Doom Eternal im Test mit Video: Brutal schnell und höllisch gut!
Test
Da fliegen die Dämonenfetzen! id Software packt überall ein paar Schippen drauf und inszeniert rasend schnelle, fantastisch fließende Ballereien, in denen es heftig zur Sache geht. Kettensäge und Glory Kills gewinnen an Bedeutung, außerdem hat der Slayer ein paar neue Tricks auf Lager. Dazu will die Kampagne mit dichterer Story, mehr Umfang und schickeren Levels punkten. Ist das der beste Shooter des Jahres? Im Test zu Doom Eternal finden wir's raus.
Neu und richtig cool: Die Super Shotgun verschießt nun als Sekundärfeuer einen coolen Kettenhaken, mit dem man sich einfach an entfernte Gegner ranziehen kann - das sorgt für noch mehr Tempo und Beweglichkeit in den Kämpfen, gerade in den offeneren Arenen ist das ein echter Vorteil und macht einfach Laune!
Stärker durch Upgrades
In diesem Artikel
Wie im Vorgänger habt ihr auch wieder die Möglichkeit, eure Waffen mit Upgradepunkten aufzuwerten, die ihr durch geschaffte Arenen und geheime Zusatzbegegnungen verdient. Mit diesen Punkten schaltet ihr für die meisten Knarren wieder zwei Schussmodi frei, die euch im Kampf deutlich flexibler machen. Zum Beispiel kann euer Maschinengewehr dann wieder Mini-Raketen verschießen oder zum Scharfschützengewehr umfunktioniert werden, mit dem ihr einem Revenant auch auf hohe Entfernung lässig die Bewaffnung von den Schultern feuert. Dadurch bleiben alle Waffen bis zum Spielende relevant und nützlich.
Quelle: PC Games
Das Maschinengewehr lässt sich via Sekundärfeuer zum Scharfschützengewehr umfunktionieren. (PS4)
Hinzu gesellen sich eine ganze Reihe von Upgrade-Systemen, mit denen ihr euren Doom Slayer nach und nach zur alles vernichtenden Kampfmaschine hochzüchtet. Beispielsweise schaltet ihr durch fleißiges Erkunden verschiedene Runen frei, die ihr für passive Boni in drei Slots einsetzen könnt. Außerdem findet ihr seltene Wächterkristalle, mit denen ihr eure Basiswerte (Rüstung, Leben, Munition) verbessert und weitere passive Vorteile aktiviert. Dazu gibt's Upgrades für euren Anzug, mit denen ihr beispielsweise den eingebauten Granatwerfer, euer Bewegungstempo oder eure Übersichtskarte verbessert. Das alles ist für sich genommen ziemlich unspektakulär, in der Summe gehen die kleinen Upgrades aber völlig in Ordnung und bereichern das Spielerlebnis, ohne es unnötig aufzublasen.
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Viele Gegner haben nun Schwachstellen, die ihr ausnutzen könnt. Diesem Cacodemon feuern wir beispielsweise eine Granate direkt ins Maul. (PS4)
Super Mario Slayer
Von der Story über die Kämpfe bis hin zu den Schauplätzen merkt man Doom Eternal den Fortschritt an. Doch id Software hat auch anderer Stelle kräftig nachgelegt, die vielleicht nicht jedem Shooter-Fan gefallen dürfte, nämlich bei den Geschicklichkeitseinlagen. Schon im Vorgänger musste man häufig springen und sich an Kanten raufziehen - das funktionierte prima, bekommt in Doom Eternal aber nochmal völlig neue Dimensionen. Diesmal kann der Slayer nämlich an Stangen entlangschwingen und sich an bestimmten Oberflächen festkrallen! Zusammen mit dem bewährten Doppelsprung und dem Doppel-Dash kann der Slayer so auch weite Distanzen überwinden, was die Leveldesigner für einige abgefahrene Geschicklichkeitseinlagen nutzen. Die fallen zwar nie übermäßig schwer aus und spielen sich dank der exzellenten Steuerung sogar richtig gut, ziehen sich aber durch das gesamte Spiel. Wer in Shootern partout keinen Bock auf Sprungeinlagen hat und eher ein klassisches Doom-Erlebnis erwartet, wird sich hier umgewöhnen müssen.
