Herr der Ringe: Return to Moria: Darum ist das düstere Survival-Spiel der Lichtlick der Fans
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Für viele Fans das beste Herr-der-Ringe-Spiel der letzten 10 Jahre: Dank dieser Herangehensweisen konnte sich Return to Moria zum Fanliebling mausern.
The Lord of the Rings: Return to Moria (Oktober 2023)
Weiter geht's mit einem kleinen Lichtblick der Reihe. The Lord of the Rings: Return to Moria ist zwar ebenfalls kein Überflieger, hat es aber bei den Bewertungen auf Metacritic auf durchschnittliche 59 Punkte geschafft und erfreut sich auf Steam an 80 Prozent positiver Bewertungen bei über 9 000 abgegebenen Rezensionen. Auch wenn der Titel ein wenig unter dem Radar fliegt, so haben die Entwickler von Free Range Games es inzwischen geschafft, zumindest das Wohlwollen der Spieler auf ihre Seite zu ziehen.
Return to Moria spielt dabei im vierten Zeitalter von Mittelerde. Spieler schlüpfen in die Rolle der Zwerge, die versuchen, ihre Heimat Moria zurückzuerobern und die Mine tief im Berg wieder aufzubauen. Als Survival-Crafting-Spiel entwickelt, setzt der Titel auf genretypische Elemente wie Erkundung, Basisbau, Ressourcenabbau und natürlich den Kampf ums Überleben, eingebettet in die Welt von J.R.R. Tolkien.
Leider haben wir weder von den Entwicklern von Free Range Games noch vom Publisher North Beach Games eine Rückmeldung auf unsere Interview-Anfrage erhalten, sodass wir uns hier nur auf eigene Recherche und darauf basierende Spekulationen beziehen können.
Im Jahr 2020 startete das Team von Free Range Games mit der Entwicklung von Return to Moria. Ziel war es, ein ebenso episches wie einzigartiges Survival-Crafting-Game zu erschaffen. Dazu ließ sich das kalifornische Entwicklerstudio von beliebten Genre-Größen wie Subnautica, Valheim und The Forest inspirieren. Kombiniert mit der mythischen Welt der Tolkien-Romane war kein Volk besser geeignet, in ein knallhartes Survival-Setting gesteckt zu werden, als das der Zwerge - und wie jede gute Tolkien-Geschichte startet auch die Handlung von Return to Moria mit den Zwergen.
Quelle: Free Range Games
Eine gute Geschichte beginnt, wie so oft, mit einem bunten Haufen mutiger Zwerge.
Game Director Jon-Paul Dumont hatte mit dem gesamten Team schon immer ein Herz für Zwerge und wollte daher eine authentische Geschichte rund um das Volk unter dem Berg erzählen. Dabei standen sogar Szenarien rund um Khazad-dûm und Erebor nach dem Tod von Smaug im Raum. Obwohl jede dieser Geschichten einen interessanten Ansatz gehabt hatte, entschied sich das Team schlussendlich dazu, die von Tolkien im Anhang der Romane beschriebene Heimkehr der Zwerge zu erzählen, da sich diese Geschichte als die bedeutsamste anfühlte.
Damit war der Zeitraum, in dem das Ganze stattfinden sollte, gesetzt. Im vierten Zeitalter nach den Geschehnissen aus Der Herr der Ringe stand dem Team eine nahezu unberührte Welt zur Verfügung, in der es seine Geschichte frei erzählen und an sein eigenes Verständnis der Gegebenheiten in Mittelerde anpassen konnte. Sobald dieser Rahmen festgelegt war, half das Setting, die Geschichte und die Spielmechaniken von Return to Moria zu konstruieren und auszubauen.
Quelle: Free Range Games
Ein Blick in die Weiten von Khazad-dûm lässt viel von seiner einstigen Pracht erahnen ... und ist auch atmosphärisch ein echter Hingucker.
Wohl wissend, dass die Arbeit mit einer so populären und geliebten Lizenz mit der immensen Verantwortung einhergeht, etwas Authentisches zu schaffen, das trotz seiner Einzigartigkeit der Vision Tolkiens entspricht, hat das Team keine Mühen gescheut, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Dazu habe nicht nur jeder Einzelne die Bücher gelesen und sich anschließend gemeinsam mit dem Rest des Teams in einem Buchclub ausgetauscht. Man habe ebenfalls gründliche Recherchen zu Tolkien und seinen Werken betrieben und ausgewiesene Experten, wie den Tolkien-Professor Corey Olsen und David Salo, Erfinder der Zwergensprache, als Berater hinzugezogen.
Allem Anschein nach haben sich die Mühe des Teams und dessen Liebe zum Franchise durchaus bezahlt gemacht. Auch wenn die Fachpresse Return to Moria eher durchschnittlich bewertet hat - Grund dafür waren meist unsaubere Spielmechaniken und ein chaotischer Multiplayer-Modus -, so haben Fans den Titel inzwischen in ihre Herzen geschlossen.
Quelle: North Beach Games
Das Zwergenhandwerk zu erlernen und neue Waffen und Ausrüstung zu schmieden, ist getreu der Tolkien-Lore das A und O in Return to Moria.
Besonders die Umsetzung des Herr-der-Ringe-Universums, die Atmosphäre und der Zwergengesang, für den übrigens von Tolkien selbst geschriebene Lieder verwendet wurden, werden von den Spielern auf Steam lobend hervorgehoben.
Auch wenn Return to Moria noch immer ein paar technische Macken und ein etwas unzugängliches Kampfsystem aufweist, ist es doch die beste Lizenzumsetzung der letzten zehn Jahre. Darin sind sich sowohl Kritiker als auch Spieler einig. Mit einer angemessenen Vorlaufzeit, einer guten Vision, viel Recherche und der Unterstützung fachkundiger Experten steht also auch die Herr-der-Ringe-Lizenz unter einem guten Stern. Das Team von Free Range Games konnte also bereits beweisen: Herr-der-Ringe-Fans mit einem guten Mittelerde-Spiel zu überzeugen, ist nicht unmöglich.
