Dying Light 2 gespielt: Ein Open-World-Highlight für 2022, Seite 2

Special David Benke
Dying Light 2 gespielt: Ein Open-World-Highlight für 2022, Seite 2
Quelle: Techland

Blutige Kämpfe treffen auf rasante Parkour-Moves: Das ist das Gameplay-Rezept von Dying Light 2. Wir konnten das Open-World-RPG noch vor Release anspielen.

Zumindest, solange eure Ausdauerleiste noch gefüllt ist. So wie jedes andere Open-World-Spiel seit The Legend of Zelda: Breath of the Wild, das auch nur ansatzweise etwas auf sich hält, kommt Dying Light 2 natürlich auch nicht ohne eine vergleichbare Mechanik aus: Geht euch die Puste aus, geht's rapide bergab.

Ihr seht, Dying Light 2 verlangt ganz schön viel auf einmal: ein gutes Auge, gute Reflexe und gute Koordination. Und das wird im Verlauf des Spiels nicht gerade einfacher. Mit steigender Spielzeit kommen in Sachen Fortbewegung immer mehr Facetten dazu. Ab Central Loop habt ihr beispielsweise einen Paraglider im Gepäck, mit dem ihr euch sogar von den allerhöchsten Gebäuden stürzen könnt, ohne draufzugehen.

Ihr schwebt einfach sanft und sicher zu Boden, wie Link mit seinem Parasegel. Dabei könnt ihr sogar Windströmungen und Schornsteine zu eurem Vorteil nutzen. Die geben euch Auftrieb oder pusten euch in eine bestimmte Richtung.
Wenn ihr in Central Loop von einem Wolkenkratzer springt, könnt ihr euren Fall mit eurem Gleitschirm abfedern. Quelle: Techland Wenn ihr in Central Loop von einem Wolkenkratzer springt, könnt ihr euren Fall mit eurem Gleitschirm abfedern.

Learning by Doing

Außerdem schaltet ihr noch stetig neue Fähigkeiten frei. Dabei kommt ein praktisches, intuitives Fortschrittsystem zum Einsatz. Dying Light 2 setzt nicht auf XP oder Level-Aufstiege, sondern "Learning by doing". Performt ihr Aktionen aus den Bereichen Kampf und Fortbewegung, dann erhaltet ihr Punkte für den entsprechenden Talentbaum.

Habt ihr von denen genug gesammelt, könnt ihr sie in Skills wie einen Doppelsprung oder einen Dash investieren. Eine runde Sache! Nur: Warum ihr so grundlegende Aktionen wie einen Wandlauf, Über-den-Boden-Rutschen oder Abrollen ebenfalls erst lernen müsst, hat sich uns nicht ganz erschlossen. Die sollten doch eigentlich zum Standard-Repertoire eines jeden Freerunners gehören.

Der Revenant gehört zu den fiesesten Infizierten, die euch in Dying Light 2 begegnen. Quelle: Techland Der Revenant gehört zu den fiesesten Infizierten, die euch in Dying Light 2 begegnen. Neben seinen Fertigkeiten lassen sich auch noch Aidens Statuswerte verbessern. In der Spielwelt verteilt findet ihr medizinische Spritzen, die ihr euch leidenschaftlich in die Armbeuge rammen und so Gesundheit und Ausdauer erhöhen könnt. Außerdem gibt es natürlich noch unzählige Upgrade- und Modifizierungsmöglichkeiten für eure Ausrüstung.

Ihr könnt bei Händlern neue Waffen und Rüstungsteile kaufen, die euch dann je nach Seltenheitsstufe mehr Schaden austeilen oder einstecken lassen. Dazu kommt ein umfangreiches Crafting-System: In liebevoller Handarbeit fertigt ihr Verbrauchsgegenstände wie Wurfmesser, Dietriche oder Medipacks, aber auch Mods für eurer Arsenal.

Wenn ihr beispielsweise eine Spule an euren Metallknüppel pappt, bekommen eure Gegner bei jedem Treffer einen knisternden Elektroschock verpasst.

Was ihr basteln könnt, dabei hängt nicht nur von euren gefundenen Blaupausen ab, sondern natürlich auch von euren vorhandenen Materialien. Rohstoffe wie Kamille, Honig oder Schrott findet ihr beim Erkunden der Spielwelt oder beim Leichenfleddern. Lauft also immer mit einem offenen Auge durch die Gegend.

Viel zu tun in Villedor

Die hilfreichste Waffe gegen Horden von Infizierten ist UV-Licht. Deshalb sind in der ganzen Stadt riesige Strahler verteilt. Quelle: Techland Die hilfreichste Waffe gegen Horden von Infizierten ist UV-Licht. Deshalb sind in der ganzen Stadt riesige Strahler verteilt. Manche Gegenstände bekommt ihr auch nur als Belohnung für erledigte Missionen. Hier hatte unsere Demo bereits eine relativ große Bandbreite parat: Es gab kleine Rätsel, Detektiv-Aufgaben, Kletterherausforderungen, Kämpfe oder eine Mischung aus alledem.

Für einen Auftrag mussten wir beispielsweise erst mit dem Fernglas eine feindliche Basis in einem Wolkenkratzer ausspähen, dann irgendwie auf das Gebäude hochklettern und uns schließlich dem Obermotz in einem ausgewachsenen Boss-Fight stellen.

Neben der Hau-drauf-Methode ist aber auch immer wieder mal vorsichtiges Vorgehen gefragt. Techland streut zur Abwechslung eine Reihe von Stealth-Missionen ein, in denen ihr leise durch die Gegend schleichen und Gegner ungesehen ausschalten müsst.

Dabei hilft vor allem der "Survivor Sense", der so ein bisschen wie die Lauschen-Funktion aus The Last of Us funktioniert: Mit ihm werden Gegner in der Umgebung farblich hervorgehoben, was sich besonders nachts als extrem nützlich entpuppt. Da ist das Licht knapp, die Masse an Infizierten dafür deutlich größer.

Die kommen nach Sonnenuntergang aus ihren Nestern gekrochen und sorgen auf den Straßen für Chaos. So entsteht ein Kontrast zwischen den beiden Tageszeiten, der auch für Unterschiede bei der Herangehensweise sorgt.

Unterschiede gibt es auch beim Verlauf der Story. Dying Light 2 stellt euch immer wieder vor folgenschwere Entscheidung, die ihr manchmal sogar unter Zeitdruck fällen müsst. Ein Beispiel, das man nun schon aus mehreren Trailer kennt, ist dabei der Wasserturm von Old Villedor. Wenn ihr den eingenommen habt, könnt ihr ihn entweder den Scavengers oder den Peacekeepers überlassen.

Je nachdem, wie eure Wahl ausfällt, ändert sich nicht nur der Verlauf der Handlung, sondern auch das Stadtbild: Flaggen und Patrouillen der jeweiligen Fraktion häufen sich, neue Questgeber und Händler tauchen auf. Ihr beeinflusst das Panorama quasi indirekt mit. Außerdem zeigen sich die unterschiedlichen Lager erkenntlich dafür, dass ihr euch auf ihre Seite schlagt. Ihr schaltet beispielsweise Ziplines oder Autobomben frei, die euch die sichere Durchquerung der Stadt vereinfachen.

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