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Doom Eternal bietet wesentlich mehr Sprung- und Geschicklichkeits-einlagen als der vier Jahre alte Vorgänger. (PC)
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Auch in Doom Eternal warten zahlreiche Easter Eggs. (PC)
Immerhin: Die Entwickler nutzen die neue Bewegungsfreiheit ausgiebig, um diesmal deutlich kreativere Levels zu bauen. Dort sind nun auch mehr Secrets versteckt, für die es sich lohnt, auch mal vom Weg abzukommen und um die Ecke zu denken. Es locken spielrelevante Goodies wie Extraleben, Cheats oder Upgrade-Punkte, aber auch viel Bonuskram wie Sammelpuppen oder freischaltbare Musikstücke, die sich nicht aufs Gameplay auswirken.
Die Verstecksuche ist völlig freiwillig, bietet aber eine prima Möglichkeit, um zwischen den intensiven Kämpfen einfach mal kurz durchzuatmen. Diesmal ist es auch kein Problem, wenn man mal etwas übersieht, denn am Ende jedes Levels wird nun ein Schnellreisesystem freigeschaltet - dadurch könnt ihr einfach in frühere Bereiche zurückspringen und verpasste Geheimnisse nachholen.
Trautes Heim, Stress muss sein
Wer die Levels sorgfältig absucht, stößt auch unerweigerlich auf sechs versperrte Slayer Tore, für die ihr zunächst passende Schlüssel in der Nähe auftreiben müsst. Hinter den Toren warten besonders knifflige Arenen, in denen es richtig zur Sache geht, da müsst ihr euch durch Unmengen von Feinden mähen und irgendwie am Leben bleiben. Stress pur, im positiven Sinn! Am Ende der Arena erhaltet ihr dann einen von sechs Himmelsschlüsseln als Belohnung.
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Mithilfe von sechs Schlüsseln könnt ihr eine optionale Superwaffe auf der Fortress of Doom freischalten. (PC)
Diese Schlüssel kommen auf der neuen Fortress of Doom zum Einsatz. So heißt eure schwebende Festung, in die ihr mehrmals zurückkehrt und in der ihr euch dann frei umsehen könnt. Dort lässt sich auch jede Menge Zeug freischalten, zum Beispiel könnt ihr mit gesammelten Wächterbatterien versperrte Türen öffnen und dahinter liegende Upgrades aktivieren. Außerdem gibt es einen verschlossenen Behälter, in dem sich eine optionale Superwaffe befindet, eine Alternative zur BFG-Monsterwumme - hier werden nach und nach die sechs Himmelsschlüssel eingesetzt. Doom-Kenner dürften sich außerdem über die vielen Easter Eggs freuen, die es in der Festung zu entdecken gibt - schaut euch einfach mal das Bücherregal und den "Schreibtisch" des Doom Slayers genauer an!
Durchgespielt - und jetzt?
Obwohl Doom Eternal letztendlich ein linearer Shooter bleibt, könnt ihr nach dem Durchspielen noch etwas Spielzeit rauskitzeln, zum Beispiel indem ihr euch an den Master Levels versucht, das sind besonders knifflige Varianten bekannter Kampagnenmissionen. Für Profis lockt neben mehreren Schwierigkeitsgraden (lassen sich jederzeit umstellen) außerdem noch eine Permadeath-Option.
Doom Eternal konzentriert sich zwar stark auf seine Einzelspielerkampagne, hat aber auch einen Mehrspielermodus an Bord, in dem der Slayer gegen zwei von Spielern gesteuerte Elite-Dämonen antritt. Der asymetrische Modus macht einen netten Eindruc k, allerdings konnten wir ihn bei Redaktionsschluss noch nicht unter Live-Bedingungen testen. Das holen wir in Kürze nach!
