Crysis: Unsere Review des Edel-Shooters

Test Jochen Gebauer

Weil Nordkoreaner buddeln gehen, müsst Ihr die Welt retten. Vor buddelnden Nordkoreanern. Und ausgebuddelten Aliens.

Informationsvorsprung

Crysis: Unsere Review des Edel-Shooters Die Geschichte von "Crysis" beginnt vielversprechend: ein bisschen "Predator", ein bisschen "Lost", ein bisschen "Indiana Jones". Paradoxerweise leidet "Crysis" aber unter seiner eigenen Popularität, denn während Prophet, Jester und Co. noch rätseln, was auf der Insel vor sich geht, wissen "Crysis"-Interessierte aus unzähligen Vorschau-Artikeln längst Bescheid.

Die ersten Spielstunden verbringen Sie also damit, Dinge herauszufinden, die Sie bereits wissen. Dass die Archäologen ein Alien-Schiff ent-deckt haben, zum Beispiel. Oder dass es die Nordkorener gar nicht erwarten können, jenes Schiff in die Hände zu bekommen, um die Achse des Bösen noch ein bisschen böser zu machen.

Sie merken es schon: An die Tiefe eines "Bioshock" kommt die "Crysis"-Story nicht heran; dazu ist der Plot zu abgedroschen, sind die Charaktere zu klischeehaft. Indes: Im Vergleich zur hanebüchenen "Far Cry (dt.)"-Geschichte liefert "Crysis" solide SF-Unterhaltung. Nicht originell, aber flott erzählt und gekonnt in Szene gesetzt. Und ohne die unfreiwillige Komik des Vorgängers.

Die Qual der Wahl

Crysis: Unsere Review des Edel-Shooters So banal die Story ist, so perfekt inszeniert Crytek das eigentliche Gameplay. Während Sie sich beispielsweise in "Half-Life 2" wie auf Schienen von einem geskripteten Event zum nächsten bewegen, stehen Ihnen die elf "Crysis"-Missionen nahezu offen. Wer will, der darf fröhlich ballernd zum nächsten Missionsziel marschieren. Wer nicht will, der erkundet zwischendurch die wunderschöne Botanik und erfüllt kleinere Nebenaufgaben.

So steht es Ihnen frei, ob Sie zu einem Frontalangriff auf einen nordkoreanischen Panzerstützpunkt blasen oder lieber die Flugabwehrgeschütze ausschalten und die feindlichen Tanks Ihrer Luftunterstützung überlassen. Andere sekundäre Missionen belohnen Sie mit Munition, Waffen oder Details zum Story-Hintergrund.

Ebenso vielfältig sind Ihre taktischen Optionen. Schießwütige Rambos dürfen natürlich mit rauchenden Colts die gegnerische Basis erstürmen, sollten dabei aber nicht beide Finger am Abzug haben – einer wäre auf der Quickload-Taste nämlich besser aufgehoben. Wer behutsam vorgeht und seine Spezialfähigkeiten ausnutzt, der braucht zwar etwas länger, ist dafür aber auch deutlich kürzer mit Neuladen beschäftigt.

Kurz: "Crysis" ist beileibe kein Run-and-Gun-Shooter; meist ist es sinnvoller, feindlichen Patrouillen auszuweichen, Wachen in einer ruhigen Minute von hinten niederzustrecken und ganz allgemein kein allzu großes Klimbim zu veranstalten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Sie – wie schon in "Far Cry" – relativ schnell das Zeitliche segnen, wenn Sie frontal unter Beschuss genommen werden. Clevere Spieler observieren das Feindgebiet also zunächst per Fernglas, bevor sie einem Sniper vor die Flinte laufen.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk