Dying Light 2: Zwischen packendem Parkour und bösen Bugs - unsere Anspiel-Eindrücke
Special
Auf den Release von Dying Light 2: Stay Human müssen wir uns weiter gedulden. Das Open-World-Abenteuer wurde erst kürzlich auf den 4. Februar 2022 verschoben. Immerhin: Wir durften vorab schon mal gute vier Stunden in den Titel reinspielen und verraten euch in der Vorschau, ob sich das Warten tatsächlich lohnt!
Endlich wieder raus in die weite Welt! Als im Oktober nach anderthalb Jahren mal wieder eine Einladung zu einem Anspielevent in mein Postfach flatterte, konnte ich mein Glück gar nicht fassen: mit echten Personen, vor Ort, live und zum Anfassen? Fantastisch! Und dann auch noch zu Dying Light 2: Stay Human!
Seit ich das Ding auf der Gamescom 2018 das erste Mal zu Gesicht bekommen habe, steht es ganz oben auf meiner Liste. Dummerweise wurde es seither aber auch schon mehrfach verschoben: vom Frühjahr 2020 auf den Winter 2021 und schließlich auf den 4. Februar 2022.
Bevor es sich Entwickler Techland also nochmal anders überlegt, habe ich mich lieber flott in den Flieger nach Warschau gesetzt, um das Open-World-Abenteuer endlich in die Finger zu bekommen. Und euch hier verraten zu können, ob uns tatsächlich ein echtes Gaming-Highlight des kommenden Jahres erwartet.
In diesem Artikel
Willkommen im modernen Mittelalter!
Zu viel verraten wollen wir an dieser Stelle aber natürlich auch nicht. Oder besser: Können wir nicht. Das gilt vor allem für die Story. Statt von Spielbeginn an loszulegen, warfen uns die Entwickler lieber in einen Spielstand, der bereits zirka vier bis fünf Stunden auf dem Buckel hatte.
Entsprechend reißen wir hier auch nur die Grundzüge der Handlung ab: In Dying Light 2 (jetzt kaufen 39,99 € ) schlüpft ihr in die Haut von Aiden Caldwell, eines sogenannten Pilgers, der die Postapokalypse nach seiner Schwester Mia durchkämmt. Die ist die letzte Überlebende aus Aidens Familie und der Schlüssel zu seiner mysteriösen Vergangenheit, an die sich euer Held nur noch verschwommen erinnern kann.
Quelle: Techland
Die Fortbewegung macht in Dying Light 2 besonders viel Laune. Neben Parkour und Fallschirm stehen euch auch Ziplines zur Verfügung.
Unsere Spurensuche führte uns dabei durch zwei verschiedene Areale der Spielwelt: Old Villedor, eine eher ländliche Vorstadtsiedlung mit Kathedrale und Basar, und das Geschäftsviertel Central Loop. Wobei Geschäftsviertel natürlich auch ein wenig hochgegriffen ist. So wirklich modern ist in der Welt von Dying Light 2 nichts mehr.
Nachdem ein mutierter Tollwut-Virus den Großteil der Erdbevölkerung in entstellte Monster verwandelt hatte und die Welt im Chaos versank, wurde die Menschheit quasi ins Mittelalter zurückgeworfen. Die Entwickler sprechen hier gerne von "Modern Dark Ages". Es gibt also noch vereinzelt moderne Technologien wie Strom, Licht und Funk. Die Leute hausen aber größtenteils zusammengerottet in kleinen Kolonien und tragen nicht mehr als Fetzen am Leib.
Schusswaffen gibt es keine mehr, abgesehen von Pfeil und Bogen vielleicht. In der Welt von Dying Light 2 gibt man sich stattdessen gegenseitig hart mit Nahkampfwaffen auf die Fresse. Im besten Fall sogar noch mit improvisierten, aus Schrott zusammengebastelten Prügeln. So könnt ihr eurem Gegenüber auch eins mit einem Verkehrsschild überziehen.
Endgegner BPjM?
Holt der Feind seinerseits zum Schlag aus, könnt ihr seinen Angriff blocken oder ihm ausweichen. Macht ihr das im richtigen Moment, werdet ihr mit einer kurzen Slow-mo-Sequenz belohnt. Der Gegner bewegt sich dann nur noch in Zeitlupe und ist euch für ein paar Sekunden schutzlos ausgeliefert. Das hilft euch ganz besonders bei den größeren Brocken, die euch das Spiel vor die Nase setzt.
