Deliver us Mars im Test: Die emotionale Reise der Kathy Johannson auf den roten Planeten

Test Matthias Dammes
Deliver us Mars im Test: Die emotionale Reise der Kathy Johannson auf den roten Planeten
Quelle: Frontier Foundry

Wir sind zum Test von Deliver us Mars zum roten Planeten geflogen und haben Kathy Johannson bei ihrem Abenteuer über die Schultern geschaut. Erlebt haben wir ein packendes Adventure, das vor allem im Hinblick auf Storytelling und Inszenierung gegenüber dem Vorgänger hervorragend weiter entwickelt hat.

Mit ihrer Artemis-1-Mission hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA erst kürzlich den ersten Schritt gemacht, um in absehbarer Zukunft nach über 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond zu schicken. Dabei soll die Rückkehr zum Erdtrabanten nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Mars sein. In Deliver us Mars der niederländischen Indie-Entwickler von Keoken Interactive ist das keine Zukunftsmusik mehr. Das Weltraumabenteuer ging glücklicherweise nicht durch die gleichen Entwicklungsschwierigkeiten wie sein Vorgänger Deliver us the Moon. Mit Frontier Developments stand von Anfang an ein starker Partner als Publisher an der Seite der Entwickler. Dass das Team diese tatkräftige Unterstützung nutzt, um das Qualitätslevel im Vergleich zum Vorgänger sichtbar zu steigern, fiel uns bereits beim ersten Anspielen während der Gamescom 2022 auf. Doch überzeugt das Spiel auch in Gänze? Dieser Frage sind wir im Test auf den Grund gegangen.

Reach for the Stars

Etwa zehn Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers hängt die Zukunft der Menschheit weiterhin an einem seidenen Faden. Der Zustand der Erde verschlimmert sich, unser schöner blauer Planet droht zum unbewohnbaren Felsen zu werden. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer, als die World Space Agency ein Lebenszeichen der drei Archeschiffe auffängt, mit denen die Bewohner der Mondkolonie im Vorfeld der Handlung des Vorgängers verschwunden waren.

Das Signal kommt von Planeten Mars. Es besteht die Hoffnung, dass mit der fortschrittlichen Technologie dieser Schiffe das Überleben der Menschheit gesichert werden kann. Immerhin haben es die Kolonisten offenbar ein Jahrzehnt lang auf dem lebensfeindlichen Mars ausgehalten. Also wird kurzerhand eine Rettungsmission ins Leben gerufen, bei der vier Astronauten zum roten Planeten geschickt werden, um die Archen zur Erde zurückzuholen.

Zum Team gehört die junge Kathy Johannson, von der wir in diversen Aufzeichnungen bereits im ersten Teil erfahren haben. In der Rolle der begabten Astronautin und Technikerin stellen wir jedoch recht schnell fest, dass auch auf dem Mars mysteriöses vor sich geht und wir den Geheimnissen der Kolonie auf die Spur gehen müssen. Deliver us Mars im Test. (13) Quelle: Frontier Foundry Deliver us Mars im Test. (13)

Neues Erzählniveau

Der grundlegende Spielablauf ähnelt dem des Vorgängers stark. Wir beginnen mit der Reise zum Mars und erleben dabei zunächst ein paar Spielabschnitte in der Schwerelosigkeit, bevor es auf die Oberfläche des Planeten geht, wo wir eine offenbar verlassene Kolonie erkunden. Dabei finden wir immer wieder Datenpads, Chatlogs und holografische Aufzeichnungen, die uns Einblick in die Geschehnisse geben. Stück für Stück ergibt sich für uns ein Bild dessen, was mit den Kolonisten passiert ist. Im Gegensatz zum Vorgänger gehen die Entwickler diesmal aber auch über diese Elemente hinaus, um ihre Geschichte zu erzählen.

Am auffälligsten ist dabei, dass das Team diesmal deutlich mehr auf eine richtige Inszenierung ihrer Story setzen. Protagonistin Kathy ist nicht nur ein stummer Beobachter wie der Protagonist im Vorgänger. Stattdessen stellt sie die zentrale Figur der Geschichte dar, die Gedanken verbal äußert, auf Holoaufzeichnungen reagiert und in Zwischensequenzen mit der Spielwelt und anderen Personen interagiert. Ja, richtig! Deliver us Mars ist kein einsames Abenteuer mehr, in dem wir nie eine andere menschliche Seele zu Gesicht bekommen. Kathy bricht zum Mars mit drei weiteren Kollegen auf, die ebenfalls Teil der Geschichte sind.

Hinzu kommt, dass wir immer wieder durch Flashbacks in die Vergangenheit unserer Protagonistin eintauchen. Die Erzählung wird dadurch auf ein ganz anderes emotionales Niveau gehoben und verleiht unseren Handlungen und den Erlebnissen der Heldin deutlich mehr Tiefe. Das Spiel schafft es, sogar den Erlebnissen aus dem ersten Teil zusätzlichen Wert zu verleihen, da es immer wieder zu Anspielungen auf die Ereignisse auf dem Mond kommt. Der Protagonist des Vorgängers erhält sogar endlich einen Namen. Hier zahlen sich die gesammelte Erfahrung der Entwickler und das höhere Budget definitiv aus.

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