Castlevania Nocturne: Gelungenes Spin-Off oder ein Castlevania-Sakrileg?
Special
Eine Kritik zur Serie Castlevania Nocturne auf Netflix. Die Serie basiert auf Konamis beliebter Spielereihe und ist ein Spin-Off zum Vorgänger Castlevania.
Achtung! Ab jetzt folgen Spoiler!
Was können wir von einer möglichen Staffel 2 erwarten?
Die erste Staffel endet recht offen, da der Hauptkonflikt keinesfalls gelöst ist und ein schlechtes Ende für Richter, Maria und Co bevorsteht. Glücklicherweise kommt mit Alucard die Rettung in letzter Sekunde. Sogar sein englischer Sprecher aus der Vorgängerserie, James Callis, ist wieder dabei und sorgt für eine gelungene Überraschung.
Auch das Treffen mit Richters Großvater, Juste Belmont, dem Protagonisten aus dem 2002 erschienenen GBA-Spiel Castlevania: Harmony of Dissonance, war für Fans der Spiele eine gern gesehene Begegnung. Er wirkt zudem recht verbittert, was darauf hindeutet, dass Juste hier eine Abwandlung des Bad Endings aus Harmony of Dissonance widerfahren ist. Dort scheitert er nämlich wie auch in der Serie bei dem Versuch, seine Freunde zu retten. Im Original ist zwar Dracula für seinen Verlust verantwortlich, was hier geändert wurde. Ob er diesen Verlust in der nächsten Staffel aufarbeiten wird, steht allerdings noch aus.
Während Annette in den Castlevania-Spielen je nach Version Richters Freundin oder Verlobte ist, treffen sie in der Serie zum ersten Mal aufeinander. Im Verlauf der Geschichte wird eine Annäherung der beiden angedeutet, doch ob ihre Liebesgeschichte auch in der Zukunft der Serie eine Rolle spielen wird, ist noch unklar.
Außerdem fehlt in der ersten Staffel noch die bekannte Morgenstern-Peitsche, die Trevor Belmont erst in der zweiten Staffel der Vorgängerserie erhalten hat. Da Richter zudem in den Spielen ausschließlich damit zu sehen ist, war für uns hier die alleinige Verwendung der Lederpeitsche verwunderlich. Vermutlich können wir uns in der zweiten Staffel auf das Klirren der Kette freuen.
Während die Serie zudem versprach, eine Ursprungsgeschichte von Richter zu sein, kommt seine Kindheit unserer Meinung nach in dieser Staffel ein wenig zu kurz. Von daher hoffen wir, in der nächsten Staffel mehr über das Aufwachsen des Belmont in Blau zu erfahren.
Final Stage: Bloodlines - Die Spiele hinter dem Anime
Die Castlevania-Reihe von Konami existiert seit 1986, als der erste Teil mit Protagonist Simon Belmont für das NES erschien. Wie in fast jedem Teil der Reihe ist das Ziel des Spiels, den Vampirfürst Dracula zurück ins Grab zu schicken.
Richter Belmont feierte 1993 in Castlevania: Rondo of Blood sein Debut, doch er spielte auch im 1997 erschienenen Castlevania: Symphony of the Night auf der ersten Playstation eine bedeutende Rolle. Seitdem erfreut sich Richter unter Fans großer Beliebtheit, auch wenn es um die Reihe selbst etwas ruhiger geworden ist. Seit den nicht unbedingt beliebten Lords-of-Shadow-Teilen scheint die Spielereihe inzwischen fast ausgestorben zu sein.
Dennoch gibt es immer wieder Lebenszeichen, etwa die Gastauftritte von Simon und Richter Belmont in Nintendos Super Smash Bros Ultimate, die Netflix-Serie, die 2017 startete, sowie der 2023 veröffentlichte Dead-Cells-DLC namens Return to Castlevania. In letzterem gibt es auch einen versteckten Richter-Mode, bei dem der Vampirjäger in Blau durch Draculas Schloss gesteuert werden kann.
Die Beliebtheit dieses DLCs habe auch Konami motiviert, sich eventuell wieder an die Reihe zu wagen, allerdings ist dazu noch nichts Genaueres bekannt. Durch den Erfolg der Netflix-Serie, die lose auf Castlevania 3: Draculas Curse und Castlevania: Curse of Darkness basierte, ist nun erst einmal das Animations-Spin-Off mit Richter als Hauptfigur im Rampenlicht. Ob der Erfolg der Serie über die Zukunft der Spielereihe entscheidet, wird sich zeigen. Egal ob Metroidvania oder Classicvania: Ein neuer Teil wäre bei Fans der Reihe willkommen.
