Dying Light: The Beast gespielt - Fahrzeuge und Vorschau-Fazit

Special Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Viktor Eippert
Dying Light: The Beast gespielt - Fahrzeuge und Vorschau-Fazit
Quelle: Techland

Wir waren in Warschau und haben Dying Light: The Beast vier Stunden lang gespielt! Mehr als drei Jahre nach Dying Light 2: Stay Human entführt uns Techland erneut in eine düstere Zombie-Apokalypse.

Wenn es nach Techland geht, verwandelt man The Beast jedoch nicht in einen Shooter, sondern "erweitert lediglich die zur Verfügung stehenden Werkzeuge". Nahkämpfe spielen weiterhin eine sehr wichtige Rolle und sind, typisch für Techland, absolut schonungslos inszeniert. Das Spektrum reicht dabei von abgetrennten Köpfen und Gliedmaßen über zersäbelte Oberkörper bis hin zu ganzen Körpern, die Kyle im Biest-Modus wie ein wildes Tier in Stücke reißt. Da solche Verstümmelungen auch im Kampf mit menschlichen Feinden vorkommen, bleibt abzuwarten, wie stark die Entwickler die deutsche Fassung anpassen müssen, um auch hierzulande eine Freigabe ab 18 Jahren zu erhalten. Bei Dying Light 2 nahmen die Polen bekanntlich zahlreiche Änderungen vor, bis die USK grünes Licht erteilte.

Apropos Licht: Sobald in der Spielwelt die Nacht hereinbricht, zieht der Schwierigkeitsgrad noch mal ordentlich an, denn dann kriechen viele Infizierte aus ihren Verstecken und sind noch schneller und aggressiver als am Tag. Erschwerend kommt hinzu, dass nun vielerorts die gefürchteten Schattenjäger patrouillieren. Diese hochgradig agilen Zombies machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie Kyle erbarmungslos jagen und sich dazu auch untereinander gezielt absprechen. Bestes Gegenmittel: Der regelmäßige Einsatz des Überlebens-Sinns, um ihre Position schon im Vorfeld zu bestimmen, sowie leises und bedachtes Vorgehen, damit sie gar nicht erst auf euch aufmerksam werden. Nachts lohnt es sich zudem vielfach, das Knallkörper-Gadget einzusetzen, da es Zombie-Horden für einige Zeit durch Lärm ablenkt und euch so Zeit verschafft, sie lautlos zu umgehen.

Vier Charaktere, die bereit für den Kampf im Koop-Modus stehen. Quelle: Techland Der 4-Spieler-Koop ist auch wieder dabei. Diesmal wird der Spielfortschritt für alle Spieler gespeichert.

Ich will Spaß, ich geb Gas

In einer der späteren Missionen der Hands-on-Demo konnten wir uns außerdem ein Bild vom Fahrzeug-Gameplay machen. Zur Erinnerung: Bereits in Dying Light: The Following konnte man sich hinters Steuer geländegängiger Buggys klemmen. Nachdem das Vehikel-Gameplay in Dying Light 2: Stay Human fehlte, kehrt es nun in aufgepeppter Form zurück. Mittel zum Zweck sind die vielerorts zu findenden Park-Ranger-Jeeps. Sie sind hochgeländegängig, mit Zombie-verscheuchenden UV-Scheinwerfern ausgestattet und rammen regulären Untoten-Abschaum zuverlässig aus dem Weg. Zu den Nachteilen zählen die mit jeder Kollision abnehmende Haltbarkeit und die begrenzte Menge Benzin im Tank.

Um böse Überraschungen bei Spritztouren zu vermeiden, solltet ihr beide Parameter daher stets im Blick behalten. Schade: Laut Spieldirektor Nathan Lemaire lassen sich die Karossen nicht aufrüsten. Ihr könnt jedoch im Skill-Tree zwei Fähigkeiten freischalten: "Effizientes Fahren" senkt den Benzinverbrauch und "Kollisionsexperte" reduziert den Schaden bei Zusammenstößen. Ergänzend dazu haben die Entwickler ein Navi integriert, das den Weg zum nächsten Missionsziel beziehungsweise Marker durch transparente Pfeile auf der Straße anzeigt.

Eine weitere erwähnenswerte Neuerung betrifft den Koop-Modus. Wie gehabt könnt ihr darin die Kampagne zu viert durchspielen. Im Unterschied zu Dying Light 2 werden sämtliche Fortschritte jedoch nicht nur beim Host, sondern bei allen Teilnehmenden gespeichert. Damit widmet sich Techland einem wichtigen Kritikpunkt der Community und macht den Koop-Modus noch attraktiver.

Ausblick: Rachefeldzug mit viel Potenzial

Mit Dying Light: The Beast beweist Techland in vielerlei Hinsicht ein gutes Gespür. Die Rückkehr des charismatischen Kyle Crane trifft nicht nur den Nerv der Community, sondern macht durch die Ergänzung der Biest-Kräfte auch spielerisch viel Sinn. Die bisher präsentierten Missionen boten reichlich Abwechslung - Puzzles inklusive - und ließen sich durch das ausgeklügelte Leveldesign in der Regel auf unterschiedliche Art und Weise lösen. Schusswaffen-Neuzugänge wie Flammen- und Granatwerfer fügen sich gut ein und bringen die Balance nicht ins Wanken, da die Munition dafür nicht an jeder Ecke zu finden ist, sondern ein gewisses Erkundungs- und Crafting-Engagement voraussetzt.

Ein Schusswechsel mit KI-Gegnern. Quelle: Techland Neben Zombies bekommt ihr es auch mit der Privatarmee des Antagonisten zu tun. Mit dem Park-Ranger-Buggy hatten wir ebenfalls Spaß, wenngleich das Fahrgefühl noch nicht ganz mit dem eines echten Offroad-Spiels mithalten kann. Und die Story? Sie machte definitiv Lust auf mehr, wurde bisher recht kohärent und glaubwürdig erzählt, wird visuell gelungen präsentiert und bot einige durchaus interessante Charaktere. Bösewicht Marius Fischer konnten wir dagegen überhaupt nicht einschätzen, zumal wir ihn in keiner Mission zu Gesicht bekamen. Haben wir es hier mit einem Schurken vom Kaliber eines Vaas aus Far Cry 3 zu tun? Oder ist er doch nur ein durchgeknallter Forscher, der uns am Ende ziemlich egal bleibt?

Außerdem bleibt abzuwarten, inwiefern sich Dialogentscheidungen auf den späteren Plotverlauf auswirken. Zumindest in der Hands-on-Fassung schien diesbezüglich noch alles sehr linear abzulaufen. Wiederum vorbildlich: Die Kampagne ist von Anfang an komplett Koop-tauglich und auch technisch lief die Version bereits ziemlich stabil und ohne nennenswerte Fehler. Entsprechend gespannt sind wir auf den Release in wenigen Wochen! Übrigens: Wer damals die Ultimate Edition von Dying Light 2 gekauft hat, erhält Dying Light: The Beast komplett kostenfrei.

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