Doom: The Dark Ages ist im Test eine absolut höllische Erfahrung - und genau so muss das!
Test
Reuelos ballern wie bei Doom 1993, aber mit der mechanischen Komplexität von Doom Eternal: The Dark Ages erfindet die Doom-Formel mal wieder neu und liefert göttlich gute Shooter-Action - auch, wenn dabei manches auf der Strecke bleibt.
Noch größere Machtfantasien
Spielerisch werden immerhin hier und da ganz neue Impulse gesetzt: Neben dem wie gehabt motivierenden Abgrasen der clever designten Levels und einiger Umgebungspuzzles hat id Software diesmal zwei ganz neue Gameplay-Features eingebaut, um das Gekämpfe aufzulockern - nämlich durch noch größeres Gekämpfe!
Wir dürfen nicht nur hinter dem Steuer eines gigantischen Atlan-Mechs platznehmen, sondern auch auf dem Gatling-Gun-bestückten Rücken eines Drachen in die Schlacht fliegen. Das kommt beides jeweils nur eine Handvoll Male vor und spielt sich supersimpel, aber gerade die Mech-Passagen fügen sich gut ins Gesamtbild ein.
Da wird rechtzeitig ausgewichen, es werden brachialste Backpfeifen verteilt und ab und zu dürfen wir auch mal mit grandios-riesigen Schießeisen draufgehalten.
Im Vergleich dazu ist die Drachenaction etwas schwach auf der Brust, weil der Echse und ihren Waffen das Gewicht fehlt, das das einfache Ausweich-Draufhalt-Gameplay zur Unterstützung brauchen würde. Für die paar Levels, in denen er vorkommt, taugt der Drache als Abwechslung aber allemal.
Aber egal, ob in den guten oder den etwas lahmeren Momenten: The Dark Ages sieht wirklich gut aus. Die Mittelalter-Fantasy-Ästhetik fügt sich klasse in ein Universum ein, das sowieso schon immer wirkt wie ein zum Leben erwachtes Heavy-Metal-Album-Cover.
Id Software hat wieder eine große Bandbreite an unterschiedlichen Locations auf Lager, die in der neuen Engine noch einmal größer, detaillierter und vor allem schicker ausgeleuchtet sind als in früheren Teilen.
Dabei läuft das Spiel auf allen Plattformen, auf denen es erscheint, mit weitestgehend sauberen 60 Bildern pro Sekunde. Wegen des Raytracing-Zwangs und der größeren Levels können in dieser Hinsicht verwöhnte PC-Spieler aber nicht mehr mit ganz so astronomischen Framerates rechnen wie noch bei Eternal.
Fazit zu Doom The Dark Ages
Fassen wir zusammen: Wir haben auf der einen Seite ein fantastisches Kampfsystem, das sich mal wieder dezent neu erfindet und den simplen Ballerspaß der alten Dooms mit einem Teil der mechanischen Komplexität von Eternal vermischt.
Es werden bei weitem keine solchen spielerischen Höchstleistungen mehr verlangt wie beim Vorgänger, was entweder ein Vor- oder ein Nachteil ist, je nachdem, wie gut euch der gefallen hat. Tiefgründig genug ist das Kampfsystem aber, und vor allem spielt es sich durchweg klasse.
Quelle: Bethesda Softworks
Wir haben außerdem optisch abwechslungsreiche und kurzweilig gestaltete Levels, die man gerne abgrast, um in den Kämpfen noch mehr Optionen und Durchschlagskraft zu haben. Und wir haben eine saubere Technik, die eine ansprechende Grafik bei guter Performance abliefert.
Auf der anderen Seite fehlt aber auch manches: Der Soundtrack bleibt hinter dem der Vorgänger zurück, die Story ist trotz anderslautender Ankündigungen nicht der Rede wert, und die simplen Atlan- und Drachenpassagen sind kein zufriedenstellender Ersatz für die vielen gestrichenen Features. Die Motivation, das Spiel nach dem Abschluss der Kampagne noch einmal zu starten, wird also nicht durch coole Unlockables oder sonstige Features oder Modi gesteigert.
Ein finales Fazit zu The Dark Ages zu ziehen, das alle Fan-Lager abholt, ist gar nicht so einfach, weil bei einer Reihe, die sich immer wieder neu erfindet, jeder mit eigenen Erwartungen an einen neuen Teil herangeht.
Ich bin aber guter Dinge, dass jeder, der mit old-schooligen Shootern etwas anfangen kann, seine helle Freude mit The Dark Ages haben wird, auch, wenn nicht jede Neuerung zündet und das Spiel etwas mehr optionalen, herausfordernden Content vertragen hätte. Denn das, worauf es wirklich ankommt, nämlich das Kampfsystem, ist ein Volltreffer, in einer Qualität, wie sie in dem Genre nur id Software zu liefern imstande ist.
Doom: The Dark Ages erscheint in seiner regulären, 80 Euro teuren Edition am 15. Mai 2025 für PC, PS5 und Xbox Series. Käufer der 110 Euro teuren Premium-Edition dürfen ab dem 13. Mai ran und erhalten neben kosmetischen Items, einem Artbook und dem Soundtrack auch Zugriff auf die geplante DLC-Erweiterung dazu. Auf Xbox und PC ist das Spiel im Game Pass enthalten. Transparenzhinweis: Für diesen Test wurden uns Fassungen von Doom: The Dark Ages vom Publisher zur Verfügung gestellt.
