Dragon Age: Inquisition in der Vorschau: Bei einem Presse-Termin in London sahen wir erstmals eine halbe Stunde Gameplay aus Biowares neuem Rollenspiel. Wie taktisch wird das Kampfsystem, wie weitläufig die Spielwelt, wie funktioniert das Erobern der Burgen? Diesen Fragen gehen wir nach und fassen auch die bislang bekannten Fakten zusammen. Dazu gibt's frische Screenshots und ein Video mit neuen Spielszenen, damit ihr euch einen Eindruck von den Kämpfen, der Spielwelt und der Frostbite 3-Grafik machen könnt.
Der neue Taktik-Modus
Quelle: Electronic Arts / Bioware
Die Kämpfe sollen eine gute Balance aus Action und Taktik finden - der Spieler soll selbst entscheiden, welche Spielweise ihm eher liegt.
Unser Job in Western Approach: Wir sollen eine Burg namens Griffon Wing Keep erobern und sie als Basis für unsere Inquisition nutzen. Bioware erklärt: Zuvor hat unser Held bereits dafür gesorgt, dass die Wasserversorung der Festung verseucht wurde, um so den Widerstand zu schwächen. Außerdem hat der Inquisitor mehrere Patrouillien des Gegners überfallen und einen Teil der feindlichen Truppen weggelockt, indem er an anderer Stelle Leuchtfeuer entzündet hat - es befinden sich also nur wenige Wachen am Burgeinang. Mit denen machen wir auch gleich kurzen Prozess - dank einer wichtigen Neuerung, die vor allem Fans des ersten Dragon Age gefallen dürfte: die taktische Ansicht kehrt - in abgewandelter Form - zurück.
Hinweis: Wir haben den nächsten Absatz zur taktischen Ansicht mit neuen Infos ergänzt.
Zunächst wird das Spiel wieder per Tastendruck pausiert. Anschließend können wir die Kamera weit herauszoomen und frei bewegen, um so beispielsweise das vor uns liegende Kampfgebiet studieren. Anschließend geben wir genaue Kommandos: Die gut gepanzerte Cassandra wird vorgeschickt, um einige Gegner in einen Nahkampf zu verwickeln. Varric hingegen wird punktgenau mit einer eingeblendeten Markierung auf Distanz postiert, damit er ein gutes Schussfeld hat. Vivienne hingegen beschwört einen Meteoritenhagel, den wir ebenfalls per kreisrunder Markierung genau aufs Schlachtfeld lenken. Anschließend beenden wir den Pausemodus - nun können wir in dieser taktischen Ansicht bleiben und dem Kampf auf diese Weise ausfechten oder die Kamera zurück an den ausgewählten Helden heranzoomen und im Action-Modus weiterkämpfen. Der Spieler soll die freie Auswahl haben, wie er die Kämpfe am liebsten bestreiten will. Ein paar Schwerthiebe später ist das Gefecht vorbei. Unklar ist dabei noch, ob sich die Kamera auch dauerhaft aus einer so herausgezoomten Ansicht spielen lassen wird, so wie in der PC-Version von Dragon Age 1. Bioware betont zumindest, dass die PC-Fassung eine angepasste Steuerung für Maus und Tastatur bekommt - das weckt Hoffnungen.
Die Eroberung von Griffon Wing Keep
Unsere Gruppe marschiert durch die Burg, bis sie von einigen feindlichen Bogenschützen ins Visier genommen wird. Wieder kommt nun der Pause-Modus zum Einsatz: In aller Ruhe erkennen wir, dass sich die Bogenschützen auf einem hölzernen Steg positioniert haben. Mit ein paar Hieben gegen einen Stützpfeiler ließe der sich leicht zum Einsturz bringen - gesagt, getan, die Holzbaute zersplittert sehenswert in ihre Einzelteile und die Gegner stürzen in die Tiefe. Kein Wunder, immerhin ist die Frostbite 3-Engine auch für ihr realistisches Zerstörungsmodell bekannt. Bioware gibt aber zu, dass die Leveldesigner solche zerstörbaren Objekte von Hand platzieren - man wird also nicht die halbe Spielwelt kurz und kleinschlagen können, das geht nur an festgelegten Stellen.
