Castlevania Nocturne: Gelungenes Spin-Off oder ein Castlevania-Sakrileg?

Special Christopher Holler Stefan Wilhelm
Castlevania Nocturne: Gelungenes Spin-Off oder ein Castlevania-Sakrileg?
Quelle: Netflix

Eine Kritik zur Serie Castlevania Nocturne auf Netflix. Die Serie basiert auf Konamis beliebter Spielereihe und ist ein Spin-Off zum Vorgänger Castlevania.

Diese Bilder sind nicht verloren!

Visuell weiß Nocturne wie ihre Vorgängerin auch zu überzeugen. Alle Szenen sind bildhübsch inszeniert und auch viele Facetten von Dunkelheit kommen zum Einsatz. So spielen hier Licht und Schatten eine tragende Rolle und die Manchmal wirken nur die Laufanimationen durch das ständige Hin- und Herwippen der Schultern ein wenig unauthentisch. Dennoch sehen die Figuren fantastisch aus: Das Redesign von Richter, das wie eine Fusion aus seinem originalen Design in Rondo of Blood und dem PSP-Remake The Dracula X Chronicles aussieht, ist sowohl nostalgisch als auch modernisiert. Auch Maria, deren Optik aus The Dracula X Chronicles übernommen wurde, ist sehr gut umgesetzt. Annette wiederum hat ein komplettes Redesign bekommen, das viel besser zu ihrer neuen Geschichte passt.

Ein ausschlaggebender Punkt sind die hervorragenden Action-Sequenzen in der Serie. Jeder Kampf beinhaltet beeindruckende Magie, blitzschnelle Peitschenhiebe oder klirrende Schwertklingen. Die Konflikte zwischen Menschen und Vampiren werden jedes Mal wunderbar blutig ausgetragen und sind ein absolutes Highlight..

Richter läuft in einem mysteriösen blauen Licht. Quelle: Netflix Auch die Musik in Nocturne spielt eine große Rolle. Durch Edouard sind die emotionalen Operngesänge oft direkt in die Handlung eingebunden. Neben der sonst soliden musikalischen Untermalung des Geschehens ist wohl der Remix von Divine Bloodlines das Sahnestück für Fans der Spiele. Das neu arrangierte, über 30 Jahre alte Stück war auch bereits im Trailer zu hören. In den Genuss weiterer Musiktitel aus den Spielen kommen wir allerdings nicht.

Fazit & Wertung

Insgesamt bietet Castlevania Nocturne ein ergreifendes Erlebnis mit interessanten Figuren. Die Story, die Animationen und die Musik können sich ebenfalls sehen lassen. Damit steht Castlevania Nocturne der Vorgängerserie zunächst in nichts nach. Allerdings rückt das anfangs großartig umgesetzte Setting der Französischen Revolution im Verlauf der Staffel allmählich immer mehr in den Hintergrund. Das hohe Potenzial fühlt sich so nicht vollständig ausgeschöpft an.

Ein Blick auf Richters Rücken, vor ihm eine Sonnenfinsternis Quelle: Netflix

Zudem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Netflix-Adaption keinesfalls eine reine Verfilmung von Rondo of Blood ist. Vielmehr wurde sich hier auch an Elementen anderer Castlevania-Titel wie Harmony of Dissonance und Bloodlines bedient. Wie auch bei der Vorgängerserie ergänzen die Produzierenden wieder eigene Ideen. Das führt zu einem guten Ergebnis, doch manches Potenzial wurde unglücklicherweise links liegen gelassen. Dazu zählen das Setting der Französischen Revolution sowie mehr Hintergründe aus Richters Kindheit nach dem Tod seiner Mutter und sein Training zum Vampirjäger.

Stattdessen steht Annette mehr im Vordergrund, obwohl andere Charaktere genau so viel Aufmerksamkeit verdient hätten. Doch wenn der größte Kritikpunkt über die Serie ist, dass es mehr Folgen geben sollte, sagt das wahrscheinlich schon genug über ihre Qualität aus. Castlevania Nocturne ist ein würdiger Nachfolger für den Netflix-Klassiker und kann sowohl von Fans der Serie als auch von Castlevania-Neulingen nahezu gleichermaßen genossen werden.

Während Richter zwar die Hauptfigur verkörpert, stehlen ihm manchmal die Nebenfiguren die Show. Mit mehr Episoden wäre das vielleicht auszubessern. Falls die Serie genug Erfolg feiert, können wir uns vielleicht ja auch bald über eine zweite Staffel freuen. Doch was wissen wir darüber bisher?

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