Constance überzeugt mit kreativen Kämpfen, emotionaler Story und gutem Leveldesign. Lest jetzt das Fazit zum Abenteuer-Metroidvania.
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Schläge austeilen mit dem Pinsel
Gleich am Anfang des Spiels erhaltet ihr einen riesigen Pinsel, der auch eure einzige Waffe im Spiel ist. Metroidvania-typisch lässt er sich aber natürlich auch upgraden. Das passiert auf zwei Arten. Zum einen schaltet ihr im Verlauf der Story neue Pinseltechniken frei. Die ermöglichen Constance neue Kräfte, die sie nutzen kann.
Mit dem Farbsprint kann sie sich zum Beispiel kurzzeitig in Farbe verwandeln und dadurch für einen Moment unverwundbar werden. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern wird im Spiel sehr wichtig für Kämpfe und Kletterpassagen. Das kostet allerdings immer Farbe. Die funktioniert hier mehr oder weniger wie in anderen Spielen Ausdauer.
Quelle: PC Games
Sobald ihr Clara aus der Zitadelle befreit habt, kann sie eure Inspirationen verbessern. Das kann ein großer Vorteil im Kampf sein.
Daneben könnt ihr noch Inspirationen freischalten. Das sind passive Fähigkeiten, die ihr in Slots ausrüsten müsst, um sie zu aktivieren. Am Anfang des Spiels könnt ihr nur eine einzige nutzen, später könnt ihr neue Slots für bessere Fähigkeiten bekommen. Außerdem könnt ihr schon erhaltene Inspirationen bei Clara verbessern, sobald ihr sie gefunden habt.
Schon beim Design der Standard-Gegner haben sich die Entwickler sehr kreativ gezeigt. Die etwas schwächeren Gegner sehen beispielsweise so aus, als wären sie einfach aus wenigen Teilen wie Schrauben, Zahnrädern und anderem Schrott zusammengesetzt worden. Es dauert aber auch nicht lange, bis euch im Spiel die etwas härteren Brocken begegnen.
Coole Bosskämpfe, aber etwas clunky
Bei den Bosskämpfen gilt das gute alte Trial-and-Error-Prinzip: Ihr betretet die Boss-Arena und werdet für die ersten ein oder zwei Versuche erstmal komplett verdroschen. Dann werdet ihr entweder eine Schwachstelle finden oder das Angriffsmuster irgendwann gut genug kennen. Auch hier ist die fummelige Steuerung leider keine große Hilfe.
Insgesamt müssen wir aber zugeben, dass sich alle Bosskämpfe am Ende machbar angefühlt haben. Wie aber schon bei Silksong solltet ihr eine Menge Geduld mitbringen. Hier habt ihr zumindest den Vorteil, immer den Lebensbalken im Blick zu haben. Den könnt ihr aber auch in den Optionen abschalten, wenn ihr es euch noch spannender machen wollt.
Quelle: PC Games
In der Stadt Cormeum könnt ihr jederzeit Quips Laden aufsuchen, um euch mit hilfreichen Items zu versorgen. Er gibt euch außerdem die Aufgabe, seine Cousins zu finden.
Generell lässt euch das Spiel sehr viel Entscheidungsfreiheit. Wenn ihr im Kampf sterbt, stellt euch das Spiel übrigens immer vor die Wahl: Ihr könnt entweder zum letzten Schrein zurückkehren und von dort aus starten oder direkt im selben Screen einsteigen, in dem ihr gestorben seid.
Wenn ihr euch für die letztere Option entscheidet, werden allerdings alle Gegner etwas stärker und Constance hält weniger aus. Das werdet ihr vor allem in den Bosskämpfen merken. Da das Spiel aber nur selten lange Laufstrecken zwischen den Schreinen und Bossen hat, gab es für uns nur selten einen Grund, dieses Feature zu benutzen.
Unter dem Pinselstrich
Am Ende müssen wir also zwei Fragen klären. Erstens: Ist Constance ein gutes Adventure? Und zweitens: Ist es ein gutes Metroidvania? In beiden Fällen lautet die Antwort ja. Vergleicht man es jedoch mit anderen Metroidvania-Franchises wie Hollow Knight oder Ori, haben die eher die Nase vorn.
Quelle: PC Games
Das Leveldesign in Constance ist wirklich gelungen. Die Astrale Akademie gehört zu den eindrucksvollsten Orten im Spiel.
Die fühlen sich nämlich insgesamt einfach noch etwas runder an und setzen ihre Ideen noch konsequenter um. An manchen Stellen fühlt sich Constance beim Gameplay einfach noch so an, als würde der letzte Feinschliff fehlen. Ein paar Soundbugs hier und da hatten wir auch, wenn auch nichts Dramatisches.
Dafür hat das Spiel aber den Trumpf, dass es als Adventure mindestens genauso gut funktioniert. Den Fokus hier auf die Story zu legen, war eine clevere Entscheidung. Denn wir wollten zu jedem Zeitpunkt wissen, wie es mit der Geschichte von Constance weitergeht.
Meinung
Entwickler btf Games scheint inzwischen eine kleine Tradition entwickelt zu haben, sich in ihren Spielen an besonders heikle Themen zu wagen. In ihrem letzten Spiel waren es Einzelschicksale in Berliner Wohnungen während der NS-Diktatur. Nun sind es Traumata aus der Vergangenheit, die verarbeitet werden müssen.
Was wir dabei sehr erfrischend fanden: In Constance wird das Thema über weite Strecken sehr subtil behandelt. Und trotz der kleinen technischen Ärgernisse macht das Spiel unglaublich viel Spaß. Zum Schluss bleibt also nur noch eines zu sagen: Wir ziehen den Hut vor dir, Constance, denn du hast uns beeindruckt!
Transparenzhinweis: Für den Test wurde uns das Spiel vom Publisher zur Verfügung gestellt.
