Meine Vorfreude auf Endless Ocean: Luminous war riesengroß - die Enttäuschung im Test ist sogar noch größer. Was ist da nur schiefgelaufen?
Kleines Sahnehäubchen zum Abschluss dieses Rants? Es gibt keine, wirklich keine Hinweise darauf, was die Voraussetzungen für das Freischalten der jeweiligen Felder auf der Rätseltafel sind. Nada. Nix.
Es wird nicht gesunken, äh, gesungen!
Oh, und wer sich gewünscht hat, dass das Geschwimme wenigstens von guter Musik untermalt wird, den müssen wir enttäuschen: Die subtile Musikuntermalung geht an sich in Ordnung, die zahlreichen gesungenen Lieder von Hayley Westenra (Endless Ocean 1) respektive der Band Celtic Woman (Endless Ocean 2) wurden aber ersatzlos gestrichen.
Zusammen untergehen
Kommen wir zum Abschluss zum Multiplayer, der das eigentliche Herz von Endless Ocean: Luminous bla bla bla usw. usf. Nein, ich bin nicht bereit, Luminous freizusprechen von seinen zahllosen, unverzeihlichen Design-Sünden, wEiL dEr FoKuS jA dEr MeHrSpIeLeR ist. Ja, ist er, keine Frage, und er funktioniert ganz gut, wie ich in einer knapp einstündigen Test-Session vor dem Launch des Spiels feststellen konnte.
Bis zu 30 Taucher, sowohl Freunde als auch Zufallsbekanntschaften sind möglich, tummeln sich dann auf einmal im Wasser. Mit einer virtuellen Währung, die man auch durch Scannen etc. freischaltet, kann man sich im Ingame-Shop allerlei Gesten zur Kommunikation kaufen, außerdem Anzüge, Sticker und andere Elemente, um den eigenen Taucher etwas individuell zu gestalten.
Quelle: Nintendo
Sprach-Chat gibt es keinen, das finde ich aber sogar in Ordnung, die Gesten-Kommunikation kommt dem realen Tauchen schließlich deutlich näher.
Es macht schon ein wenig Laune, gemeinsam rumzudümpeln, langfristig bei der Stange halten dürfte das Feature aber wohl durch die generische Gestaltung der Welt, die keine echten Highlights bietet und im Grunde auf exzessive Repetition setzt, wohl nur die wenigsten Spieler. Und für den Story-Fortschritt bringt einem das kooperative Tauchen auch wenig, außer, dass sich der Grind im Team nicht ganz so überwältigend anfühlt.
Fazit: taucht nix
Was am Ende übrig bleibt, ist eine riesige Enttäuschung. Wahrscheinlich stand ich damit relativ alleine da, aber ich habe mich im Vorfeld richtig, richtig auf Endless Ocean: Luminous gefreut, und das Ergebnis ist einfach nur traurig.
Wenn man Teil 2 nicht gespielt hat, der im Grunde ein fast perfektes Casual-Spiel war und nicht weiß, wie gut Endless Ocean sein kann, dann fällt der Enttäuschungs-Faktor weg, aber an der generellen, katastrophalen Gestaltung des Spiels ändert auch das nichts.
Die Entwickler hatten alle Gelegenheit, eine würdige Fortsetzung zu gestalten, und niemand hätte sie davon abgehalten, trotzdem den einst nur nebensächlich behandelten Mehrspielerpart ordentlich auszubauen. Der absolute Fokus darauf, bei dem sämtliche anderen Aspekte unter den Tisch gefallen sind, ist aber einfach nur unerklärlich und Endless Ocean: Luminous somit für mich die größte Enttäuschung 2024.
Quelle: Nintendo
Meine Schwiegermutter hatte sich, so wie ich, sehr auf das Spiel gefreut, und ich hatte mich darauf gefreut, gemeinsam mit ihr und meiner Freundin grafisch schöner in den Erinnerungen von einst zu schwelgen. Jetzt werde ich bei Gelegenheit stattdessen wohl mal wieder meine eingestaubte Wii rausholen und Endless Ocean 2 einlegen.
Wenn ihr wirklich ausschließlich im Multiplayer tauchen wollt, dann gebt dem Ding eine Chance, erwartet euch aber auch nicht zu viel. Die 15 Jahre Wartezeit auf den Nachfolger haben sich absolut nicht gelohnt und das finde ich wirklich furchtbar, furchtbar schade.
Endless Ocean Luminous ist ab dem 2. Mai erhältlich und erscheint exklusiv für die Nintendo Switch. Wenn ihr Bock auf bessere Unterwasserabenteuer habt, dann lest euch unbedingt unsere Tests zu Subnautica und Subnautica: Below Zero durch! Transparenzhinweis: Die Review-Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.
