Langeweile im Auenland: Darum enttäusch Tales of the Shire die Fans
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Das Auenland als Wohlfühl-Oase klang perfekt. Doch durch Technikprobleme und Langeweile wurde der Traum der Hobbithöhle in Tales of the Shire zur herben Enttäuschung.
Tales of the Shire: Ein "Der Herr der Ringe"-Spiel (Juli 2025)
Den krönenden Abschluss, wenn man es denn überhaupt so nennen kann, macht das erst in diesem Jahr erschienene Tales of the Shire: Ein "Herr der Ringe"-Spiel. In der gemütlichen Hobbit-Simulation sollte der Traum vieler Herr-der-Ringe-Fans wahr werden. Als Hobbit im Auenland unsere eigene Hobbithöhle gestalten, den Garten pflegen und uns an dem einfachen, gemütlichen und friedlichen Leben erfreuen: Eigentlich hätte sich dieser Titel praktisch von selbst gestalten sollen. Doch auch hier kam es anders. Leider haben die Entwickler unsere Anfrage auf ein Interview zur Entwicklung von Tales of the Shire abgelehnt, sodass wir auch hier auf allgemeine Recherche zurückgreifen müssen.
Wie der Creative Director Stephen Lambert im Mai 2025 während eines Interviews mit PlayStation.Blog verriet, entstand die Idee für Tales of the Shire während der Corona-Pandemie. Ziel sollte es sein, mit dem Spiel eine Art Rückzugsort aus einer Welt voller Stress und Ängste zu schaffen, an dem es sich ausschließlich um gemütliches Zusammensein, das Kochen köstlicher Gerichte und den Aufbau einer Community drehen sollte. Tales of the Shire sollte einen Platz des Friedens und der Erholung in schweren Zeiten bieten.
Quelle: PC Games
Das gemütliche Zusammensein mit den Bewohnern des Auenlandes sollte bei Tales of the Shire im Vordergrund stehen, entpuppte sich aber schnell als nervige Pflicht.
Offenbar wollte man sich dabei ein Vorbild an Animal Crossing: New Horizons nehmen, das gerade zu Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Spieler für sich gewinnen konnte. Und ihnen die Möglichkeit gab, sich gegenseitig auf ihren Inseln zu besuchen und friedlichen Aktivitäten wie Angeln nachzugehen. Ein Hobbit im Auenland sollte da den Nagel genau auf den Kopf treffen und dem Ganzen mit ordentlich Herr-der-Ringe-Flair noch eine fantastische Würze verleihen.
Dabei wollte man, laut Lambert, aber nicht nur Fans des Franchises abholen, sondern das Spiel für jedermann zugänglich machen. Stattdessen bauten die Entwickler jede Menge Easter Eggs und Referenzen zu Ereignissen und Personen der Bücher und Filme ein. Und auch viel Herzblut floss in die Entwicklung. Wie Lambert betonte, beeinflusste die Herr-der-Ringe-IP einen großen Teil seiner Kindheit und entfachte seine Liebe zum Fantasy-Genre. Tales of the Shire sollte, nach Aussagen des Creative Directors, ein Werk werden, über das Tolkien selbst glücklich wäre. Ob dem so wäre, können wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Ausgehend von dem, was Fans und Kritiker über das fertige Spiel berichten, bezweifeln wir allerdings, dass der Titel Tolkien wirklich gefallen hätte.
Quelle: PC Games
Mit einer gut gefüllten Speisekammer lassen sich köstliche Gerichte zaubern. Blöd nur, dass diese bis zum fertigen Mahl nur nach grauem Matsch aussehen.
Doch was ist am Ende nun wirklich schiefgelaufen? Nicht nur die Prämisse und das IP-erfahrene Team, sondern auch die Ambitionen scheinen alle gestimmt zu haben. Die vielen Verschiebungen des Releases ließen bereits auf eine problematische Entwicklung schließen. Und als das Spiel am 29. Juli 2025 endlich erschien, fühlte es sich noch immer unfertig an. Während Kritiker die technische Performance, die schwammige Grafik und fehlende Gameplay-Mechaniken kritisieren, bezeichnen die Fans den Titel schlichtweg als langweilig, eintönig und teilweise sogar lieblos. Auch eingefleischte Herr-der-Ringe-Fans konnten dem Spiel nur wenig abgewinnen und haben sich, insbesondere da es von Weta entwickelt wurde, deutlich mehr erhofft.
Warum das Spiel in einem solch katastrophalen Zustand auf den Markt gebracht wurde, können wir durch das fehlende Statement an dieser Stelle nur spekulieren. Doch wirft man einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte, so scheint auch hier der Faktor Zeit eine große Rolle gespielt zu haben. Möglicherweise wären einige der Inhalte noch einmal überarbeitet und weitere Interaktionsmöglichkeiten eingebaut worden, hätten die Entwickler mehr Zeit gehabt, ihre Visionen zu verwirklichen.
Wir wissen nicht, ob und inwiefern Druck seitens Private Division, die als Publisher fungierten, aufgebaut wurde. Deren Geschichte legt allerdings nahe, dass Weta Workshop ähnlich wie andere Entwicklerstudios unter Private Division mit engen Auflagen und strikten Fristen zu kämpfen hatte. Vielleicht ging den Herr-der-Ringe-Fans dadurch ein vielversprechendes Wohlfühl-Game mit Mittelerde-Lizenz verloren. Ob die Lizenz nun aber wirklich verflucht ist, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
