Ist es der erhoffte Rollenspiel-Kracher? Ich habe endlich Clair Obscur: Expedition 33 gespielt und habe jetzt richtig Bock auf mehr

Special Matthias Dammes
Ist es der erhoffte Rollenspiel-Kracher? Ich habe endlich Clair Obscur: Expedition 33 gespielt und habe jetzt richtig Bock auf mehr
Quelle: Sandfall Interactive / PC Games

Clair Obscur: Expedition 33 lockt mit einem interessanten Kampfsystem, das rundenbasierte Taktik mit Echtzeitelementen kombiniert. Wir haben reingespielt.

Rundentaktik mit Action

Ein weiterer Aspekt, der mich an den Kämpfen begeistert hat, ist die Echtzeit-Komponente. Nun sind "rundenbasiert" und "Echtzeit" zwei Konzepte, die sich eigentlich gegenüberstehen. Dass sie miteinander kombiniert werden, sieht man eher selten.

In Clair Obscur macht sich das Zusammenspiel der Systeme dadurch bemerkbar, dass ich während meiner eigenen Angriffe im richtigen Moment eine Taste drücken muss. Dadurch stelle ich sicher, dass meine Skills richtig und so effektiv wie möglich ausgeführt werden.

Ist der Gegner an der Reihe, muss ich im richtigen Moment ausweichen, parieren oder gar mit der gesamten Gruppe springen, um dem eintreffenden Schaden zu entgehen. Das ist leichter gesagt als getan. Ich hatte am Anfang ziemliche Probleme, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, weil sich jeder Gegner anders verhält und mich fiese Verzögerungen und Finten bei den Angriffsanimationen in die Irre führen. Da hilft es nur, die Angriffsmuster der verschiedenen Feinde zu lernen.

Zwei Gruppenmitglieder im Kampf mit einem Steinmonster. Quelle: Sandfall Interactive Das ist aber auch eine der großen Stärken des Kampfsystems. Häufig gilt rundenbasierter Kampf als träge und langatmig. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Ich kann mich hier zu keiner Zeit zurücklehnen und Dinge geschehen lassen. Ich muss permanent aufpassen, meine eigenen Angriffe richtig auszuführen und den Attacken der Gegner zu entgehen. Dadurch fühlen sich die Kämpfe trotz ihrer rundenbasierten Natur ziemlich actionreich an.

Wenig Schnickschnack

Abseits der Kämpfe hatte das Spiel für meinen Geschmack aber irgendwie bisher nicht wahnsinnig viel zu bieten. Während ich durch die zugegeben stilistisch sehr interessant gestaltete Spielwelt laufe, bewege ich mich eigentlich nur von einem Kampf zum nächsten. Gelegentlich finde ich einen Gegenstand zum Einsammeln oder, wenn ich mich in den verzweigten Levels genau umschaue, auch mal einen optionalen, herausfordernden Boss. Aber sonst gibt es in der schicken Umgebung nicht wirklich etwas zu tun.

Ich schiebe das jetzt aber erst einmal darauf, dass ich die ersten, rund drei Stunden des Spiels zu Gesicht bekommen habe und später noch neue Elemente dazukommen. Ebenfalls wie aus JRPGs bekannt, verfügt das Spiel auch über eine Art übergeordnete Weltkarte, auf der ich herumlaufen und die verschiedenen Levels ansteuern kann. Auch hier finde ich bei genauerem Umschauen versteckte Gegenstände und möglicherweise später noch andere Geheimnisse. Ein wenig Abwechslung neben all den Kämpfen und gelegentlichen Story-Momenten fände ich zumindest hin und wieder nicht verkehrt.

Vier Mitglieder der Expedition in einer hübschen Landschaft. Quelle: Sandfall Interactive Immerhin kann ich mich zwischendurch noch in die Verbesserung meiner Charaktere vertiefen. Mit jedem Stufenaufstieg verdiene ich mir Attributs- und Skillpunkte, die ich zur Verbesserung der Charakterwerte und Fähigkeiten meiner Helden einsetze. Ich rüste meine Gruppe zudem mit Waffen und sogenannten Pictos aus. Letztere gewähren spannende Perks, die sich auf verschiedene Kampfweisen auswirken. Auch hier steckt viel Potenzial für Tiefgang beim Austüfteln mächtiger Builds drin.

So bleibt bei mir nach der Demo erst einmal der Eindruck eines Spiels, das sich in erster Linie durch seine vielseitigen Kämpfe, das tiefgründige Charaktersystem und die hoffentlich spannende Geschichte definiert - ohne viel Schnickschnack drumherum. Nun muss das ja nichts Schlechtes sein. Nachdem ich zuletzt viel Zeit in Assassin's Creed Shadows verbracht habe, was ja jede Menge Zeug links und rechts des eigentlichen Spiels bietet, ist so ein verschlanktes Abenteuer vielleicht auch gar nicht so verkehrt. Ich bin jedenfalls gespannt, ob mich Clair Obscur: Expedition 33 in seiner vollen Version vollends von sich überzeugen kann.

Fazit

Ein stilistisch interessantes Rollenspiel, mit Potenzial für viel taktischen Tiefgang in den actionreichen Rundentaktik-Kämpfen mit Echtzeit-Elementen.

Clair Obscur: Expedition 33 wird vom französischen Indie-Studio Sandfall Interactive entwickelt und von Kepler Interactive vertrieben. Das Rollenspiel erscheint am 24. April 2025 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieser Vorschau wurde uns ein Zugang zu einer Preview-Demo vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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