Company of Heroes 3 im Test
Test 18,93 €
Nach Jahren der Entwicklung in enger Kooperation mit der Community ist Company of Heroes 3 endlich da. Wir klären im Test, was die Echtzeitstrategie kann.
Dabei unterscheidet das Spiel zwischen zwei verschiedenen Schlachttypen. Beim Gefecht bestreiten wir typische Skirmish-Partien auf generischen Karten, bei denen wir entweder Kontrollpunkte halten, dem Gegner eine bestimmte Anzahl an Verlusten zufügen oder die Feindbasis umzingeln müssen. Spannender wird es dagegen in den als Mission gekennzeichneten Schlachten. Hier erleben wir individuell gestaltete Einsätze, die auf speziell zum jeweiligen Ort passend designten Karten stattfinden. In diesen Missionen bietet das Spiel auch ein deutlich vielfältigeres Angebot an Zielstellungen und optionalen Herausforderungen.
Die Kampagne mit rundenbasiertem Strategieteil mag für ein bislang reines Echtzeitstrategiespiel eher ungewöhnlich sein, passt aber hervorragend zum Szenario des Zweiten Weltkriegs. Wir sind damit selbst Herr über den gesamten Feldzug. Wir bestimmen, wie sich der Frontverlauf verschiebt, welche Ziele bevorzugt angegriffen werden und welche Truppen wir dafür verwenden. So kann sich jeder Spieler sein ganz eigenes Spielerlebnis auf dem Weg nach Rom erschaffen.
Problematisch war für uns dabei hauptsächlich, dass sich das ganze Unterfangen gerade in der Mitte doch etwas in die Länge zieht. Die Kampagne wird auch nicht wirklich von einer Story getragen, um das etwas zu überdecken. Es melden sich immer wieder ein US-General, ein britischer General und die Anführerin der italienischen Partisanen bei uns, um mögliche Ziele vorzugeben, nach Unterstützung an bestimmten Orten zu fragen oder optionale Herausforderungen anzubieten. Gerade bei letzteren stimmt aber auch das Balancing nicht so richtig. Vor allem am Anfang der Kampagne werden wir mit Nebenzielen förmlich überschüttet, die wir mit unserer zu Beginn noch sehr begrenzten Anzahl an Truppen gar nicht realistisch bewerkstelligen können.
Quelle: Sega
Company of Heroes 3 im Test. (6)
Mach mal Pause
In den Echtzeit-Schlachten selbst spielt sich Company of Heroes 3 sehr vertraut. Das ist auch gar nicht schlimm, denn diesen Part hatte die Serie schon immer ausgezeichnet drauf. Ein gut durchdachtes Missionsdesign in vielen der dediziert für die Kampagnen entworfenen Missionen sorgt für abwechslungsreiche Schlachten. So gilt es gelegentlich, ohne Basenbau auszukommen und nur mit vorgegebenen Truppen die Ziele zu erreichen. Oder wir starten nur mit einer Infanterieeinheit, arbeiten uns langsam vor und sammeln unterwegs immer mehr versprengte Verbündete ein. Große, intensive Panzerschlachten gibt es genauso wie enge Häuserkämpfe in italienischen Bergdörfern.
Wie gewohnt befehligen wir dabei eine eher überschaubare Anzahl an Truppen. Dafür sorgt ein recht enges Bevölkerungslimit. Ob wir also lieber noch einen Sherman-Panzer anfordern oder doch lieber zwei spezialisierte Infanterieeinheiten, ist in sich selbst bereits eine strategische Entscheidung. Jede Einheit hat seine Vor- und Nachteile und eine ausgewogene Zusammenstellung hat meist deutlich mehr Chancen auf Erfolg.
Trotz der begrenzten Zahl an Einheiten kann es dennoch auch mal hektisch werden, denn die Schlachten sind häufig sehr intensiv geführt. Da hilft das wohl wichtigste neue Feature für die Echtzeitgefechte: die taktische Pause. Wir können das Geschehen jetzt jederzeit per Druck auf die Leertaste pausieren, um uns in Ruhe einen Überblick zu verschaffen und unseren Truppen Befehle zu erteilen. Diese können wir sogar in einer Warteschlange aneinanderreihen, sodass diese nacheinander ausgeführt werden, sobald wir das Spiel fortsetzen. Eine spannende Neuerung, die besonders Neueinsteigern helfen kann, sich den komplexen Mechaniken des Echtzeitkampfes anzunähern.
