PC Games Redakteur Matthias ist in Assassin's Creed Shadows etwas aufgefallen, was ihn schon länger bei so einigen Spielen auf die Nerven geht.
Beim Spielen von Assassin's Creed Shadows sind mir so einige Dinge aufgefallen, die es nicht in den Test geschafft haben. Sei es aus Platzmangel, Vergesslichkeit oder weil es mir nicht relevant genug erschien. Eine kleine Sache will ich hier aber noch einmal in dieser Kolumne aufgreifen, weil sie mich wirklich aufgeregt hat.
Dabei dient das Japan-Abenteuer von Ubisoft aber lediglich als Aufhänger, denn es ist in dieser Sache längst nicht alleinschuldig. Vielmehr habe ich diesen Zustand in den vergangenen Jahren immer wieder in großen und auch kleinen Spieleproduktionen beobachtet. Es geht mir daher am Beispiel von Assassin's Creed Shadows um ein allgemeines Problem.
Ich weiß das doch alles
Ich spreche von dem Umstand, dass ich bei immer mehr Spielen das Gefühl bekomme, dass die Entwickler den Spieler für hoffnungslos vergesslich halten und ihn daher permanent an Dinge erinnern müssen, die er schon seit Stunden regelmäßig ausführt. Oder immer wieder Spielmechaniken erklären müssen, mit denen der Spieler ständig zu tun hat.
Bei Assassin's Creed Shadows hat mich da vor allem die permanente Einblendung genervt, dass ich doch bitte L2 nutzen soll, um mich umzuschauen. Dieser Umschaumodus ist ein so essenzielles Feature des Spiels, dass ich es ohnehin am laufenden Band nutze. Nach spätestens ein paar Spielstunden passierte das schon völlig automatisch.
Quelle: PC Games
Trotzdem fühlt sich das Spiel genötigt, mich auch noch nach 50, 60, 70 Stunden gefühlt alle fünf Minuten darauf hinzuweisen, dass ich doch bitte L2 drücken solle, um mich umzuschauen. Ähnlich verhält es sich bei der nach jedem Jahreszeitwechsel wieder eingeblendeten Tutorial-Info, was genau der Wechsel bewirkt. Ich glaube, spätestens nach dem zehnten Wechsel habe ich es langsam verstanden.
Nun kann ich natürlich nachvollziehen, dass sowas ganz nützlich ist für Spieler, die länger nicht mehr gespielt haben und zurückkehren. Aber dann macht solche Einblendungen doch bitte optional. So umfangreich die Optionen von Assassin's Creed Shadows auch sind, ausgerechnet diese Hinweise kann man nicht ausschalten. Das Tutorial lässt sich nur auf "kritische Anzeigen" reduzieren, aber nicht komplett abschalten. Und bei den HUD-Optionen lässt sich so gut wie jedes Interface-Element deaktivieren, diese mich störenden Einblendungen aber nicht.
Gebt uns Optionen!
Das ist wie gesagt nur das aktuelle Beispiel, das die Thematik bei mir mal wieder ins Bewusstsein gerufen und zu dieser Kolumne animiert hat. Assassin's Creed Shadows ist da keineswegs ein Einzelfall. In Wo Long: Fallen Dynasty platzieren sich Steuerungs-Hinweise selbst während der Bosskämpfe gerne mitten auf dem Bildschirm, egal, wie weit fortgeschritten man bereits ist. Auch Monster Hunter Worlds geht dem Spieler mit ähnlichen Einblendungen immer wieder auf die Nerven. Aber immerhin hat Capcom dazugelernt und im neuesten Teil Wilds eine Option hinzugefügt, dass Tutorial-Popups nach dem ersten Mal nicht mehr erscheinen.
Quelle: PC Games
So sollte es eigentlich sein, dass mir das Spiel zumindest die Möglichkeit gibt, in den Optionen solche störenden Elemente abzuschalten. Aber Beispiele, die keine entsprechenden Optionen bieten, gibt es leider jede Menge. Wie es anders gehen kann, zeigt aktuell das kommende Atomfall. Das Spiel verfügt gleich über fünf dedizierte Optionen, mit denen sich Umfang und Häufigkeit von Tutorials und Einblendungen sehr präzise einstellen lassen - oder eben komplett deaktivieren.
Daher lautet mein Appell an alle Entwickler da draußen: Bitte haltet uns Spieler nicht immer für so ausgesprochen dumm und vergesslich. Ihr könnt uns durchaus auch mal etwas zutrauen. Ja, es ist wichtig, dass neuen Spielern die Funktionsweisen nähergebracht werden. Aber wir brauchen kein permanentes Bemuttern bis zum Abspann. Und wenn ich doch noch mal etwas auffrischen will, dann sollten Tutorials einfach im Spielmenü nachlesbar sein und mich nicht während des Gameplays permanent aus der Welt reißen. Ich wäre euch sehr verbunden. Vielen Dank!
