EA verspricht mit FC 26 erneut, auf die Community zu hören - doch hinter der Show stecken altbekannte Probleme. Eine Kolumne über Frust, Hoffnung und Maskottchen.
Wie geil ist das denn bitte?! EA hört endlich mal auf die Fans und nimmt sich Kritik an?! Battlefield 6 sieht schon mal mega gut aus, also wird EA FC26 doch sicherlich auch ein Kracher. Aber zu früh gefreut. Statt Community-Revolution bekomme ich eher "Komm-in-die-Gruppe-Vibes".
Der Enthüllungstrailer - viel Show, wenig Substanz?
Im Enthüllungstrailer zu EA Sports FC26 prahlte EA damit, dass man auf die Community hören will. Das wurde natürlich clever untermalt mit eingeblendeten Kommentaren und Reaktionen von Fans. Ausnahmsweise gab es sogar direkt mal Gameplay-Szenen, die zeigen, was sich alles getan hat.
Bessere Verteidigung, Belohnungen für besseres Timing, geschmeidigeres Dribbling, clevere Torhüter, schnelleres Gameplay. Da geht einem doch das Herz auf! Respekt, EA. Ihr seid einfach ein paar Marketing-Genies.
Denn Hand aufs Herz, das sind alles Phrasen, die jedes Jahr aufs Neue geschmettert werden. Nur, dass das halt in diesem Jahr mit fetziger Musik, schnellen Gameplay-Aufnahmen und haufenweise Animationen unterlegt ist. Das Ding ist das TikTok unter den Reveal-Trailern. Inhaltsloser Blödsinn, der aber immerhin pusht.
Erste Einblicke - was steckt wirklich dahinter?
Für den Inhalt hat EA wie in jedem Jahr ein paar Deep Dives hinterhergeschoben: Gameplay, Karriere und Ultimate Team. Eigentlich wäre auch Clubs in der Liste, aber da hat man sich wohl gedacht, dass es eh kein Schwein interessiert.
Ich habe da natürlich mit ganz großem Interesse draufgeschaut, denn ich durfte vorab schon einen Vorschau-Build spielen. Das heißt: Ich stand schon auf dem Platz und kann euch verraten, wie viel wirklich hinter den ganzen Marketing-Sprüchen steckt.
Das Gameplay ist in diesem Jahr in zwei Bereiche geteilt: Competitive und Realismus. Ja, genau - die beiden Bereiche, die es auch schon im vergangenen Jahr gab - wenn auch leicht anders. Das heißt in diesem Jahr aber einfach heruntergebrochen, dass Online und Offline stärker getrennt werden.
Im Grunde ist das auch eine gute Idee. Immerhin habe auch ich in den letzten Jahren immer wieder kritisiert, dass die ständigen Updates dazu führen, dass das Spiel im Laufe der Saison verhunzt wird. Die Updates würden nun Offline-Spieler, also die Realismus-Fans, nicht betreffen.
Allerdings könnte der Unterschied zwischen Online- und Offline-Spiel dadurch viel zu groß werden. In meinem Freundeskreis wird immer wieder zwischen FUT und Karriere hin- und hergewechselt. Dadurch müsste man in FC26 also zwei verschiedene Spiele lernen. Man kann offline aber auch mit dem Competitive Gameplay spielen. Was das Ganze aber etwas absurd macht.
Evolution oder Stillstand?
Das Online-Spiel ist jetzt noch schneller, noch präziser, noch dynamischer, noch mehr Adjektive. Ich kann das leider noch nicht beurteilen, weil wir eben den Anstoßmodus gespielt haben, aber ich kann zumindest sagen: auf den ersten Blick spielt es sich wie immer. Und ich meine nicht das übliche "Das ist jedes Jahr das Gleiche", sondern wirklich: Es spielt sich wie immer.
Bildergalerie
Es sind nur ein paar kleine Ausnahmen, die auffielen: Als Verteidiger muss man die Zweikämpfe deutlich besser timen, sonst ist der Stürmer weg. Das erinnert an Zeiten, als das Zweikampfsystem von FIFA überarbeitet wurde. Und auch sonst scheint man eher back to the Roots zu gehen, denn ein weiteres Feature von FIFA18 ist zurück: der Vollspannflachschuss. Und mit ihm übrigens auch der Flachschuss-Bug.
