Legende von Khiimori als Pferdespieltraum? - Kreative Features & fehlender Feinschliff
Kolumne
Die Legende von Khiimori bringt viele gute Ideen mit, nur an der Umsetzung hapert es aktuell im Early Access noch.
Pflege, Training und Nachwuchs im Stall
Mit dem Konzept der Kuriermissionen kann ich mich zwar nach wie vor nur wenig anfreunden, aber durch die hübsch beleuchtete Welt zu reiten, hat durchaus seinen Reiz. Viel mehr Spaß hatte ich aber an ganz anderen Features als den Lieferungen, und genau die sind für mich auch wegweisend für zukünftige Pferdespiele.
Ihr verbringt nämlich nicht die ganze Zeit mit einem einzigen Tier - außer natürlich, ihr möchtet das gerne. Wenn ihr das nötige Kleingeld zur Verfügung habt, könnt ihr euren Stall beim Pferdehändler schnell auffüllen.
Leider ist es zurzeit noch nicht möglich, Wildpferde zu zähmen, auch wenn ein entsprechender Prompt in der Nähe eines solchen Exemplars angezeigt wird. Das soll im Laufe der Early-Access-Phase aber noch ergänzt werden.
Quelle: PC Games
Es lohnt sich, einen vorsichtigen Blick auf das Genre der Pferdespiele zu werfen: Die Legende von Khiimori geht aktuell mit gutem Beispiel voran.
Gleich mehrere gute Pferde im Stall zu haben, ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Manche Tiere schlagen sich zum Beispiel besser in Schneegebieten durch, wieder andere sind im Gegenzug besonders schnell unterwegs.
Aber wenn ihr ein bestimmtes Ross schon ins Herz geschlossen habt, bei dem leider die Werte noch nicht so ganz stimmen: keine Sorge. Ihr könnt sie trainieren! In der entsprechenden Übersicht seht ihr nämlich nicht nur, wo die Stärken eures Pferdes liegen, sondern auch, mit welchen Aktivitäten ihr die Fähigkeiten verbessern könnt.
Wollt ihr seine Willenskraft steigern, muss es zum Beispiel Angstzustände aushalten oder einer fast leeren Ausdauerleiste trotzen. Scharfes Anhalten oder Galoppieren verbessert hingegen die Geschicklichkeit.
Meine absolute Lieblingsmechanik verlangt dagegen nach einem Hengst und einer Stute, die sich ganz doll lieb haben - na ja, oder einfach zusammen in den Zuchtstall verfrachtet wurden. Kurze Zeit später erwartet euch dann nicht nur ein super putziges Fohlen, sondern nach einigen Tagen auch ein hervorragendes Reittier.
Quelle: PC Games
Fohlen sind nicht nur knuffig, sondern bekommen mit einer klugen Auswahl der Elterntiere auch sehr gute Fähigkeiten mit auf den Weg.
Bei der Zucht gibt es gleich zwei Dinge zu beachten: Sowohl die Fähigkeiten als auch die Optik des Elternpaars spielen eine Rolle. Bei der Auswahl der Pferde könnt ihr sehen, welche dominanten und rezessiven Gene bezüglich der Fellfarbe vorhanden sind.
Es spielt also eine wichtige Rolle, was die Eltern- und Großelterntiere bei der Zucht weitergeben. Ein spannendes Feature, das ich gerne öfter sehen würde - Genetik fand ich schon in der Schule faszinierend, auch wenn Naturwissenschaften sonst nie mein Ding waren.
Der neue Stern am Pferdespielhimmel?
Ich sehe schon, dass die meiste künftige Spielzeit dafür draufgehen wird, kompatible Tiere zu suchen und die niedlichen Fohlen durchzuknuddeln. Aber wenn ich meinen Blick mal kurz von der Niedlichkeit ab- und dem Gesamtbild zuwende: Erfüllt Die Legende von Khiimori nun meinen Pferdespieltraum?
Quelle: PC Games
Gerade die Lichtstimmung ist oft sehr schön, und es macht durchaus Freude, durch die offene Welt zu preschen. Es gibt aber noch recht viele Bugs in dem Early-Access-Spiel.
Noch nicht ganz, und das hat nicht mal was mit den zahlreichen Bugs zu tun, über die ich gestolpert bin - das Spiel braucht noch jede Menge Zeit und Liebe. Ein sehr solider Grundstein ist aber gelegt und man merkt, dass dort leidenschaftliche Entwickler am Werk sind, die vermutlich noch mehr in Pferde vernarrt sind, als ich es bin.
Es sind noch längst nicht alle Features ausgereift, aber es lassen sich jetzt schon viele gute Ideen finden, weswegen ich großes Potenzial sehe. Und das nicht nur für Khiimori, sondern auch für Spiele mit zentralen Pferdemechaniken im Allgemeinen.
Denn sowohl das Werk als auch das Feedback dazu beweisen, dass Interesse an so einer Gameplay-Ausrichtung da ist. Dass die Kuriermissionen und das Setting in der Mongolei nicht das sind, was ich mir für mein Pferdeabenteuer wünschen würde, ist natürlich Geschmackssache. Aber trotzdem ist das ambitionierte Projekt ein großer Schritt in die richtige Richtung und beweist, dass Pferdespiele so viel mehr sein können als rosa angestrichene Shovelware. Transparenzhinweis: Die Early-Access-Version wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
