Castlevania Nocturne: Gelungenes Spin-Off oder ein Castlevania-Sakrileg?
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In unserer (fast) spoilerfreien Kritik zur neuen Serie Castlevania Nocturne gehen wir kurz auf den Plot und die Charaktere wie Richter Belmont und Maria Renard ein. Seit dem 28. September ist das Spin-Off zur beliebten Vorgängerserie auf Netflix verfügbar.
Seit dem 28. September läuft Castlevania: Nocturne auf Netflix. Die Serie rund um Richter Belmont fungiert als Spin-Off zu Castlevania, das 2021 mit der vierten Staffel endete. Die auf Konamis beliebter Spielereihe basierende Geschichte um Trevor Belmont, Sypha Belnades und Alucard fand einen würdigen Abschluss. Wenig später kündigte Netflix das nachfolgende Projekt rund um Fanliebling Richter Belmont an, der seinen ersten Auftritt 1993 in Castlevania: Rondo of Blood hatte.
Seine Geschichte geht in Castlevania: Smyphony of the Night weiter, doch füre die Spin-Off-Serie ist das Spiel nicht allzu relevant. Nach einiger Wartezeit bekamen wir im Juli dieses Jahres ein Releasedatum zusammen mit einem Trailer, den wir bereits ordentlich unter die Lupe genommen haben. In Anbetracht unserer Trailer-Analyse haben sich einige Vermutungen bewahrheitet, während wir bei anderen komplett daneben lagen. Letztlich stellt sich jedoch die Frage, ob Castlevania: Nocturne überzeugt oder nicht. Ist die Serie eine so gelungene Gaming-Adaption wie ihre Vorgängerin oder sieht das strauchelnde Castlevania-Franchise mit Nocturne nun doch endgültig schwarz?
Die Belmont-Blutlinie wird fortgeführt
Worum geht es bei Castlevania Nocturne überhaupt? Nachdem seine Mutter von dem Vampir Olrox getötet wird, reist der junge Richter Belmont ins Frankreich des 18. Jahrhunderts zur entfernten Verwandten Tera und ihrer Tochter Maria Renard. Als einige Jahre später die Revolution beginnt, ist Richter bereits ein erprobter Vampirjäger, wie seine Vorfahren auch. Dennoch leidet er immer noch unter dem Trauma seiner Kindheit. Zusätzlich hat er seine magischen Fähigkeiten verloren, die er damals noch hatte. Maria ist nicht nur eine begabte Magierin, sondern politisch bei den Revolutionären als Rednerin aktiv. Ihre Fähigkeit, magische Tierwesen wie Vögel, Raubkatzen oder Schildkröten zu beschwören, ist direkt aus den Spielen entnommen und funktioniert in der Serie genauso gut wie im Quellmaterial.
Das vermehrte Auftreten von Vampirangriffen und die hohe Anzahl von Blutsaugern unter den Aristokraten Frankreichs sorgt bei Richter und Maria für Beunruhigung. Als dann noch das Wort von einem Vampir-Messias die Runde macht, haben sie ihren Kampf gegen die Blutsauger bereits begonnen.
Bei einem Angriff von Kreaturen der Nacht treffen Richter und Maria zusätzlich auf Annette und Edouard. Die ehemalige Sklavin und der Opernsänger kämpfen ebenfalls mit dem Bestreben nach Freiheit gegen Vampire. Auf der Suche nach Verbündeten stoßen sie so auf Richter.
Im Verlauf der Geschichte kommen einige unangenehme Wahrheiten ans Licht, sodass alle Charaktere mit ihrer grausamen Vergangenheit konfrontiert werden.
Diese Trauer und Traumata zu überwinden, um die Bedrohung durch den Vampir-Messias aufzuhalten, ist die größte Herausforderung für Richter und Co. in dieser Staffel. Insgesamt ist die Geschichte um einiges ernster als im Vorgängeranime, was größtenteils sehr gut umgesetzt ist. Allerdings kommen hin und wieder auch ein paar schnippische Kommentare von Richter oder Maria, die die bedrückende Stimmung ein wenig herunterspielen.
Von Machtmissbrauch und Auflehnung
Schon im Vorhinein war bekannt, dass sich die Ereignisse von Castlevania Nocturne zu Zeit der Französischen Revolution abspielen. Die Auflehnung gegen das bestehende System ist vor allem am Anfang der Serie ein Thema. Allein die Darstellung von Maria Renard als Rednerin der Revolutionäre rückt es in den Vordergrund. Genauso spielt wie auch bei der Vorgängerserie der Machtmissbrauch der katholischen Kirche eine Rolle. Im späteren Verlauf wird diese Problematik jedoch in den Hintergrund gerückt und der Kampf gegen den Vampir-Messias stellt die Hauptproblematik dar.
Neben Maria und Richter ist die wichtigste Figur in Castlevania Nocturne wohl Annette. Ihre Geschichte wurde im Vergleich zu Rondo of Blood komplett umgeschrieben: So ist sie hier keine Damsel in Distress mehr, sondern überzeugt mit fesselnder Vorgeschichte und macht sich auch im Kampf mit ihren magischen Fähigkeiten nützlich. Ihr Aufstand mit anderen Sklaven gegen Vampire in der Karibik verbindet ihr Schicksal mit Richter und Maria. Annette bekommt auch einen recht großen Anteil der Laufzeit ab, was im Umkehrschluss aber leider andere Figuren teilweise zu kurz kommen lässt.
