Company of Heroes 3 im Test
Test 18,93 €
Nach Jahren der Entwicklung in enger Kooperation mit der Community ist Company of Heroes 3 endlich da. Wir klären im Test, was die Echtzeitstrategie kann.
Auf Sicht
Neben neuen Features wurden auch bekannte Systeme übernommen und an den richtigen Stellen verfeinert. So ist das sogenannte True-Sight-System wieder an Bord, das bestimmt, wie unsere Einheiten feindliche Truppen sehen können. Dabei werden realistische Sichtlinien unserer Einheiten berechnet. Befindet sich der Feind hinter einer Hauswand oder auch nur einer Nebelbank, ist er für uns nicht sichtbar - es sei denn, er gibt Geräusche von sich. Neu ist dabei, dass auch Höhe diesmal eine Rolle spielt. In den bergigen Umgebungen Süditaliens ist das besonders von Bedeutung. Wenn sich also Soldaten hinter einer Mauer verstecken, können sie trotzdem von einem deutlich höher positionierten Gegner erspäht werden.
Wieder mit dabei ist aber auch das alte Problem der Wegfindung. Schon im Vorgänger suchten sich die Truppen nicht immer die besten Wege, um zur befohlenen Position zu gelangen. Das haben wir auch in diesem Spiel wieder beobachtet. So haben in einer Mission etwa unsere Infanteristen einen umständlichen Umweg um eine kleine Siedlung gemacht, während ein Panzer direkt durch eine Lücke in einer Böschung gefahren ist. Nun kann uns aber keiner erklären, dass ein paar Fußsoldaten nicht durch einen Pfad passen, durch den sich ein Sherman quetschen kann.
Das ist besonders dann ärgerlich, wenn Einheiten durch unbekannte Areale und Feindesgebiet marschieren, obwohl eine sichere Route direkt nebenan verfügbar wäre. So kann es schnell zu ungewollten Verlusten kommen. Wenn die betreffende Einheit bereits Erfahrungspunkte gesammelt hat und im Rang aufgestiegen ist, wiegt ein solcher Verlust natürlich besonders schwer.
Quelle: Sega
Company of Heroes 3 im Test. (10)
Viel drin
Technisch macht Company of Heroes 3 einen guten Eindruck. Wir haben weder Abstürze noch nennenswerte Fehler beobachtet. Die Performance ist ordentlich und der Titel läuft auch in 4K-Auflösung flüssig. Alles andere hätte uns aber auch stark gewundert. Zwar ist das Spiel recht hübsch anzuschauen, aber wirklich herausragend ist die Grafik nicht. Viel hat sich da im Vergleich zum Vorgänger nicht getan. Es gibt ein paar mehr Details und die Zerstörung von Gebäuden sieht spektakulärer aus, aber im Jahre 2023 könnte auch ein Echtzeitstrategiespiel etwas hübscher aussehen. Besonders, wenn die Kamera so nah am Geschehen platziert ist wie hier. Selbst die maximale Zoomstufe ist für unseren Geschmack noch zu nah. Für eine bessere Übersicht wäre es wünschenswert gewesen, weiter rauszoomen zu können.
Der Umfang des Spiels lässt dagegen kaum Wünsche offen. Allein die beiden Kampagnen bieten Spielspaß für gute 30-40 Stunden. Ansonsten stehen die üblichen Skirmish-Matches, Mehrspieler-Modi für 1v1, 2v2, 3v3 und 4v4 sowie ein Koop-Modus gegen die KI zur Verfügung. Insgesamt gibt es dazu 14 verschiedene Maps zu bespielen. Mit den Amerikanern, den Briten, der Wehrmacht und dem deutschen Afrikakorps stehen gleich vier spielbare Fraktionen und damit eine entsprechend große Einheitenvielfalt zu Auswahl. Zu guter Letzt ist das Spiel direkt zu Release über den Steam-Workshop an die Modding-Community angebunden. An spannenden Inhalten dürfte es den engagierten Fans daher wohl nicht so schnell mangeln.
Company of Heroes 3 erscheint am 23. Februar 2023 zunächst exklusiv für den PC. Weiter Versionen für Playstation 5 und Xbox Series X/S sind für 2023 angekündigt, haben aber noch keinen genauen Releasetermin. Das Spiel wird von Relic Entertainment entwickelt und von Sega vertrieben. Das Spiel ist zum Preis von rund 60 Euro in der Standard-Variante erhältlich.
