Es ist mal wieder Zeit, dass sich was dreht! Fußball-Fans schauen da natürlich wieder auf EA Sports FC. Auf dem Papier hat EA zwar schon die stärkste Mannschaft auf dem Markt, doch am Ende wird die Tagesform entscheidend sein.
Feel the Rush!
Einige Wochen vor Release durften wir bereits in die EA-FC-Beta hereinschauen und ein Modus überzeugte uns schnell: Rush. Im Grunde ist das eine Adaption der Icon League oder Baller League ... oder Kings League. Gespielt wird auf dem Kleinfeld in der exklusiven NIKE Air Zoom Arena - ein Stadion, das wie ein Nike-Fußballschuh aussieht.
Das Feld hat für den Modus die ideale Größe, da wir in einem Fünf-gegen-Fünf-Format spielen. Zum Anstoß fliegt der Ball von der Seite auf das Feld und die Teams stürmen auf ihn zu. Ab jetzt müssen ganz klassisch Tore erzielt werden. Auch auf dem Kleinfeld gibt es Abseits - die Regeln sind aber etwas angepasst. Hierfür haben beide Seiten eine extra Abseitslinie. Sobald ein Spieler in diesem Bereich abseits ist, wird gepfiffen. Karten sind in Rush ebenso angepasst. Gelbe Karten funktionieren wie immer, statt einer roten Karte gibt es eine Blaue. Die schickt den Spieler zwar vom Platz, aber nur für eine Minute. Der letzte Unterschied sind die Elfmeter die 1-gegen-1 von der Mittellinie ausgeführt werden.
Quelle: EA Sports
Auf den ersten Blick ist der neue Modus ein idealer Ausgleich zu den sonst gerne anstrengenden Spielen auf dem Großfeld. EA hatte die Chance, den Zahn der Zeit zu treffen. Doch Rush entpuppt sich eher als Eigentor.
Der Kleinfeld-Kick ist zunächst im Anstoß-Modus, Clubs, Ultimate-Team und dem Karriere-Modus enthalten. Für gemeinsame Fußball-Abende auf dem Sofa ist also gesorgt. Wer die Online-Herausforderung sucht, wird nicht fündig. Nur Ultimate Team und Clubs unterstützen den neuen Modus online. Doch auch das wäre nicht allzu dramatisch, wenn man den Spielmodus nicht plötzlich umgestalten würde.
Statt mit einem ganzen Team gegen eine gegnerische Truppe, übernehmen wir nur einen einzelnen Spieler und müssen auf das Teamplay unserer Kameraden hoffen. In Clubs ist das nachvollziehbar. Der Modus lebt davon, dass man nur einen einzigen, individuellen Spieler hat. In Ultimate Team ist das unserer Ansicht nach Unfug. Zumal für die Spiele bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen. Nicht jeder Spieler aus dem Kader kann aufgestellt werden. EA möchte damit vermutlich Ungleichheiten vermeiden.
Viel Freude hatten wir dennoch nicht. Im Endeffekt haben wir den Modus nur noch gespielt, um ein paar Belohnungen aus Herausforderungen abzuholen.
Quelle: EA Sports
Rush ersetzt den Volta-Modus. Der konnte komplett online gespielt werden. Aber warum verzichtet man hier darauf? Im Vorfeld haben wir uns schon auf Kleinfeld-Partien gegen Freunde gefreut, doch damit ist das Thema vorerst vom Tisch. Mit zufälligen Gegnern in ein Team gesteckt zu werden machte selten Spaß. Und allzu schnell lassen sich auch keine drei weiteren Freunde für ein eigenes Team rekrutieren. Schade!
Der "neue" Manager-Modus
Einen weiteren Gastauftritt für Rush gibt's auch im Managermodus. Laut EA soll es in der virtuellen Karriere dieses Jahr allgemein umfangreiche Änderungen geben, die Wahrheit sieht allerdings ein wenig anders aus. Doch dazu kommen wir gleich ausführlicher.
Das Kleinfeldgekicke findet den Weg in Form von Jugendturnieren in den Modus. Aufstrebende Spieler aus unserem Kader nehmen in KO-Runden an den Rush-Partien teil. Durch persönliche Erfolge und Siege verbessern die Nachwuchs-Profis ihre Fähigkeiten. Ein wenig Abwechslung bringt der Modus zwar in die Karriere, eine Art von Langzeitmotivation entsteht jedoch nicht.
Spätestens nach dem dritten Turnier möchten wir doch eher in der Saison vorankommen, als an den Turnieren teilzunehmen - zum Glück sind die Matches rein optional integriert. Da gibt es weitaus bessere Möglichkeiten, sowohl Rush als auch die Entwicklung des Nachwuchses einzubinden.
Quelle: EA Sports
Nach wie vor im Spiel sind außerdem die grausamen Interviews und Pressekonferenzen. Die Fragen beziehen sich nun zwar auf einzelne Spieler, doch die Antwortmöglichkeiten bleiben genauso überflüssig wie in den Vorgängern.
Es ist absolut unverständlich, dass die Entwickler noch immer an dem Feature festhalten. Potenzial für eine anständige Integrierung wäre da, doch ohne Vertonung und realistische Auswirkungen sind die Sequenzen so sinnvoll wie Analysen vom TV-Experten Didi Hamann.
Verbessert hat EA dagegen die Menüführung. Dinge, um die wir uns schnell kümmern sollten, werden nun im Feed angezeigt. Das erspart lästige Sucherei in den Tiefen des Hauptmenüs. Mit einem Tastendruck können wir direkt zu Scout-Berichten, E-Mails und anderen wichtigen Meldungen wechseln.
Doch insgesamt bleibt die Revolution aus. Die angekündigten, großen Veränderungen suchen wir vergeblich, vielmehr wurde an vielen Kleinigkeiten gewerkelt. Das ist nicht schlecht, da die Karriere in Summe funktioniert, aber einen faden Beigeschmack hat die Sache dennoch. Neue Features wie EA IQ und Rush bringen für den Modus nicht den erhofften Aufschwung. Für Spieler, deren Fokus auf der Offline-Erfahrung liegt, könnte daher doch ein wenig Enttäuschung mitschwingen.
