Doom: The Dark Ages ist laut, brutal, bockschwer - und hat mich wirklich überrascht!
Special
Für das neue Doom erfindet sich id Software mal wieder neu: Das Spielgefühl wurde ordentlich umgekrempelt, aber trotzdem ist The Dark Ages ein modernes Doom durch und durch - und ich durfte mich schon stundenlang drin austoben!
Atlan-Mech hui, Cyborg-Drache ... nicht ganz so hui
Solche offenen Karten sind es dann auch, wo sich eines der ganz neuen Gameplay-Features in die Lüfte schwingen darf: Der Doom-Slayer bekommt seinen eigenen Cyborg-Drachen. Klingt erstmal richtig Metal, sieht auch so aus, aber wie sich die Passagen anfühlen, ist für mich noch die größte Schwachstelle an The Dark Ages.
Der Drache steuert sich zwar präzise, lässt aber das Gewicht vermissen, das die normalen Gefechte so wuchtig macht. Die großen Feinde wollen außerdem im Lock-On bekämpft werden, wo wir nur noch nach oben, unten, links und rechts fliegen und seltsamen Kugelmustern ausweichen müssen, um nennenswerten Schaden zu verursachen.
Das fühlte sich noch ziemlich steif und lasch an, und ich hoffe, dass der Drache später im Spiel noch etwas mehr auf dem Kasten hat, damit die Passagen qualitativ nicht zu sehr aus dem Rahmen fallen. Immerhin: Die Echse bekam auch ihre eigenen Glory Kills spendiert, und die sehen angemessen fett aus.
Quelle: Bethesda
Nun ist wohl ein guter Zeitpunkt, um zu erwähnen, dass die Entwickler die umstrittenen Jump-and-Run-Sequenzen des Vorgängers gestrichen haben, was bei dem Fokus auf horizontales Movement niemanden wundern dürfte. Hier und da kommt aber der Schild zum Einsatz, um bestimmte Maschinen in den Levels zu aktivieren, wodurch sich auch kleine Umgebungsrätsel ins Spiel geschlichen haben. Bei Dooms Augenmerk auf Secrets sicher keine schlechte Idee.
Einen Mehrspielerpart gibt's diesmal auch nicht, und gemessen daran, wie wenig Beachtung die Modi bei den beiden Vorgängern fanden, ist es wohl nicht verkehrt, dass id Software sich den Zopf endlich abgeschnitten hat.
Das zweite neue Gameplay-Feature in The Dark Ages fügt sich gegenüber dem Drachen organischer ins Spiel ein: Die riesigen Atlan-Mechs, die wir vorher nur von außen bewundern durften, lassen sich jetzt auch steuern. Verständlicherweise in abgegrenzten Levels, immerhin könnten die Hochhaus-großen Maschinen eine reguläre Doom-Stage einfach plattstampfen, aber Steuerung und Mechaniken decken sich mit den Parts zu Fuß.
Wir prügeln ebenbürtigen Dämonen mit unseren Fäusten das Fleisch von den Knochen und lassen eine Chaingun rattern, mit der man wahrscheinlich einen Wolkenkratzer einreißen könnte.
Quelle: Bethesda
Das sollte jedem Freund der martialischen Unterhaltung ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubern, genau wie die Waffenauswahl, die id wieder hervorragend gelungen ist. Meine Favoriten sind der Schrapnellwerfer, der mit geschredderten Totenschädeln geladen wird, und ein Gewehr, das richtig böse aussehende Gleisbolzen verschießt. Naja, und die Super-Shotgun natürlich, aber das versteht sich wohl von selbst!
Action zum Verbeißen
Auch, wenn der Gameplay-Kern immer wieder verändert wurde, bleibt sich Doom also in einem Punkt treu: Es macht richtig Laune, sich mit seinen Brutalo-Waffen ins Gefecht zu stürzen, dabei deftiges Metal-Gekloppe zu hören und sich die völlig übertriebenen Gore-Effekte anzusehen.
Ich bin gespannt, wie das neue Doom letztendlich bei den Fans ankommen wird. Mir gefiel das anspruchsvolle Doom: Eternal sehr gut, gerade weil es mir deutlich mehr abverlangt hat, als nur mit der dicksten Knarre in meinem Waffenschrank draufzuhalten. Ich weiß aber auch, dass es nicht jedem so ging, und The Dark Ages sieht aus, als würde es diese Designschule weiterführen.
Es ist kein simpler Shooter, sondern ein mechanisch komplexes Actionspiel, das erstmal gelernt werden will, und das schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad nicht gerade zimperlich zu sein scheint.
Aber wenn diese Härte, diese Komplexität wieder bis zum Schluss durchgezogen und immer weiter gesteigert wird, wenn man sich wieder reinbeißen muss, um das Ende zu erleben, dann sieht es ganz so aus, als würde Eternal einen mehr als würdigen Nachfolger bekommen!
Doom: The Dark Ages erscheint am 15. Mai 2025 für PC, PS5 und Xbox Series. Auf PC und Xbox ist das Spiel ab seinem Erscheinungstag im Game Pass enthalten. Wer auf die happigen 80 Euro Startpreis noch einmal 30 für die Premium Edition drauflegt, spielt zwei Tage früher (ab dem 13. Mai) und erhält neben Skins noch einen Kampagnen-DLC, der später veröffentlicht wird. Transparenzhinweis: Bethesda bezahlte die An- und Abreise für den Besuch des Vorschau-Events.