Tolle Technik, Hammer-Sound
Mit Doom Eternal bringt id Software erstmals die brandneue id Tech 7 zum Einsatz. Die Engine glänzt auf allen Konsolen mit hohen Frameraten, kurzen Ladezeiten, schicken Levels und fantastisch animierten Gegnern. Ein paar optisch eher langweilige Gänge und graue Innenräume fallen da kaum ins Gewicht. Auf PS4 Pro wird auf Wunsch von 1440p auf 4K-Auflösung hochskaliert, die Xbox One X rechnet von 1800p hoch. Doch egal auf welcher Plattform und in welcher Auflösung ihr spielt, Doom Eternal sieht jederzeit gut aus und spielt sich auch mit dem Gamepad sehr flüssig und präzise.
Auch auf dem PC zeigt Doom Eternal eine ausgezeichnete Performance. Dank umfangreicher Grafikoptionen lässt sich die PC-Version außerdem auch auf betagteren Rechnern flüssig spielen, notfalls auch bei reduzierten Details, was es unserer Ansicht nach aber Wert ist - in 60 FPS (oder mehr) spielt sich Doom einfach am besten! Auch die sehr kurzen Ladezeiten fielen uns hier positiv auf und störende Bugs haben wir im Test überhaupt nicht bemerkt. Noch mehr Infos zur hervorragenden Technik gibt's hier im Video und im großen Technik-Test unserer Kollegen von PC Games Hardware.
Die schicke Optik wird durch einen kraftvollen Soundtrack abgerundet, der wieder aus der Feder von Mick Gordon stammt. Euch erwartet ein schweißtreibender, oft ohrenbetäubender Industrial-Metal-Mix, der immer wieder von stimmungsvollen, düsteren Klangteppichen ergänzt wird. So muss ein modernes Doom klingen!
Gut mitgedacht
Kleiner Tipp für alle, die das Interface als zu bunt oder umfangreich empfinden: Werft einen Blick ins Optionsmenü! Hier könnt ihr nämlich fast alle Anzeigen euren Wünschen anpassen und sogar das Farbschema des HUD ändern. An solchen Details merkt man einfach, dass sich die Entwickler ihre Gedanken gemacht haben, um so viele Fans wie möglich zufriedenzustellen. Dazu zählt auch der völlige Verzicht auf Mikrotranskationen, die man heutzutage in gefühlt jedem zweiten Spiel findet. Es gibt zwar jede Menge kosmetisches Zeug im Spiel freizuschalten, doch einen Ingame-Shop hat sich id Software netterweise verkniffen.
Quelle: PC Games
Doom Eternal spielt sich in den ersten Levels ungewohnt fordernd. (PC)
Stattdessen ist bereits ein Year-One-Pass erhältlich, der Doom Eternal im ersten Jahr nach Release mit zwei Kampagnen-DLCs erweitern soll. Wenn die ähnlich grandios werden wie das Hauptspiel, soll uns das nur Recht sein!
Doom Eternal ist ab dem 20. März 2020 für PC, Xbox One, PS4 und Stadia erhältlich. Eine Switch-Umsetzung erscheint zu einem späteren Zeitpunkt. Das Spiel wird neben einer Standard-Edition auch als Deluxe- und Sammlerfassung verkauft. Vorbesteller erhalten die Remaster-Fassung des Shooter-Klassikers Doom 64 kostenlos dazu. Hier geht's zum vollständigen Test der Neuauflage von Doom 64!
UPDATE: Seit dem 8. Dezember 2020 ist auch die Switch-Umsetzung von Doom Eternal erhältlich. Und die ist erstaunlich gut gelungen. Hier lest ihr unseren Nachtest zu Doom Eternal auf der Switch.
