Crypt Custodian im Test: Das niedlichste Metroidvania des Jahres!

Test Christopher Holler Stefan Wilhelm
Kater Pluto schau mit seinen großen Augen in die Kamera.
Quelle: Top Hat Studios

In Crypt Custodian erleben wir ein grandioses Metroidvania in einer ungewohnten Perspektive. Sobald wir im Jenseits die Rolle des Hausmeisters ergreifen, beginnt ein charmantes Abenteuer mit niedlichen, aber auch melancholischen Momenten.

Eine ausgezeichnete Todesqualität

Das Gameplay von Crypt Custodian wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Metroidvania: Anstatt eines 2D-Sidescrollers wie Metroid oder Castlevania ist das Spiel nämlich ein Abenteuer aus der Vogelperspektive, wie ein traditionelles The Legend of Zelda.

Pluto blickt von einer Plattform hinab. Quelle: Top Hat Studios An den neuen Blickwinkel gewöhnen wir uns schnell und kommen in den Genuss von Action-Platforming auf höchstem Qualitätsniveau. Das überzeugt mit überdurchschnittlicher Fairness: Obwohl die Plattformen, auf denen wir uns bewegen, von einem Abgrund umgeben sind, laufen wir nur Gefahr, abzustürzen, wenn wir manuell springen.

Beim Laufen oder Rollen behalten wir stets festen Boden unter den Füßen, weil wir dann von unsichtbaren Mauern auf den Plattformen gehalten werden. Zur Orientierung ist unter Pluto außerdem ein Kreis eingezeichnet, der unseren Landepunkt markiert.

Auch ein paar Rätselpassagen haben sich auf Samtpfoten eingeschlichen. Die sind zwar nicht allzu schwer, doch sie bieten nette Abwechslung zu Räumen, die lediglich mit Gegnern gefüllt sind.

Wir streunen durch eine riesige Welt, die uns gar nicht so riesig vorkommt. So schalten wir für Pluto den üblichen Metroidvania-Dash frei und nutzen die fair gesetzten Schnellreisepunkte in Form von Katzenschreinen. Dort können wir außerdem speichern, unsere Gesundheit auffüllen und unsere ausgerüsteten Verbesserungen bearbeiten.

Ein Katzenschrein, der als Speicherstation und Schnellreisepunkt fungiert. Quelle: Top Hat Studios Sobald wir einen Schrein erreichen, setzt das Spiel auch automatisch einen Checkpoint, was den Frust stark minimiert. Außerdem können wir jederzeit zu bereits besuchten Schreinen reisen, wodurch sich das für Metroidvanias typische Backtracking sehr schmerzfrei gestaltet.

Die Karte selbst bietet viele offene Gänge, aber auch eine große Menge verschlossener Pfade, die wir erst mit neuen Fähigkeiten bestreiten können. Dabei ist Crypt Custodian linearer als beispielsweise Animal Well, aber lässt uns vom Gefühl her mehr Freiheiten als ein Metroid Dread.

Spiel mir das Lied vom Tod

Besonders aufgefallen ist uns der atmosphärische Soundtrack. Die Stücke sorgen für ein nahezu meditatives, melancholisches Gefühl, das hervorragend zum Jenseits passt. Schließlich erwarten wir in der Unterwelt keine Ohrwurmmelodien, doch der eine oder andere Cat-Jam-Moment bleibt uns dennoch nicht verwehrt.

Eine Statue von einer Froschdame Quelle: Top Hat Studios So finden sich auch ein paar Tracks für actionreichere Passagen, die für Abwechslung sorgen. In Kombination mit den großartigen Soundeffekten ist die Tonkulisse einfach großartig.

Ebenso auffällig wie die Musik ist der simple, aber niedliche Grafikstil: Während Pluto mit seinen großen Augen und der roten Kleidung immer klar im Mittelpunkt steht, können auch die anderen Figuren überzeugen. Ein paar davon haben ein Gesicht, das wir lediglich mit "uwu" umschreiben können. Obwohl die Ästhetik leicht an den Indie-Hit Death's Door erinnert, entsteht in Kombination mit den wunderschönen und einzigartigen Gebieten ein tolles Wiedererkennungsgefühl.

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