Constance verbindet Metroidvania-Elemente mit Adventure-Stärken, emotionaler Story und kreativem Stil. Unser Test zeigt, warum das Spiel trotz kleiner Schwächen 2025 ein echter Geheimtipp sein könnte.
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Bereits im Vorfeld wurde Constance oft als das deutsche Hollow Knight bezeichnet. Das Metroidvania war zu Release bekanntlich ein riesiger Erfolg und erhielt mit Silksong dieses Jahr auch endlich den heiß ersehnten Nachfolger. Constance von Entwickler btf Games sieht den beiden Indie-Hits aus Australien auf den ersten Blick ziemlich ähnlich.
Und ja, der Vergleich ist nicht komplett falsch, denn die beiden Spiele haben tatsächlich viel gemeinsam. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn in Constance treffen mehrere Genres aufeinander. Wir würden es als eine Mischung aus Adventure und Metroidvania bezeichnen. Doch immer schön der Reihe nach...
Gestrandet in einer fremden Welt
Um zu verstehen, mit was für einer Art von Spiel wir es hier zu tun haben, müssen wir zuerst mal ein paar Dinge zur Story sagen. Die beginnt damit, dass Protagonistin Constance in einer für sie fremden Welt aufwacht. Bald wird deutlich, dass sie dort nicht freiwillig gelandet ist. Sie möchte also einen Weg nach Hause finden - wo auch immer das ist.
Ihr erstes Ziel ist die nahe Stadt Cormeum. Angeblich kann der dortige Bürgermeister ihr weiterhelfen. Vom freundlichen Händler Quip bekommt sie außerdem gleich eine Karte der Spielwelt. Das macht die Orientierung auf jeden Fall deutlich einfacher.
Angekommen im Stadtzentrum erhält Constance aber keine große Hilfe. Denn der einzige Weg fort von hier ist der Cormeum-Express, der zurzeit außer Betrieb ist. Dieser wird von magischen Fäden festgehalten, die bisher niemand durchtrennen konnte. Es wird also eure Aufgabe sein, das irgendwie hinzukriegen.
Wie schon bei ihrem letzten Spiel The Berlin Apartment beweisen die Entwickler von btf Games, dass ihre große Stärke im Storytelling liegt. Die Geschichte von Constance wirkt zwar am Anfang noch etwas kryptisch, aber nach und nach könnt ihr sie euch wie ein Puzzle zusammensetzen. Das bleibt bis in die letzten Spielstunden motivierend.
Quelle: PC Games
Gelegentlich gibt es Minigames wie dieses, in dem Constance durch Quick-Time-Events auf der Geige spielen muss.
Eine Sache müssen wir aber unbedingt erwähnen: Constance wagt sich im Laufe der Story auch an sehr ernste Themen. Direkt am Anfang des Spiels erhaltet ihr einen Hinweis, dass unter anderem Depressionen und Angststörungen eine Rolle spielen. Wer hier aufgrund der niedlichen Grafik ein Feelgood-Game erwartet, sollte lieber die Finger davonlassen.
Es wird aber nie so düster, dass man davon permanent runtergezogen wird. Die meiste Zeit über können wir uns einfach an der wunderschön-mystischen Welt von Constance erfreuen. Dafür sorgt auch der schöne Zeichenstil, der zu ihr einfach perfekt passt.
So geht interessantes Leveldesign!
Und wo wir gerade von der Optik des Spiels sprechen - die ist auf jeden Fall gelungen. Die Animationen sehen sehr flüssig und aufwendig aus. Jedes der unterschiedlichen Gebiete hat außerdem nicht nur sein eigenes Farbschema, sondern auch eine ganz eigene Atmosphäre.
Letztere entsteht nicht zuletzt auch durch den großartigen Soundtrack des Spiels. Er wurde sehr passend ausgewählt. Von den pompösen Melodien in den Bosskämpfen bis hin zu den dezenten Tracks in den ruhigeren Sequenzen - die Musik unterstreicht sehr gut die jeweiligen Stimmungen, die in den verschiedenen Gebieten herrschen.
Die abwechslungsreichen Level gehören auf jeden Fall zu den Vorzügen des Spiels. Allerdings gibt es innerhalb der Gebiete manchmal Passagen, die sich für unseren Geschmack etwas zäh anfühlen und einfach nur anstrengend sind. Das Spiel fordert von euch viel Timing, was leider durch die etwas umständliche Steuerung erschwert wird.
Quelle: PC Games
Für jeden Bossgegner gibt es eine bestimmte Strategie, die ihr erst mal herausfinden müsst. Das Schleimmonster etwa ist nur an den Augen verwundbar.
Andererseits muss man aber sagen, dass Constance ein eher einsteigerfreundliches Metroidvania ist. Die Karte ist im Vergleich zu einem Hollow Knight: Silksong doch eher übersichtlich und es gibt deutlich weniger verschachtelte Gänge. Und auch in einigen anderen Aspekten ist das Spiel nicht ganz so gnadenlos wie seine Konkurrenten.
Ihr findet in der Spielwelt oft genug Schreine, an denen ihr euch ausruhen und nach einem gescheiterten Kampf wiedereinsteigen könnt. Das gelungene Leveldesign kommt euch hier zugute, denn ihr könnt immer wieder Abkürzungen freischalten, die euch unnötige Laufwege ersparen.
Und noch ein hilfreiches Feature: Im Eisenhain trefft ihr den hilfsbereiten Roboter Robert, der euch eine Kamera gibt. Damit könnt ihr jederzeit Fotos von bestimmten Orten machen, um euch besser an sie zu erinnern.