Oben auf der Burg angekommen, wartet ein letzter Bossgegner auf uns: Ein Venator Beschwörer, der uns mit einem magischen Schild und Teleporterfähigkeiten auf die Nerven geht, während hinter ihm bereits mehrere Fußsoldaten angerannt kommen, um ihm beizustehen. Erneut rettet hier der Taktik-Modus die Situation: Die Zauberin Vivienne beschwört punktgenau eine magische Eiswand auf's Schlachtfeld, genau zwischen den Beschwörer und seine Handlanger - auf diese Weise ist der Boss für eine Weile von seinen Helfern abgeschnitten. Sobald der Beschwörer sich wegteleportiert, nutzt unser Inquisitor wieder seine praktische Kette, um den Gegner in Prügelreichweite zu bekommen. Ein paar Treffer später ist der Kampf gewonnen - Bioware merkt hier übrigens an, dass der Held in dieser Präsentation schon sehr hochstufig war, darum hat er ein leichtes Spiel mit den Feinden.
Was tut ein Inquisitor mit seiner Burg?
Am nächsten Tag sehen wir die Folgen unseres Sieges: Dutzende Truppen, Händler und Handwerker der Inquisition haben es sich im eroberten Griffon Wing Keep gemütlich gemacht. Sie sitzen um Feuerstellen herum, spazieren über die Mauern und Straßen, unterhalten sich über die gewonnene Schlacht oder stehen zum Gespräch bereit. Stimmungsvoll umgesetzt! Wie wir nun weiter mit der Festung verfahren, will Bioware noch nicht zu genau verraten. Nur soviel wollte man schon andeuten: Wir können uns nun entscheiden, welche Aufgabe die Festung schwerpunktmäßig erfüllen soll, zum Beispiel Handel, Militär oder Spionage. Bioware zeigte uns hier Artworks verschiedener Ausbaustufen der Burg, die sich optisch deutlich voneinander unterschieden - je nach Entscheidung des Spiels wird sich auch das Aussehen der Festungen (von denen es mehrere geben soll) verändern. Außerdem wird man Agenten anheuern und auf Missionen schicken können. Beispielsweise könnte man den Auftrag erteilen, eine große Statue wieder aufzubauen, um so die Kampfmoral in der Region zu stärken. Oder ihr erlasst den Befehl, ein versperrtes Tor einzureißen, um so eine neue Region erreichbar zu machen. Wieviel Tiefgang diese Entscheidungen haben und ob das alles am Ende doch nur ein paar langweilige Prozentpunkte in einem Fortschrittsbalken ergibt, lässt sich derzeit nicht sagen - hier muss man abwarten, was Bioware noch bis zum Release im Herbst 2014 enthüllen wird.
Schöne Grafik dank Frostbite 3
Quelle: Electronic Arts / Bioware
Auch Wildtiere tummeln sich in den weitläufigen Gebieten.
Optisch war das Gezeigte durchweg schick und gelungen, aber (noch) nicht beeindruckend: Vor allem die Vegetation wirkt noch etwas unnatürlich, Blätter und Gräser erscheinen auf Distanz beispielsweise noch zu hell. Auch einige Bodentexturen in der Wildnis sahen eher unrealistisch aus - hier darf Bioware gern noch etwas nachbessern. Dafür überzeugen bereits die sehr schönen Lichteffekte, die hohe Weitsicht, das tolle Charakterdesign und die feinen Kampfanimationen. Auch Zaubereffekte wie etwa Viviennes Meteoritenschauer haben einen wuchtigen Eindruck hinterlassen. Am besten haben uns aber die toll animierten Drachen gefallen. Genau so einen hatte sich Bioware dann auch nochmal für das Ende unserer Präsentation aufgehoben: Die Szene, in der sich der Inquisitor auf das feuerspuckende Biest stürzt, haben wir gleich an den Anfang unseres Videos gepackt, das ihr unterhalb dieser Meldung findet. Viel Spaß beim Anschauen!
Meinung
In diesem Artikel
- Seite 1 Dragon Age Inquisition: Gameplay-Premiere, Screenshots und Video
- Seite 2 Dragon Age Inquisition: Teil 3 der Saga, neue Rasse, Spielstand-Editor
- Seite 3 Dragon Age Inquisition: Neue Begleiter, riesige Spielwelt, das Gameplay analysiert
- Seite 4 Dragon Age Inquisition: Entscheidungen, Konsequenzen, neues Kampfsystem
- Seite 5 Dragon Age Inquisition: Neuer Taktik-Modus, Frostbite 3-Grafik und Gameplay-Video
- Seite 6 Bildergalerie
Bildergalerie
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