Verkommt die Spiele-Industrie zu einer Casual-Masse? Müssen wir alle irgendwann SingStar und Kawashima spielen?
EyeToy Kinetic Combat
1998 erkannte Nintendo als Erster, dass man den Trend zu immer aufwendigeren Games stoppen muss, denn hierdurch wird ein Großteil der Bevölkerung ausgegrenzt. Mit Pokémon schuf Nintendo ein simples und doch faszinierendes Game, das auf die Urinstinkte des Menschen – Jagen und Sammeln – abzielt. Bis zum heutigen Tag ging Nintendo den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, erfand intuitive Steuerungskonzepte bei DS und Wii. Der Erfolg gibt „Big N“ recht: Nintendo ist in allen Territorien Marktführer! Die Konter der Konkurrenz kamen spät, aber sie kamen. Sony setzt seit 2004 auf SingStar, EyeToy und Buzz!, Microsoft mittlerweile auf ähnliche Produkte mit anderen Namen sowie auf den Online-Service Xbox Live mit Dutzenden Casual Games wie Uno, Poker oder Brettspiel-Umsetzungen, etwa Die Siedler von Catan.
Paradebeispiel GTA IV
GTA IV
Auch Hardcore-Games werden massentauglicher. Aktuellstes Beispiel für ein „casualiges Hardcore-Game“ ist Grand Theft Auto IV. Nicht nur, dass der aktuelle Teil der Blockbuster-Reihe sehnlicher von der Videospielwelt erwartet wurde als kaum ein anderer Titel zuvor, er ist auch ein Glanzstück dessen, was passieren kann, wenn ein Spiel vom Anfang bis zum Schluss perfekt durchgestylt ist. Dass GTA IV spielerisch über jeden Zweifel erhaben ist, war schon im Vorfeld der Veröffentlichung zu erwarten.
Dass man aber gerade Frustelemente wie das Speichersystem oder die Mechanik beim Schießen ausgemerzt hat, zeigt, wie wichtig Entwickler Rockstar Games Massenkompatibilität war. Auch bei den Punkten „moderater Schwierigkeitsgrad“ und „Tutorial“ ist GTA IV ein Musterbeispiel. Selbst nach 20 Stunden Spielzeit ploppen im oberen Eck immer noch Hinweise zu neuen Funktionen auf.
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