Dragon Age Inquisition: Entscheidungen, Konsequenzen, neues Kampfsystem

Special Felix Schütz

Dragon Age: Inquisition in der Vorschau: Bei einem Presse-Termin in London sahen wir erstmals eine halbe Stunde Gameplay aus Biowares neuem Rollenspiel. Wie taktisch wird das Kampfsystem, wie weitläufig die Spielwelt, wie funktioniert das Erobern der Burgen? Diesen Fragen gehen wir nach und fassen auch die bislang bekannten Fakten zusammen. Dazu gibt's frische Screenshots und ein Video mit neuen Spielszenen, damit ihr euch einen Eindruck von den Kämpfen, der Spielwelt und der Frostbite 3-Grafik machen könnt.

Entscheidungen und Konsequenzen

Als wir an einer Bucht vorbeikommen, fallen uns bedrohliche Kriegssschiffe auf, die vor der Küste vor Anker liegen. Wenig später erfahren wir den Grund: Wir treffen auf Soldaten der sogenannten Roten Templer, die gerade dabei sind, in Richtung Crestwood zu marschieren. Mit ein paar Schwerthieben, die der Spieler wie in einem Actionspiel aktiv per Tastendruck auslöst, sind die ersten Gegner schnell Geschichte. Cooles Manöver: Der Krieger kann nun beispielsweise entfernte Gegner mit einer Kette zu sich heranziehen - das sieht klasse aus, wirkt nicht übertrieben hektisch und macht auch spielerisch Sinn.

Die kniffligen, moralischen Entscheidungen stehen für BIoware wieder an erster Stelle: Dorfbewohner retten? Verwundete beschützen? Oder unsere Burg verteidigen? Wir haben die Wahl. Quelle: Electronic Arts / Bioware Die kniffligen, moralischen Entscheidungen stehen für BIoware wieder an erster Stelle: Dorfbewohner retten? Verwundete beschützen? Oder unsere Burg verteidigen? Wir haben die Wahl. Nach dem ersten Scharmützel treffen wir auf Captain Thamond, einen Verbündeten, der mit seinen Soldaten tapfer gegen die roten Templer gekämpft hat. Nun sorgt er sich um das Dorf Crestwood und um seine verwundeten Männer. Unsere erste Entscheidung steht an: Soll sich der Captain um seine Verletzten kümmern? Oder verlangen wir, dass er seine Männer zurücklässt und sich darum kümmert, das Dorf zu verteidigen? Der (herzlose) Bioware-Mitarbeiter, der uns das Spiel vorführt, entscheidet sich für die dritte Option: Der Captain soll seine Verwundeten einfach zurücklassen und seine restlichen Truppen zur Burg führen, denn die wird ebenfalls in dieser Sekunde von den roten Templern angegriffen. Varric ist entsetzt und redet uns ins Gewissen - die Menschen von Crestwood würden den Angriff nicht überleben, wenn wir ihnen nicht helfen. Vivienne hingegen erwidert, dass der Schutz der Burg wichtiger sei - ohne sie könnte die Inquisition schlichtweg nicht die Kontrolle über die Region erhalten. Bioware betont übrigens, dass es neben diesen drei Hauptentscheidungen noch weitere Optionen gäbe - sechs oder sieben Möglichkeiten soll es geben, diese Quest um Crestwood abzuschließen.

Das neue Kampfsystem: Mehr Action, aber auch mehr Taktik?

Während wir uns auf den Weg machen, wird eine Art Lebensbalken der Burg eingeblendet - wir haben nun nicht mehr viel Zeit, die Festung zu erreichen und die Templer abzuwehren. Anstatt den längeren, direkten Weg zu wählen, betreten wir darum eine Abkürzung durch einen Geheimgang - eine stockfinstere Tropfsteinhöhle, die uns schnell und heimlich hinter die Burgmauern bringen soll. Hier lässt die Frostbite 3-Engine erstmals ihre Muskeln spielen, etwa als unser Held eine Fackel entzündet und so stimmungsvolle Schatten durch das schön texturierte Gewölbe tanzen lässt.

Der schwer gepanzerte Behemoth verlangt nach stärkeren Waffen: Hier zückt der Held ein mächtiges Flammenschwert. Quelle: Electronic Arts / Bioware Der schwer gepanzerte Behemoth verlangt nach stärkeren Waffen: Hier zückt der Held ein mächtiges Flammenschwert. Wir erreichen eine größere Kammer, in der uns der erste Mini-Bosskampf bevorsteht: ein Behemoth, ein rot glühender und gut gepanzerter Dämon, bricht durch eine Wand. Endlich zeigt Bioware nun weitere Details aus dem Kampfsystem: Wie wir zuvor schon gesehen haben, führt der Held mit jedem Tastendruck verschiedene Schwerthiebe aus. Die Animationen sind dabei nicht nur sehr geschmeidig, sondern vor allem deutlich langsamer als im hektischen Vorgängerspiel. Heftiges Button-Mashing ist nicht zu befürchten, denn das Timing der Hiebe scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Um den mächtigen Attacken des Dämons zu entgehen, beherrscht der Held zudem Ausweichrollen, wie man sie etwa aus Kingdoms of Amalur oder The Witcher 2 kennt. Die Partymitglieder greifen derweil natürlich automatisch das Ziel an, Varric beispielsweise mit seiner Armbrust, Vivienne mit diversen Kampfzaubern.

