Die Legende von Khiimori: Wird mein Traum vom Pferdespiel jetzt endlich wahr?
Kolumne
Pferde können in Spielen gar nicht präsent genug sein - gesagt, getan. Die Legende von Khiimori rückt die Tiere nun in den Mittelpunkt des Spiels. Redakteurin Anni hofft seit Jahren auf das perfekte Pferdespiel und wittert nun ihre Chance.
Endlich muss ich nicht mehr ungeduldig mit den Hufen scharren: Die Legende von Khiimori ist seit dem 3. März 2026 im Early Access angekommen - und stammt mit Aesir Interactive sogar von einem Entwicklerstudio aus Deutschland. Da habe ich natürlich gleich mein virtuelles Pferd gesattelt und bin losgeritten, immer weiter durch die offene Welt der Mongolei im 13. Jahrhundert.
Schon nach wenigen Ausritten wurde klar, dass Khiimori jede Menge gute Ideen in den Satteltaschen hat. Aber erfüllt es mir auch endlich meinen Traum vom perfekten Pferdespiel, der mir schon seit Jahren durch den Kopf geistert?
In diesem Artikel
Survival-Mechaniken für die Pferdestärke
Dank dieses Hoffnungsschimmers habe ich mich sogar an ein Spielprinzip gewagt, vor dem ich sonst sofort weggelaufen bin: Kuriermissionen als zentrale Gameplay-Mechanik. Schon in meiner JRPG-Ära wurden Fetch-Quests immer wieder zur Geduldsprobe. Um Death Stranding habe ich daher auch einen meilenweiten Bogen gemacht.
Aber mit der Aussicht darauf, mein inneres Pferdemädchen endlich in einem großen, hochwertigen Spiel ausleben zu können, hat mich Die Legende von Khiimori dann doch angelockt. Und nach einigen Stunden in der Mongolei kann ich nun sagen, dass ich meinem Traumspiel ein großes Stück nähergekommen bin.
Das liegt in erster Linie an vielen guten Ideen, mit denen das Entwicklerteam die Pferde in den Fokus rückt. Ihr könnt sie nicht nur streicheln, füttern und pflegen - ihr müsst das sogar tun!
Quelle: PC Games
Schwierige Witterungsbedingungen sind nicht nur anstrengend für euer Pferd, sondern können euch auch einschränken. Viel Schnee sorgt zum Beispiel dafür, dass ihr nur noch langsam reiten könnt.
Denn so hübsch die Welt auch aussieht, es lauern viele Herausforderungen auf euren Wegen. Tiefer Schnee, schlammige Ufer und steinige Hügel sind selbst für die stärksten Tiere anstrengend zu bewältigen. Dazu kommen vereinzelte Wetterzellen, die nicht nur die Sicht, sondern auch die Fortbewegung erschweren.
Und damit eure Rösser stets fit genug für solche Aufgaben sind, müsst ihr euch sorgsam um sie kümmern. Die Grundbedürfnisse Hunger, Durst und Stimmung solltet ihr nie aus den Augen lassen, dazu kommen noch die allgemeine Gesundheit und sogar verschiedene Zustände wie Panik oder Verletzungen.
Ignoriert ihr diese Werte zu lange und lasst die Lebensleiste auf null sinken, wird euer Pferd ohnmächtig - zum Glück geht es Protagonistin Naraa permanent gut, denn die Survival-Mechaniken beziehen sich lediglich auf die Pferde. Dementsprechend liegt es - wie im echten Leben - in eurer Verantwortung, euch gut um die Rösser zu kümmern.
Quelle: PC Games
Satt und zufrieden? Ne, da geht noch was. Ihr müsst euch stets gut um euer Pferd kümmern, damit ihr eure Lieferungen erfolgreich abliefern könnt.
Das macht das Ganze manchmal etwas stressig, wenn eure Vorräte zur Neige gehen und ihr mitten in harschen Gebieten steckt. Aber es sorgt auch genau für das, was ich mir wünsche: Die Pferde stehen im absoluten Mittelpunkt.
Death Stranding auf dem Pferderücken
Damit ihr sie nicht quält und alle Beteiligten heil ans Ziel kommen, solltet ihr eure Routen immer sorgfältig planen - und nicht wie ich mitten durch ein von Schlangen verseuchtes Gebiet reiten, nur weil der Weg ein klein wenig kürzer ist. Zum Glück ist Naraa aber mit Pfeil und Bogen bewaffnet.
Im Early Access gibt es noch keine richtige Handlung, sondern nach ein paar Tutorial-Aufträgen lediglich - wenn auch eine ganze Menge - Missionen zur Auslieferung von Waren und zum Kartografieren neuer Gebiete. Ihr werdet also die allermeiste Zeit damit verbringen, eure Routen zu planen und von A nach B zu reiten.
Quelle: PC Games
Mithilfe der Karte lassen sich im Voraus Routen planen, damit ihr den optimalen Weg zu eurem Ziel festlegen könnt.
Ein Detail, das mir dabei besonders gefällt, ist die Umsetzung verschiedener Gangarten. Schritt, Trab und Kanter kann euer Pferd mühelos halten, beim Galoppieren wird die Ausdauer allerdings stark beansprucht. Glaubt aber nicht, ihr könntet jetzt einfach ohne Rücksicht auf Verluste quer durch die Welt preschen.
Da macht euch nämlich das Terrain einen Strich durch die Rechnung. Einen steilen Hang könnt ihr nicht hinaufgaloppieren, und auch im Schlamm oder Schnee kommen die Pferde nur langsam voran. Manchmal führt euch euer Weg sogar durchs Wasser - die Tiere können mit euch auf dem Rücken schwimmen, ihre Ausdauerleiste leidet aber sehr darunter.
Heizt ihr trotzdem einfach durch schwieriges Gelände, kann euer Pferd stolpern und sich verletzen. Das Gleiche passiert auch, wenn ihr die Satteltaschen ungleichmäßig beladen habt und euer Gefährte aus der Balance gerät.
Bei manchen Missionen müsst ihr die Ware makellos beim Empfänger abliefern, gerade da gilt es also, auf alle möglichen Umstände zu achten - vom Tierwohl mal ganz abgesehen. Auf der nächsten Seite berichte ich euch von den liebevollen Mechaniken, die das Spiel noch zu bieten hat, und wieso es mir das Züchten von Fohlen ganz besonders angetan hat.
