Dying Light 2 gespielt: Ein Open-World-Highlight für 2022, Seite 3

Special David Benke
Dying Light 2 gespielt: Ein Open-World-Highlight für 2022, Seite 3
Quelle: Techland

Blutige Kämpfe treffen auf rasante Parkour-Moves: Das ist das Gameplay-Rezept von Dying Light 2. Wir konnten das Open-World-RPG noch vor Release anspielen.

Abgerundet wird das Story-Paket dann von einer Auswahl an seichten Nebenaufgaben: Ihr zündet eine Kerze an einem Kriegsdenkmal an oder helft einem Erfinder dabei, die Materialien für einen Elektrozaun zusammen zu bekommen. Das haut jetzt nicht unbedingt aus den Socken, auch wenn es dazu kleinere Gameplay-Boni oder Lore-Schnipsel gibt.

Außerdem wollen Parkour-Herausforderungen abgeschlossen, besondere Infizierte gekillt, Windmühlen zum Laufen gebracht und Truhen gefunden werden. Villedor steckte bereits während unserer Anspiel-Session voll so viel Kram, dass der Kompass am oberen Bildschirmrand mit Markierungen und Hinweisen überlief.

Hier überwiegt bei uns noch so ein wenig die Angst, Dying Light 2 könnte in den üblichen Open-World-Grind ausarten, der euch stumpf Aufgaben von einer Checkliste abarbeiten lässt.
In der Welt von Dying Light 2 gibt es keine modernen Schusswaffen mehr. Wie im Mittelalter verprügeln sich die Leute gegenseitig mit Nahkampfwaffen. Quelle: Techland In der Welt von Dying Light 2 gibt es keine modernen Schusswaffen mehr. Wie im Mittelalter verprügeln sich die Leute gegenseitig mit Nahkampfwaffen.

Techland kämpft mit der Technik

Auch andere Spielaspekte stimmten uns noch so ein wenig skeptisch: Grafisch konnte uns das Zombie-Adventure etwa noch nicht vollends überzeugen. Die PC-Version sah mit ihrer stimmungsvollen Beleuchtung zwar schon ziemlich schick aus.

Besonders bei der Weitsicht hapert es aber noch: Wenn ihr von einem hohen Punkt aus den Blick über die Stadt schweifen lasst, sehen die Straßen teils noch etwas leer und leblos aus. In Villedor ist gefühlt nix los.

Wer auch gegen größere Brocken bestehen will, der muss sich im Spielverlauf mit besserer Ausrüstung eindecken. Quelle: Techland Wer auch gegen größere Brocken bestehen will, der muss sich im Spielverlauf mit besserer Ausrüstung eindecken. Nix los ist auch in den Gesichtern der zahlreichen NPCs. Die Mimik eurer Gesprächspartner fällt eher minimalistisch aus, selbst die ordentliche englische Synchronisation ist nicht immer ganz lippensynchron. Hier und da sind auch mal ein paar unrunde Animationen dabei.

Das fällt ganz besonders auf, wenn ihr eine gegnerische Leiche untersucht: Hier bleibt Aiden mit zwei Metern Abstand vor dem leblosen Körper stehen, streckt einfach die Hände aus und fuchtelt einmal wild mit ihnen in der Gegend herum. Das sieht fast so aus, als würde euer Protagonist eine Runde Scharade spielen.

Immerhin sind sich die Macher dieser Defizite bewusst. "Das Spiel braucht noch ein wenig Feinschliff", erklärte uns Creative Director Adrian Ciszewski ganz offen im Interview. "Aber wir sind optimistisch, dass wir uns mit der Verschiebung genug Zeit verschafft haben, um die letzten Probleme glattzubügeln."

Auch zur Old-Gen-Version von Dying Light 2: Stay Human verloren die Macher nochmal ein paar Worte. Die sei aktuell auf dem Performance-Niveau des etwa sechs Jahre alten Vorgängers.

Heißt im Klartext: Im Vergleich zur Next-Gen-Fassung wurde die grafische Qualität ordentlich heruntergefahren, um immerhin konstante 30 Bilder pro Sekunde zu bieten. Die seien laut Creative Director Ciszewski auch dringend nötig. "Schließlich funktionieren die Parkour- und Nahkampfelemente nur mit einer stabilen Framerate."

Schaut Old-Gen alt aus?

Beim Anspielen klappte das auch schon ziemlich gut. Ruckler oder Ähnliches kamen uns auf der Playstation 4 keine unter. Natürlich wirkten die Bewegungen etwas unrunder, das Bild ein wenig grobkörniger und manche Texturen matschig.

Auch in Sachen Beleuchtung wurden Abstriche gemacht, von den längeren Ladezeiten ganz zu schweigen. Dying Light 2 ist trotz alledem aber problemlos spielbar. Euch erwartet also keine technische Vollkatastrophe wie bei einem gewissen anderen Open-World-Abenteuer aus Polen.

Alles in allem stimmte uns unsere Anspiel-Session vor Ort also durchaus positiv. Wir blicken dem Release im kommenden Jahr weiterhin voller Vorfreude entgegen. Bevor Dying Light 2 am 4. Februar 2022 für PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series S|X und Nintendo Switch (via Cloud) erscheint, dürfen die Macher aber ruhig noch ein paar weitere Infos und Eindrücke liefern

Denn auch nur ansatzweise alles gesehen, haben wir in knapp vier Stunden natürlich nicht. Den Koop-Modus durften wir bisher etwa noch gar nicht probieren. Vielleicht liefert uns Techland hier ja demnächst ein Update nach.

Meinung

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