In Crypt Custodian erleben wir ein grandioses Metroidvania in einer ungewohnten Perspektive. Sobald wir im Jenseits die Rolle des Hausmeisters ergreifen, beginnt ein charmantes Abenteuer mit niedlichen, aber auch melancholischen Momenten.
Das wird besonders relevant, wenn wir uns einen Fluch im Austausch gegen einen Upgrade-Punkt auferlegt haben. Dann konnten wir uns einfach zu den schwächeren Gegnern aus dem ersten Gebiet teleportieren.
Wenn wir 15 Monster erlegen, ist der Fluch nämlich gebrochen, den Upgrade-Punkt dürfen wir aber behalten. Dass wir die Herausforderung damit quasi aushebeln konnten, finden wir etwas schade, aber auch nicht weiter tragisch, immerhin mussten wir uns aktiv dafür entscheiden.
Quelle: Top Hat Studios
Immerhin stellen uns dafür die Bossgegner in jedem Gebiet auf die Probe. Die sind nicht nur fantastisch in Szene gesetzt, sondern halten logischerweise um einiges mehr aus als die herkömmlichen Bestien.
Obwohl sie überall verwundbar sind, waren manche davon zäher als andere. Sobald wir das Angriffsmuster richtig erkannt haben, sind die meisten Obermotze für unseren Borstenstiel aber kein Problem mehr.
Den Endboss haben wir nach ungefähr 12 Stunden besiegt und danach bietet sich immer noch die Möglichkeit, die Karte komplett zu erkunden. Doch auch für Zusatzcontent ist gesorgt. Wir haben deshalb die Gelegenheit genutzt, die 100% zu erreichen, und empfehlen euch, das auch zu tun. Dafür haben wir ungefähr 16 Stunden gebraucht.
Neun von zehn Leben
Wir haben kaum Kritikpunkte an Crypt Custodian. Schließlich gibt uns die Technik der PC-Version keinen Grund zum Katzenjammern. Meckern können wir nur an der Originalität des Spiels, weil Metroidvania-Kennern viele der Elemente schon aus anderen Aushängeschildern des Genres bekannt vorkommen werden.
Die Vogelperspektive als größter Twist wirkt im Vergleich zu anderen Metroidvanias im Nachhinein gar nicht so einzigartig. Die neuen Fähigkeiten eignen sich gut für Rätsel, aber bringen kaum Abwechslung ins Kampsystem, das insgesamt wahrscheinlich der einzige richtige Kritikpunkt ist.
Natürlich ist Crypt Custodian keine düstere Rätselsammlung wie Animal Well oder ein Action-Fest wie Prince of Persia, aber es versucht auch gar nicht, das zu sein.
Es spielt die Stärken seiner Charaktere, Spielwelt, Atmosphäre und Secrets genau richtig aus und weiß zu überzeugen. Bis auf das Kampfsystem strotzt es vor Abwechslung, die uns gebannt durch das Jenseits treibt. Transparenzhinweis: Für den Test wurde eine Review-Fassung des Spiels vom Entwickler bereitgestellt.
