Cataclismo: Ideenreiche Echtzeitstrategie mit Lego-Inspiration

Special Viktor Eippert
Cataclismo: Ideenreiche Echtzeitstrategie mit Lego-Inspiration
Quelle: Digital Sun

Ihr sehnt euch nach Abwechslung von Age of Empires 4, Starcraft 2 und anderen Echtzeitstrategie-Klassikern? Dann solltet ihr Cataclismo nicht links liegen lassen!

Wenn man sich Bestenlisten im Genre der Echtzeitstrategie ansieht, findet man meist vor allem eines darauf: Klassiker, die schon zehn oder noch mehr Jahre alt sind. Es mangelt einfach an genügend modernen Spielen, die frischen Wind ins Genre bringen. Doch hin und wieder gibt es auch Entwickler, die an dieser Situation etwas ändern möchten. Einer davon ist Digital Sun, der bisher für das beliebte Action-Adventure Moonlighter bekannt ist. Mit Cataclismo schickt das Studio nun eine Mischung aus They Are Billions, Stronghold und Tower-Defense-Spielen ins Feld. Wir haben die Early-Access-Fassung ausgiebig gespielt und verraten euch, wodurch sich Cataclismo auszeichnet.

Die letzte Zuflucht

In der Postapokalypse von Cataclismo (jetzt kaufen 29,99 € ) ist die Welt zu großen Teilen von seltsamen Nebelschwaden überzogen, die ungeschützte Personen in Abscheulichkeiten verwandeln. Die verbleibenden Menschen haben sich in eine hochgelegene, letzte Stadt zurückgezogen, von wo sie um ihr Überleben kämpfen. Unter ihnen ist Lady Iris, die mit einer magischen Kugel in ihrem Körper geboren wurde und dadurch mächtige Kräfte beherrscht. Aufgrund einer ominösen Vision wird sie in der Kampagne ins gefährliche Umland ausgesendet, um den Ursprung der Monsterattacken zu finden. Zum Early-Access-Start umfasst die Kampagne elf gut gemachte Missionen, soll bis zum Release im nächsten Jahr aber noch erweitert werden.

Die Rahmenhandlung wird dabei mit sporadischen Standbildsequenzen vorangetrieben, die vor allem mit ihrem einzigartigen Stil auffallen und gut auf Englisch vertont sind. Die Maus haben wir aber nicht wegen der Handlung nur widerwillig aus der Hand gelegt, sondern wegen des gelungenen Gameplay-Mixes.

Eine große Angriffswelle von Monstern greife die Wehrmauern an Quelle: Digital Sun Tagsüber erkunden wir mit Iris und ihren Truppen die Karte. Dadurch stoßen wir nicht nur auf verstreute Rohstoffbündel und Monsternester, wir erhalten auch einen Überblick darüber, wo wir am besten Holzfäller, Steinbrüche und andere Wirtschaftsgebäude platzieren. Denn nur tagsüber erhalten wir neues Baumaterial und Sauerstoff. Wenn die Nacht hereinbricht, stürmen die Monsterhorden aus verschiedenen Richtungen auf uns zu und Cataclismo wird zum Survivalspiel. Und wehe, wir haben davor nicht unsere Türme, Mauern und Burgen errichtet und mit Truppen bemannt!

Stein auf Stein zur Traumburg

Beim Aufbau unserer Basis spielt Cataclismo seine stärkste Karte aus: sein vielseitiges Bausystem, das laut der Entwickler von Lego inspiriert ist. Aus einer Vielzahl von Einzelteilen bauen wir damit von mehrstöckigen Wohnblocks über Wachtürme bis hin zu ausgewachsenen Burgen alles, was wir uns vorstellen können. Naja, und was unser Ressourcenvorrat hergibt. Dabei platzieren wir jeden Stein einzeln, um uns einerseits ideal an die Umgebung anzupassen und andererseits möglichst robust zu bauen. Denn abhängig davon, wie hoch wir Mauern errichten und welche Spezialbauteile wir nutzen, halten die Befestigungen mehr aus.

Besonders interessant wird das durch die taktischen Bauteile, die benachbarten Einheiten verschiedene Boni verleihen. Stellen wir Schleuderer zum Beispiel an ein Fenster, können sie ihre großen Metallkugeln nicht nur aus der Sicherheit heraus auf Gegner werfen - sie erhalten sogar einen Reichweitenbonus. Gut platzierte Banner oder Becken für Brandpfeile verpassen unseren Schützen dagegen Angriffsboni. Manche Einheiten wie die Jäger kämpfen außerdem am liebsten aus erhöhter Position. Und wenn es regnet, müssen wir unsere Bauwerke überdachen, sonst schießen unsere Einheiten hin und wieder daneben.

Bildergalerie

Hier spielen auch die unterschiedlichen Einheiten wunderbar mit rein. Bogenschützen und Jäger schalten auf hohe Distanz bevorzugt einzelne Gegner aus. Häscher verlangsamen anstürmende Gegner mit ihren Netzen und Artillerieeinheiten wie die Kanoniere machen mit Gruppen kurzen Prozess.

Vielseitige Möglichkeiten

Das alles sorgt dafür, dass der Burgenbau sehr vielseitig ist und zum Experimentieren einlädt. Man hat als Spieler dabei die Wahl, ob man nur ein paar zweckdienliche Mauern mit vielen Soldaten aufstellt. Oder ob man ein krasses Bollwerk mit Fallen, Burgzinnen und ein paar stark gebufften Verteidigern auf die Karte kombiniert. Hat man ein besonders praktisches oder schönes Bauwerk zusammengezimmert, kann man es mit dem Blaupausen-Tool speichern, um dann mit nur einem Klick Kopien zu erstellen. So können wir unsere liebsten Wohnviertel und Ähnliches über Missionen und sogar Spielmodi hinweg mitnehmen.

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