Das alleine wäre noch nichts Besonderes und ließe wohl auf ein übliches Action-RPG schließen - doch natürlich soll Dragon Age 3 noch mehr bieten. Das Geschehen lässt sich wie gewohnt pausieren, so dass man seine Partymitglieder per Digikreuz durchschalten und gezielt kommandieren kann. So ordern wir Cassandra, einen Trank zu schlucken, der ihren Abwehrwert steigert, während Vivienne den Dämon mit einem Zauber schwächen soll. Danach beschäftigt die gut gepanzerte Cassandra das Biest, wehrt seine Hiebe mit ihrem Schild ab, während wir Varric hinter dem Monster platzieren. Wir wechseln per Digikreuz wieder zurück zu unserem Helden und attackieren - unterstützt durch Varris Armbrustfeuer - die schutzlose Rückseite des Dämons - so ist der Kampf schnell entschieden. Nach dem Sieg weist Bioware noch auf ein wichtiges Detail hin: Lebenspunkte erneuern sich nicht automatisch. Wer verletzt wird, muss Regenerationszauber verwenden oder Heiltränke schlucken. Gerade letztere sind aber nur knapp bemessen und sollten daher sparsam verwendet werden.

Auch wenn dieser Kampf mit seiner Mischung aus langsamer Action und Planung schon einen guten Eindruck macht, vermissen wir trotzdem noch etwas das Spielgefühl des ersten Teils. Darum die gute Nachricht vorweg: Bioware wird uns später noch eine taktische Ansicht vorführen, die wieder stärker an das erste Dragon Age erinnert.

Varric ist am Boden zerstört: Aufgrund unserer Entscheidungen wurde das Dorf Crestwood ausradiert. Quelle: Electronic Arts / Bioware Varric ist am Boden zerstört: Aufgrund unserer Entscheidungen wurde das Dorf Crestwood ausradiert. Tod und Trauer

Die tatsächliche Verteidigung der Burg zeigt uns Bioware nicht mehr - stattdessen machen die Entwickler einen kleine Zeitsprung, einige Minuten nach dem Ende der Schlacht. Die Festung ist gerettet - nun ist es an der Zeit, nach Crestwood zu sehen, das wir zuvor schutzlos den roten Templern überlassen haben. Dort angekommen zeigt sich uns jedoch ein erschütterndes Bild: die roten Templer haben Crestwood ausradiert. Zig Dorfbewohner liegen tot im Schlamm, einige von ihnen nötdürftig mit Tüchern bedeckt. Varric, sonst um keinen Kommentar verlegen, sagt nun kein Wort mehr. Sichtlich erschüttert fällt er auf die Knie, kauert neben einer Leiche, ringt um seine Fassung. Still legt Cassandra ihm ihre Hand auf die Schulter. Bioware ruft uns in Erinnerung: Man hätte sich auch anders entscheiden und Crestwood mitsamt seinen Bewohnern retten können. Doch um welchen Preis? Kann der Spieler es sich leisten, die Burg zu verlieren und so den Einfluss der Inquisition in dieser Region zu schmälern?

Auftritt des Drachen

Für unsere Präsentation lädt Bioware lädt nun einen Spielstand, um uns mehr Details zum Kampfsystem und den Burgen zu zeigen. Diesmal geht's in die Wüstenregion Western Approach, die westlich von Orlais gelegen ist. Bevor es losgeht, wagen die Entwickler aber noch einen kleinen Abstecher: Unsere Heldenparty marschiert im Dunkeln der Nacht auf eine Klippe zu, macht dort vor dem Abgrund halt, genießt die Aussicht - als plötzlich ein gewaltiger Schrei ertönt. Wenig später lässt sich ein riesiger Drache in einiger Entfernung auf einem Felsbogen nieder. Nicht nur die Animationen der Bestie sind hier fabelhaft gelungen, das ganze Design des Drachens macht einen prima Eindruck und lässt die dürren Lindwürmer aus Dragon Age 2 dagegen wie kränkelndes Kleinvieh wirken. Mit einem weiteren Schrei braust der Drache über uns hinweg und verschwindet im Nachthimmel. "Das war'n Großer." stellt Varric unbeeindruckt fest. Wir hingegen sind begeistert - das war der wohl coolste Drachenauftritt seit Skyrim. Bioware erklärt, dass alle Drachenkämpfe im Spiel handgefertigt sein werden - das bedeutet, sie werden nicht dynamisch und zufällig auftreten wie beispielsweise in Skyrim, sondern nur an vorgegebenen Orten.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Dragon Age Inquisition: Gameplay-Premiere, Screenshots und Video
  2. Seite 2 Dragon Age Inquisition: Teil 3 der Saga, neue Rasse, Spielstand-Editor
  3. Seite 3 Dragon Age Inquisition: Neue Begleiter, riesige Spielwelt, das Gameplay analysiert
  4. Seite 4 Dragon Age Inquisition: Entscheidungen, Konsequenzen, neues Kampfsystem
  5. Seite 5 Dragon Age Inquisition: Neuer Taktik-Modus, Frostbite 3-Grafik und Gameplay-Video
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