Die Lore von Dark Souls fasziniert Fans bis heute. Autor Malik wagt einen Streifzug durch das düstere Fantasy-Universum und erzählt euch die Geschichte durch die Augen der Figuren, die sie geprägt haben. Teil 3 ist ein flüchtiger Traum ...
"Wird sie mich von meinem Fluch erlösen können?"
Quelana summte leise mit den Mücken, die sich in Dunkelheit wogen. "Niemand wird diesen Fluch brechen können."
"Das Monster seid Ihr selbst."
Auf der anderen Seite des Sumpfes stieß ich auf einen Höhleneingang, d wie ein Loch zwischen Spinnweben und Schlamm klaffte. Ich trat in die schmale Stolle. Verkommene Kreaturen, deren Rücken von Spinneneiern überwuchert waren, bewohnten das Gewölbe. Der Raum weitete sich, und das Gestein, das ich nun unter meinen Füßen spürte, trug die Signatur einer längst vergangenen Zivilisation. Dies musste der berüchtigte Abstieg nach Izalith sein. Quelanas einstige Heimat.
Ein kühles Zittern wanderte über meine gerötete Haut. Im Augenwinkel blitzte die Glocke auf. Ein Zischen, ein Fauchen, hallte durch die Dunkelheit. Meine Augen folgten dem Geräusch, bis sie auf ein Licht trafen. Kein gewöhnliches Licht - es war hinreißend, bezaubernd. Eine Frau, von einer Schönheit jenseits allen Verstehens, glitt wie ein Schatten durch die Ruine. Ihr schwarzes Haar umhüllte ihren nackten Oberkörper, und ihr stechender Blick streifte mit einer Intensität über die blutrote Rüstung, die ich trug.
Dann, in einer fließenden Bewegung, entzündete sich ein Schwert in ihrer Hand, und das Licht traf ihren Körper. Doch statt der ersehnten Anmut, die mich anfangs fasziniert hatte, entblößte sich eine erschreckende Monstrosität: Aus ihrem Unterleib ragte ein riesiges, haariges Spinnengeschöpf, dessen unzählige Zähne und schimmernde Augen unablässig nach mir suchten.
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"Verdorben bis auf Knochen und Mark ...", raunte ich. Sie musste eine der Schwestern Quelanas sein, korrumpiert von der Macht ihrer Mutter.
Ich zog meine Klinge. Ein Versprechen hatte ich Quelana nicht gegeben, aber das Schwert von Astora war mehr als nur eine Waffe - es war ein Eid, die Dunkelheit zu durchschneiden, wo auch immer sie sich zeigte.
Die Spinnenfrau hob das Schwert, ihre Knochen verzerrten sich unter der Last des Fluches. Mit einem flinken Sprung fand das Ungeheuer seinen Weg zu mir. Zwei Hiebe der flammenden Klinge rissen fast meinen Kopf von den Schultern, ein dritter Schnitt grub sich tief in meinen Arm. Kochendes Blut zischte an der Wunde empor. Ich schrie auf. Die Fangzähne der Spinne blitzten in der Dunkelheit auf, lechzten nach meinem Fleisch. Ich rollte mich unter ihrem Körper hinweg, Schmutz und Hitze kribbelten in meinem Gesicht.
Mit einem verzweifelten Hieb stach ich das Ungetüm in den Bauch, und das erste Blut floss, dick und dunkel. Die Spinne zog sich zusammen, ihre Gliedmaßen zitterten. Doch ehe ich meine Klinge aus dem Fleisch ziehen konnte, drang ein kreischendes Feuer aus dem Inneren der Spinne. Der Flammenwind ergriff mich, zog mich mit sich, und schmolz meine Rüstung, die sich klebrig über meine Haut fraß.
Inmitten der Hitzewelle rieb ich mir die Tränen aus dem Gesicht. Flüssiges Eisen vereinte sich mit meinen Muskeln und Knochen. Ich hob das Schwert, das von den Flammen glühte, und mit einem letzten Hieb trennte ich der Frau den Kopf ab. Doch bevor der Stahl ihre Haut erreichte, blitzten ihre Gedanken kalt und klar in meinem Kopf auf: Ich hatte lediglich versucht, meine Schwester zu beschützen. Nicht ich bin die Monstrosität. Ihr seid es. Der Spinnenleib fiel reglos in sich zusammen. Ich hielt ihren Kopf hoch, das schwarze Haar in meinen zitternden, verbrannten Fingern.
