Dragon's Dogma 2 gespielt: Das Kult-RPG kehrt endlich zurück!

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Dragon's Dogma 2 gespielt: Das Kult-RPG kehrt endlich zurück!
Quelle: Capcom

Capcom beschert einem seiner größten Kultklassiker endlich den verdienten Nachfolger - und wir haben ihn erstmals gespielt!

Mehr Glück haben wir dann als wendiger Dieb, mit dem wir ein anderes bekanntes Monster aufspüren, nämlich einen Zyklopen, der im dichten Unterholz lauert. Es ist direkt spürbar, wie unterschiedlich sich die Klassen spielen, auch im Hinblick auf ihre Fähigkeiten. Der Kämpfer ist ein Bollwerk, das am liebsten mitten in den Feindeshorden steht und lieber den Schild hochhält, als sich wegzubewegen. Als Dieb dashen wir dagegen blitzschnell auf einzelne Feinde zu und entgehen Angriffen mit einem Ausweichsprung, den andere Klassen nicht haben.

Beim Zyklop ist es besonders wichtig, den Kopf und vor allem das Auge zu treffen, weil der Rest des Körpers von einer elefantenähnlichen Haut geschützt wird. Eine der Diebesfähigkeiten lässt uns wie ein blauer Igel mit Dolchen durch die Luft wirbeln und kommt gerade dafür sehr gelegen. Auch beim Klettern meinen wir, einen Gewichtsvorteil gegenüber dem Kämpfer zu spüren.

Piesacken mit Physik

Wir kleben dem Zyklopen mitten im Gesicht, versetzen ihm ein paar gezielte Stiche und pflanzen ihm als Abschiedsgeschenk noch eine Bombe in den Körper. Als der Brocken dann eigentlich betäubt zu Boden gehen sollte, merken wir wieder, dass wir in Dragon's Dogma 2 auch eine Physik einkalkulieren müssen: Der Zyklop fällt gegen zwei Bäume, die durch sein reines Körpergewicht nicht umknicken, weswegen wir blöderweise nicht an seinen Kopf rankommen.

Ein Zyklop stürzt zu Boden, während der Erweckte auf seiner Brust klettert. Quelle: Capcom Auch anderswo wurden die physikalischen Interaktionsmöglichkeiten aufgebohrt: Kleinere Gegner dürfen aufgehoben und geworfen werden, wobei sich nun auch ihre Flugbahn anzeigen lässt. Weiterhin stehen in vielen Feindeslagern Sprengfässer herum, mit denen wir in einem kleinen Dungeon etwa eine Brücke mit Gegnern zum Einsturz bringen können. Warum sich sogar freundliche NPCs inklusive unserer Vasallen aufheben und durch die Gegend werfen lassen, wissen wir zwar nicht, aber wir wollen uns auch auf keinen Fall darüber beschweren!

Ich geh' mit meiner Laterne

Sowohl der Zyklop als auch der Greif waren keine Questziele, sondern umherstreifende Monster, denen wir auf unseren Reisen durch die zwei Welten zufällig in die Krallen laufen können. Das unterstützt einen der besten Aspekte von Dragon's Dogma, nämlich sein tolles Abenteuergefühl. Trips in die Spielwelt wollen in den Gasthäusern geplant werden, wo wir unser begrenztes Inventar mit Hilfsitems und Werkzeug auffüllen, damit wir möglichst effizient und ohne Blessuren durchkommen.

Der Tag-Nacht-Zyklus muss im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen eingeplant werden, denn wenn die Sonne untergeht, wird's wirklich zappenduster und die Monster stärker. Mehr Sicherheit verschafft uns eine Laterne am Gürtel, allerdings müssen wir die immer wieder mit Öl befüllen und sie erlischt vermutlich wie im Vorgänger, wenn unsere Figur durchnässt wird. In Dragon's Dogma 2 können wir nun auch ein Zelt mitnehmen und an Feuerstellen rasten, um die Nacht zu überstehen.

In Dark Arisen, der Erweiterung des ersten Teils, stellte uns Capcom einen unbegrenzt oft verwendbaren Reisestein zur Verfügung, der diesen Abenteueraspekt des Basisspiels etwas einschränkte, weil wir nicht mehr planen mussten, wie wir wieder an einen sicheren Ort zurückkommen.

Eine Brücke voller Goblins wird zum Einsturz gebracht. Quelle: Capcom Wie das Schnellreisesystem in Dragon's Dogma 2 genau funktioniert, wissen wir leider noch nicht. Capcom erwähnt aber eine Reisefunktion mit Ochsenkarren, die zwischen den größeren Siedlungen verkehren. Allerdings sollen diese Transporte auch angegriffen werden können - offenbar sind sich die Entwickler dem Appeal des ursprünglichen Reisesystems bewusst und wollen es uns nicht allzu leichtmachen.

Königliches Festmahl

Wenn ihr nun noch einen Beweis möchtet, dass dieses äußerlich sehr westlich anmutende Rollenspiel wirklich aus Japan kommt, dann haben wir noch ein Feature für euch: Wie bei Final Fantasy 15 darf beim Zelten der Kochlöffel geschwungen werden, um die Party mit temporären Boni auszustatten. Und wie bei vielen japanischen Games mit einer solchen Funktion sehen die Mahlzeiten so dermaßen lecker aus, dass wir uns tatsächlich nicht sicher sind, ob uns Capcom hier gefilmtes Material vorsetzt oder die Kunstform des computergenerierten Essens auf ein völlig neues Level gehoben wurde!

Mit seiner bewährten Formel in neuer Optik wirkt Dragon's Dogma 2 wie ein lange überfälliges Geschenk an die Fans des kultigen ersten Teils. Abenteuer mit kompetenten KI-Freunden erleben, actionreiche Kämpfe bestreiten, auf Monster klettern, die beste Kombination aus Klasse und Vasallen finden und über schräge Features lachen - all das ist auch in Dragon's Dogma 2 enthalten und macht jetzt schon richtig Lust auf mehr.

Fazit

Dragon’s Dogma 2 ist ein Sequel ohne viel Schnickschnack, maßgeschneidert für all die, die dem unkonventionellen Charme des Vorgängers erlegen sind und seitdem nichts Gleichwertiges bekommen haben.

Ob das Spiel etwas für euch ist, wenn ihr mit Dragon's Dogma so gar nichts anfangen konntet, steht auf einem anderen Blatt - viele Experimente werden nämlich nicht gewagt, das Spiel ist zwar zugänglich, aber eben auch recht eigen. Über der Qualität der Story schwebt auch noch ein dickes Fragezeichen, denn die war im Vorgänger alles andere als ein Pluspunkt. Da uns der spezielle Charme von Dragon's Dogma bei unserer Anspielsession aber direkt wieder überzeugt hat, sind wir guter Dinge, dass Capcom am Schluss ein hübsches und vor allem ein wunderbar unkonventionelles Action-Rollenspiel abliefert!

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