Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test
Test
Piranha Bytes wäre stolz: Drova spielt sich wie Gothic in 2D und macht dabei verdammt viel richtig! Im Test zu Drova verraten wir, warum ihr den Rollenspiel-Geheimtipp nicht verpassen solltet.
Einzig bei den Entscheidungen haben die Entwickler etwas gespart: Die meisten Quests verlaufen linear, nur selten darf man aus zwei Lösungswegen wählen. Knifflige Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen sind darum selten, doch immerhin: Es gibt mehrere Endsequenzen. Kleiner Tipp: Wer das "beste" Ende erleben will, muss dafür zwingend eine bestimmte Nebenquestreihe abgeschlossen haben - also speichert besser nochmal ab, bevor ihr euch ins letzte Gefecht stürzt!
Apropos Nebenquests, auch die machen Laune: Egal, ob ich mit Kindern Verstecken spiele, Schätze suche, Schafe hüte, Gefangene befreie, Rätsel löse oder mysteriöse Altäre mit magischer Energie versorge - es ist immer was zu tun! Drova strotzt aber nicht nur vor netten kleinen Aufgaben, es verknüpft sie auch meistens mit sympathischen Charakteren und knackigen Dialogen. Einziger Wermutstropfen: Es gibt keine Sprachausgabe, ihr seid also zum Lesen verdonnert. Andererseits passt das auch gut zur Retro-Präsentation - mich haben die fehlenden Sprecher darum nicht gestört.
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (11)
Kein Rollenspiel von der Stange
Obwohl die Aufgaben motivieren, solltet ihr auch eine große Portion Geduld mitbringen. Denn das Tagebuch liefert oft nur grobe Informationen, eine Schnellreisefunktion gibt es nicht und Markierungen oder Kompasshilfen, die euch bequem zum nächsten Questziel leiten, könnt ihr lange suchen. Eben genau wie in Gothic! Darum müsst ihr stets die Augen offenhalten, die Welt sorgfältig erkunden, Geheimnisse, NPCs und Wege auf eigene Faust entdecken - und euch am besten auch gleich gut einprägen.
Das macht zwar Spaß, kann aber auch viel Zeit verschlingen - und in manchen Gegenden habe ich mich gleich mehrmals nach Strich und Faden verlaufen. (Ich schau dich an, Dunkelwald!) Dabei gäbe es eigentlich mehrere Übersichtskarten, doch die dienen wirklich nur zur groben Orientierung. Ihr dürft zwar eigene Markierungen darauf setzen, doch die pixelige Karte lässt sich trotzdem nicht genauer beschriften, nicht mal ranzoomen ist möglich.
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (24)
Gothic-Fans dürfte das gefallen, doch Einsteiger gucken in die Röhre. Darum mein Tipp an alle, die kein Elefantengedächtnis haben: Nutzt einfach die Screenshot-Funktion eurer Konsole oder fotografiert notfalls kurz den Bildschirm ab. Es gibt viele, wirklich viele Orte, die ihr erst später richtig erkunden könnt, sobald euer Charakter stark genug ist.
Ich will was lernen!
Denn genau wie in Gothic ist man auch in Drova anfangs eine arme Wurst. Leerer Rucksack, miese Ausrüstung, null Erfahrung und noch weniger Plan. Man kratzt erst mal das Nötigste zusammen: In einem Beutel finde ich eine Handvoll Münzen, hinter einem Gebüsch ernte ich ein paar Heilkräuter. Selbst harmlose Ratten werden erschlagen, wo immer ich sie sehe - sie geben bitter nötige Erfahrungspunkte, außerdem ziehe ich ihnen gleich noch das Fell ab, das ich anschließend beim Händler gegen etwas Proviant eintausche.
Doch nachdem ich die ersten Quests gemeistert habe, geht es bergauf: Ich erhalte eine einfache Lederrüstung und eine Axt, später auch ein Schwert, Dolche und einen praktischen Speer, mit dem ich auch gleich noch Fische fangen kann. Außerdem lerne ich, mit der Schleuder Steine zu verschießen, Schlösser zu knacken und am Lagerfeuer einfache Gerichte zu kochen, die mir einen Heilungsbonus verpassen. Die ersten Schritte sind hart, aber sie lohnen sich!
Quelle: Just2D / Deck 13
Wer Gothic mag, wird Drova lieben: Die Rollenspiel-Überraschung im Test (5)
Mit etwas Ausrüstung im Gepäck kann ich endlich weiter in die Spielwelt vordringen, in der mir fast alles nach dem Leben trachtet. Bissige Waldviecher und lästige Blutfliegen, die an den Ufern herumschwirren, sind plötzlich kein Problem mehr. Ich traue mich, erste Höhlen zu erkunden, treffe neue Charaktere, entdecke Schätze, Ressourcen, Rezepte. Mein Inventar füllt sich. Stück für Stück, Schritt für Schritt, Tod für Tod geht es voran. Gothic-Fans kennen dieses Gefühl. Herrlich!
Übung macht den Weltenretter
Doch gerade, als ich denke, ich habe den Bogen langsam raus, latsche ich in eine Höhle voller Riesenspinnen. Himmel, bin ich da schnell wieder rausgerannt! Und draußen wird es nicht besser: Im Sumpf fallen plötzlich ganze Horden von Nebelmonstern über mich her. Ruinen werden von Harpyien bewacht, die mich mit ihren Federgeschossen souverän wegpusten. Und im Wald mache ich eine wirklich hässliche Begegnung mit zwei Wildschweinen. Gegner skalieren nämlich nicht mit meinem Level, das heißt: Wer sich zu weit vorwagt, trifft garantiert auf Feinde, gegen die man nicht den Hauch einer Chance hat. Und selbst in den Anfangsgebieten ist man nur auf den Straßen halbwegs sicher.
