Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test
Test
Piranha Bytes wäre stolz: Drova spielt sich wie Gothic in 2D und macht dabei verdammt viel richtig! Im Test zu Drova verraten wir, warum ihr den Rollenspiel-Geheimtipp nicht verpassen solltet.
Da bleibt nur eines: stärker werden! Für jeden Levelaufstieg gibt's vier Lernpunkte. Die darf ich dann auf drei Attribute verwenden, die meine Kampfkraft steigern und es mir ermöglichen, stärkere Waffen einzusetzen. Dazu muss ich aber - typisch Gothic - erst mal einen passenden Trainer finden, der auch meine Kampffähigkeiten verbessert: Egal ob Bogen oder Axt, Dolch oder Speer, Schleuder oder Schwert - für jeden Waffentyp gibt es ein paar Upgrades, die mehr Kombos, stärkere kritische Treffer und passive Boni liefern.
Mein Tipp: Sucht euch einen Jäger und lernt möglichst früh, Beutetiere auszunehmen - das gibt wichtige Rohstoffe wie Felle, Krallen oder Sekrete, die ihr bei Händlern für viel Gold verkaufen könnt. Außerdem solltet ihr den Erzabbau verbessern, dadurch könnt ihr mehr Eisen und Silber aus dem Gestein kloppen. Manche Schmiede bringen euch dann bei, daraus Pfeile, Fallen, Wurfmesser, Bomben, Ringe, Amulette und anderen nützlichen Kram herzustellen.
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (15)
Und unterschätzt auch nicht das Kochen! Wer fleißig Kräuter und Nahrungsmittel sammelt, zaubert daraus nützliche Mahlzeiten und Tränke - manche davon verpassen euch starke passive Boni, andere können eure Charakterwerte sogar dauerhaft verbessern. Woher kennen wir das nochmal? Richtig. Aus Gothic.
Überlebenskampf
Gute Ausrüstung ist wichtig, aber sie ist längst nicht alles. Denn jeder Gegnertyp hat eigene Angriffsmuster, die man sich so früh wie möglich einprägen sollte. Sie stürmen auf mich zu, manche schleudern Wurfmesser, spucken Gift oder fangen mich mit Netzen, andere zaubern, beißen sich durch meine Abwehr oder versuchen mich zu umkreisen. Da ist Timing gefragt: Manche Angriffe lassen sich aktiv blocken, anderen weicht man besser aus. Beides verbraucht aber Ausdauerpunkte, die man auch für aufgeladene Angriffe braucht. Ich muss also einen Rhythmus entwickeln, ausweichen, blocken, zuschlagen, wiederholen - und das klappt nur bei einem Gegner richtig gut. Sind es zwei oder mehr, sollte man sich den Kampf gut überlegen!
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (6)
Mit etwas Übung übersteht man zwar auch solche Momente, doch gerade für den Anfang empfehle ich euch einen simplen Trick: Lockt ein paar Gegner an und rennt dann schnurstracks zu einem NPC in der Nähe - der wird die Angreifer nun hübsch für euch erledigen und ihr sackt danach die Beute ein.
Das actionbetonte Kampfsystem ist gelungen, auch wenn man anfangs vielleicht das Gefühl hat, kaum Schaden auszuteilen - keine Sorge, das ändert sich später! Denn mit jedem Treffer baut euer Held auch Fokuspunkte auf. Damit dürft ihr dann Spezialangriffe einsetzen, die zum Beispiel Blutungs- oder Giftschaden verursachen oder euch einen defensiven Buff verpassen. Sämtliche Skills wechselt man über ein praktisches Ringmenü mitten im Kampf - das geht auch mit einem Gamepad flott von der Hand.
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (14)
Erst spät erhaltet ihr einen Runenstein, mit dem ihr auch endlich Magie vernünftig nutzen könnt. Davor seid ihr auf seltene Spruchrollen angewiesen, die man sich aber eher für den Notfall aufsparen sollte. Eine reine Magier-Spielweise ist darum nicht möglich, aber dafür haben es die Zauber in sich! Feuerspucken und Explosionen, Giftwolken und magische Schadensauren - damit bekommt man auch Gegnergruppen und Bosse zügig klein. Trotzdem bleibt das Spiel immer angenehm fordernd, weil die Entwickler bis zum Schluss noch neue Gegnertypen einführen, die auch erfahrenen Helden einiges abverlangen.
Lebendiges Drova
Mit seiner dynamischen, lebendigen Spielwelt hat Gothic damals für Staunen gesorgt. Ich hätte nie geglaubt, dass Drova hier halbwegs mithalten kann - und wurde eines Besseren belehrt.
Die Entwickler von Just2D holen erstaunlich viele Details aus ihrer Pixel-Art-Grafik heraus. Da hoppeln zum Beispiel Frösche und andere Tiere umher. Helme und Waffen sind an allen Figuren klar erkennbar. NPCs lachen in Dialogen oder spucken auch mal verächtlich auf den Boden. Schmetterlinge, Vögel und Glühwürmchen ziehen ihre Kreise, hin und wieder treten auch kleine Regenschauer auf. Außerdem gibt es angenehm wenig Copy & Paste, die Spielwelt wurde mühsam von Hand gestaltet - und das merkt man auch.
