Gunbrella zeigt im Test super auf, wie viel Schmoovement ausmacht
Test
Wie viele Spiele können von sich behaupten, einen Multifunktions-Regenschirm als Hauptwaffe zu haben? Gunbrella kann es! Was das Action-Adventure von Publisher Devolver Digital und Entwicklerstudio doinksoft sonst noch kann, verrät unser Test.
Stellt euch mal vor, euer Regenschirm wäre gleichzeitig eine Schusswaffe - und Projektile reflektieren könnte das Teil auch noch. Ich weiß, ich weiß, das ist vermutlich das Coolste, das ihr je gehört habt. Glücklicherweise könnt ihr diese geballte Macht, die so einem Apparillo innewohnt, schon bald selbst in euren Händen halten. Das ist nämlich das Aushängeschild des neuen Plattformers von Publisher Devolver Digital und Entwicklerstudio doinksoft mit dem passenden Namen Gunbrella.
Tragische, wenn auch etwas generische Handlung
In Gunbrella wird die Frau meiner Spielfigur ermordet und das Kind entführt. Am Tatort finde ich lediglich einen Gunbrella wieder. Also begebe ich mich auf die Suche nach dem ursprünglichen Besitzer dieser Waffe, um Rache zu üben und im besten Fall auch das Kind zu retten. Im Spielverlauf finde ich heraus, dass diese Gunbrellas von einer Art Polizei verwendet werden und nach und nach wird eine richtige Verschwörung aufgedeckt. Es gibt nämlich einen ganz bestimmten Grund, wieso das Kind des Protagonisten sowie viele andere auf der ganzen Welt entführt wurden.
Ohne zu viel vorneweg zu nehmen, werden Kinder im Endeffekt von der Gendarmerie entführt und als Treibstoff verwendet, um eine Insel voller reicher Schnösel am Laufen zu halten. Im Gegensatz dazu steht der Rest der Welt geradezu vor dem Abgrund. Überall liegt Müll, die einzelnen Städte und Bewohner sind recht isoliert und es rennen mutierte Tierwesen herum. Und dann gibt es da auch noch eine religiöse Vereinigung, die Geister bekämpft und die Sonne anbetet, da die Welt von Gunbrella unter ständigem Regen leidet.
Quelle: Devolver Digital
Die Miliz und damit auch die reichere Bevölkerungsschicht verbrennen also sozusagen die Zukunft, um sich selbst ein schönes Leben zu machen. Irgendwann gehen die Kinder jedoch aus, schließlich wachsen diese nicht einfach auf Bäumen. Da kommt glücklicherweise die Wissenschaft ins Spiel, mit der sich dieses verflixte Problem der nicht erneuerbaren Ressource lösen lässt: Man züchtet einfach neue, äußerst grotesk aussehende Kinder! Was die Entwickler damit wohl aussagen wollten? Vermutlich, dass Regenschirme einfach verdammt cool sind. Das spricht mich persönlich zwar sehr an, doch nur für die Handlung hätte ich Gunbrella nicht gespielt, aber die ist ja auch gar nicht der Fokus des Spiels.
Gibt's denn keinen Extra-Hard-Mode?
Viel interessanter als die Story von Gunbrella ist sowieso das Gameplay. Der tapfere Protagonist hat unter anderem Zugriff auf Wandsprünge, kann mit seinem Gunbrella einen Dash in sämtliche Richtungen vollführen, in der Luft schweben und viele andere nette Sachen. Auf der Reise stellen sich uns zahlreiche Widersacher in den Weg, von der hiesigen Fauna bis hin zu Kultisten und ganz normalen, wenn auch bis an die Zähne bewaffneten, Fabrikarbeitern. Die Feinde besiege ich durch eine Kombination aus spaßigem Movement und verschiedener Munition. So werden Gegner beispielsweise betäubt, wenn ich mit dem Gunbrella auf sie zustürmen, wonach ich sie dann mit Dingen wie Sägeblättern, Granaten oder der standardmäßigen Shotgun-Munition ausschalte.
Sowohl ein Großteil der normalen Feinde als auch die paar Bosskämpfe im Spiel sind jedoch alles andere als anspruchsvoll. Die meisten Gegner schubse ich einfach mit dem Gunbrella gegen die Wand und pumpe sie dort mit Blei oder anderem Kram voll. Auch die Umgebung kann für die Widersacher tödlich sein, wenn ich etwa explodierende Fässer verwende oder Gegner einfach ins Wasser schubse.
Quelle: Devolver Digital
Bosskämpfe folgen einem ähnlichen Prinzip und in meinem Spieldurchlauf hat sich der vorletzte Boss vermutlich nicht so verhalten, wie er das hätte sollen, was ihn zu einem der enttäuschendsten Kämpfe im ganzen Spiel machte. Für den letzten Boss empfehle ich euch übrigens die Sticky-Bombs. Damit konnte ich ihn zumindest in etwa 15 Sekunden besiegen, ohne mit seinen Angriffen wirklich zu interagieren.
