Maximum dreht, erreicht auch auf schwächerer Hardware flüssige Frameraten, und wer es noch flotter mag, kann bedenkenlos DLSS aktivieren. Damit flutscht die Action und sieht dabei immer noch ausgezeichnet aus. Nervige Bugs sind mir im gesamten Test übrigens nie begegnet - auch hier zeigt sich, dass die Entwickler ihre zweijährige Early-Access-Phase vorbildlich genutzt haben.
Everspace 2 hat am 6. April 2023 die Version 1.0 erreicht, das Spiel ist offiziell fertig und vollständig. Es ist über Steam und GOG erhältlich, der Preis liegt bei 42 Euro. Zusätzlich ist Everspace 2 auch im Game Pass für PC enthalten und kann hier ohne weitere Kosten gespielt werden. Mikrotranskationen oder Mehrspielerelemente gibt es nicht, ihr kauft das Spiel und fertig. Die Entwickler arbeiten derzeit an Umsetzungen für PS5 und Xbox Series S/X. In der zweiten Jahreshälfte soll außerdem ein kostenloses Content-Update erscheinen. Und für das kommende Jahr ist noch ein größeres, kostenpflichtiges Add-on geplant, die Arbeiten daran haben bereits begonnen.
Everspace 2 online kaufen
Update vom 15.08.2023: Wie schneidet die PS5-Umsetzung ab?
Etwa vier Monate nach der PC-Version gibt's nun auch auf Konsolen die Möglichkeit, in Everspace 2 die Weiten des Alls zu erkunden. Ab dem 15.08. können Spieler auf Playstation 5 und Xbox Series X/S in das Abenteuer rund um den Klonpiloten Adam Roslin starten. Auf der PS5 funktioniert das Spiel einwandfrei, es läuft ohne Ruckler und sieht einfach toll aus. Wie auch auf der Xbox Series X läuft der Weltraum-Shooter hier mit konstanten 60 FPS. Auf der Series S sind wir dagegen auf 30 FPS limitiert, um Performance-Einbußen zu vermeiden.
Ein paar Abstriche müssen wir allerdings bei der Tastenbelegung in Kauf nehmen. Während wir mit Maus und Tastatur die freie Auswahl haben, sind wir auf den Gamepads auf bestimmte Voreinstellungen angewiesen. Uns haben die verschiedenen Möglichkeiten ausgereicht, doch wer sich die Tasten individuell zurechtlegen möchte, schaut noch in die Röhre.
Gefühlt sind einige Ladezeiten etwas länger als bei der PC-Version, doch diese Unterschiede sind marginal. Die Xbox-Umsetzung konnten wir bisher leider noch nicht testen. Auf der PS5 ist Everspace 2 dennoch eines der besten Space-Actionspiele seit Jahren und wird wie die PC-Version in den nächsten Monaten weiterhin mit Content gefüttert. Das gute Spielerlebnis verdankt Everspace 2 auch den Vorzügen des DualSense-Controllers. Dieser gibt uns mit seinem haptischen Feedback und den adaptiven Triggern ein tolles Gefühl beim Steuern unseres Raumschiffes und in den actiongeladenen Kämpfen. Habt ihr Everspace 2 schon gespielt? Wie hat es euch gefallen? Und was wünscht ihr euch für das kommende Add-on zu Everspace 2? Schreibt uns eure Meinung!