Neben menschlichen Überlebenden bekommt ihr es natürlich auch mit verschiedenen Arten mutierter Infizierter zu tun, die alle mit unterschiedlichen Verhaltensweisen, Angriffsmustern und Schwachstellen aufwarten. Ihr müsst euch also immer wieder etwas Neues einfallen lassen.
Um einen Revenant in die Knie zu zwingen, müsst ihr zum Beispiel auch Umgebungsgegenstände zu eurem Vorteil nutzen - also Gasflaschen in die Luft jagen oder Speere aus herumliegenden Leichen ziehen und dann auf eure Widersacher werfen.
Das Ganze spielt sich wuchtig und fühlt sich richtig intensiv an, besonders mit dem Vibrationsfeedback eines Controllers. Dazu sind die Kämpfe in Dying Light 2 auch noch echt spektakulär inszeniert. Es spritzt das Blut, es fliegen die Körperteile. Beim Gore werden keine halben Sachen gemacht. Das löste bei uns natürlich sofort Bedenken aus, der Titel könnte erneut der USK zum Opfer fallen.
Bereits der Vorgänger landete 2015 ja auf dem Index. Diese Angst wurde uns von den Entwicklern allerdings schnell genommen. Man arbeite intensiv mit den deutschen Behörden zusammen, um das Zombie-Abenteuer auch auf den deutschen Markt zu bringen, erklärte man uns im Gespräch. Sogar an einer deutschen Lokalisation werde schon gewerkelt.
Quelle: Techland
Eure Parkour-Skills lassen sich auch im Kampf einsetzen. Über den Talentbaum könnt ihr später etwa einen Dropkick freischalten.
Mirror's Edge in blutig
Quelle: Techland
Die Fortbewegung macht in Dying Light 2 besonders viel Laune. Neben Parkour und Fallschirm stehen euch auch Ziplines zur Verfügung.
Der große Star der Show ist aber natürlich die Fortbewegung: Zwar bietet euch Dying Light 2 auch die Möglichkeit, einfach flugs per Schnellreise durch die verschiedenen Areale zu springen - vorausgesetzt, ihr habt die dafür benötigten Metro-Stationen freigeschaltet. So wie in Marvel's Spider-Man macht die freie Erkundung zu Fuß aber einfach deutlich mehr Spaß.
Schon bei den ersten Schritten durch die Stadt werden wohlige Erinnerungen an Mirror's Edge wach: Ihr klettert wie ein kleines Äffchen an der nächstbesten Straßenlaterne hoch, springt auf das Hausdach nebenan, rollt euch einmal ab und geht direkt in den Sprint über. Das geht flüssig von der Hand, macht ordentlich Laune und sieht dabei auch noch spektakulär aus. Wenn man denn erst einmal den Dreh raushat.
Gerade zu Beginn ist die Steuerung nämlich noch ein wenig fummelig, was besonders an der gewöhnungsbedürftigen Tastenbelegung des Controllers liegt. Ja, richtig gelesen: Controller! Wir durften Dying Light 2 zwar auf dem PC ausprobieren, aus technischen Gründen bekamen wir dabei aber nicht Maus und Tastatur, sondern nur ein Xbox-Gamepad in die Finger gedrückt.
Und auf dem liegt dann Springen beispielsweise auf dem rechten Bumper und nicht auf dem A-Button. Mit dem heilt ihr euch. Deshalb kam bei uns das eine oder andere ungewollte Medipack zum Einsatz, gefolgt von einer schmerzhaften Begegnung mit dem Asphalt.
Außerdem ist für atemberaubende Parkour-Action auch einiges an Präzision gefragt. Ihr müsst mit dem rechten Stick genau euer Ziel anvisieren, sonst springt Aiden am gewünschten Punkt vorbei oder greift ins Leere. Haltet also immer gut Ausschau nach gelben Farbkleksen, die Techland subtil übers Stadtbild verteilt hat. Mit denen sagt das Spiel euch: Hey, an dieser Regenrinne, an diesem Fensterbrett könnt ihr euch festhalten!
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