Call of Duty: Black Ops Cold War angespielt - Unser bisheriges Fazit nach dem Alpha-Test

Special David Benke
Call of Duty: Black Ops Cold War angespielt - Unser bisheriges Fazit nach dem Alpha-Test
Quelle: Activision

Am Wochenende startete auf der Playstation 4 der erste Testlauf für Call of Duty: Black Ops Cold War. So hatten wir erstmals die Chance, den neuen Activision-Shooter auch unter realen Bedingungen auszuprobieren. Was uns bei unseren Ausflügen aufs virtuelle Schlachtfeld alles aufgefallen ist, verraten wir in diesem Special.

Vor nicht einmal einem Monat haben Activision und Treyarch mit einem offiziellen Video-Teaser Call of Duty: Black Ops Cold War angekündigt. Nun war der neueste Teil der alteingesessenen Ego-Shooter-Reihe auch schon spielbar. Gut, zunächst nur in einer recht frühen Alpha-Version, nur im Multiplayer-Modus und auch nur exklusiv auf der PlayStation 4. Diese Einschränkungen haben uns dennoch nicht davon abgehalten, uns am vergangenen Wochenende aufs virtuelle Schlachtfeld zu stürzen und unsere Gegner voll Blei zu pumpen.

Einen vollumfänglichen Eindruck des Spiels konnten wir uns dabei natürlich noch nicht machen. Dafür war der Umfang der Alpha-Version einfach noch viel zu begrenzt: Gerade einmal fünf Karten und fünf Spielmodi, kein Einblick ins Level- und Fortschrittssystem, fehlender Zugang zur Kaserne und vieles mehr machen eine klassische Vorschau zur mittlerweile 17. Ausgabe von Call of Duty etwas kompliziert. Die sparen wir uns also vorerst für die am 8. Oktober startende Beta-Phase auf. Stattdessen blicken wir in diesem Artikel auf die größten Neuerungen und wie sich Cold War im Vergleich zum letztjährig erschienenen Modern-Warfare-Reboot schlägt.

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Innovation made by Infinity Ward

Was direkt zu Beginn schon im Menü auffällt: Entwickler Treyarch hat sich einiges bei den Kollegen von Infinty Ward abgekuckt. Black Ops Cold War kommt, anders als etwa noch Black Ops 4, ohne die sogenannten Spezialisten daher. Archetypen mit verschiedenen Spezialfähigkeiten, beispielsweise einer Hundestaffel oder einem riesigen Granatenwerfer, sind also passé. An deren Stelle treten dieses Jahr ebenfalls die Operatoren - also Charaktere, die sich lediglich optisch aber nicht spielerisch voneinander unterscheiden. Ein Schritt den zumindest wir durchaus gutheißen.

Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (9) Quelle: Activision Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (9) Auch in Sachen Waffen und Ausrüstung geht Black Ops bereits bekannte Wege: Im entsprechenden Menü könnt ihr euch eigene Klassen zusammenbauen, dabei aus diversen Knarren wählen und diese mit verschiedensten Aufsätzen an euren Spielstil anpassen. Im Vergleich zu Modern Warfare fällt das Menü des Waffenschmieds zwar weitaus weniger ansprechend aus, auch die Schießprügel glänzen manchmal leicht plastisch. Dafür zeigen präzise Prozentsätze nun an, wie sich verschiedene Waffenteile auf das Schussverhalten auswirken. Abgerundet wir das Ganze mit den in Modern Warfare eingeführten Feldaufrüstungen - Gadgets, die sich über den Verlauf einer Partie erst aufladen müssen, bevor sie eingesetzt werden können. Statt Taktikeinstieg, portablem Schild oder Munitionskiste stehen euch nun allerdings Richtmikrofone oder Annäherungsminen zur Verfügung. Toll ist auch das tragbare Flakgeschütz, das vollkommen selbstständig auf feindliche Luftunterstützung wie Aufklärungsdrohnen feuert.

Wollt ihr unentdeckt bleiben, könnt ihr aber auch wieder auf den Ninja-Perk setzen, der eure Schritte dämpft. Der feiert in Cold War ein Comeback. Zudem gelten Schrotflinten im Kalten Krieg wieder als Sekundärwaffen, Blendgranaten, Claymore-Minen, Semtex und Unterlaufgranatwerfer wurden, zumindest in der Alpha, aus dem Arsenal gestrichen. Das soll wohl dem vielverhassten Grenade Spam, also dem übermäßigen Einsatz von Sprengsätzen entgegenwirken.

Der Angriff des Rotstifts

Hat man endlich alles beisammen, muss man sich nur noch für drei Punkteserien-Belohnungen entscheiden, die die Abschussserien aus Modern Warfare wieder abgelöst haben. Dann ist es an der Zeit ins Match zu springen. In der Alpha waren Standardmodi wie Abschuss bestätigt, Herrschaft und Team Deathmatch verfügbar. Hier erwartet uns an der Front also nichts Neues. Auch die Karten Miami, Moskau und Satellite boten ein recht vertrautes Bild: Durch den bewährten Three-Lane-Aufbau, also die Aufteilung der Map in drei Spuren, konzentriert sich die Action meist an einer Stelle, bei Herrschaft traditionell am B-Punkt. Etwas Abwechslung bieten lediglich die Combined-Arms-Gefechte. Hier tretet ihr im 12-gegen-12 im Kampf um insgesamt sechs Stellungen an und dürft dabei auch Fahrzeuge benutzen.
Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (5) Quelle: Activision Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (5) Im Vergleich zu Modern Warfare weisen die Umgebungen allerdings wesentlich weniger Vertikalität auf. Es lassen sich also nicht mehr so viele Objekte erklimmen und alternative Wege erschließen. Und auch der Look ist, sagen wir mal, zumindest fragwürdig. Klar, wir haben die Alpha nur auf einer Standard-PS4 ausprobiert. Im zugehörigen Forum mangelte es aber nicht an Spielern, die auch auf der Pro-Variante einige Probleme mit der Darstellung des Spiels hatten. Nachladende Texture, Pop-ins und sogar kleinere Framerate-Einbrüche ließen das Herz von Grafikenthusiasten nicht unbedingt höher schlagen. Insgesamt bleibt Black Ops Cold War klar hinter den Bildern des ersten Gameplay-Trailers, aber auch hinter Modern Warfare zurück. Oberflächen und Details, allen voran aber die Animationen ließen noch einiges zu wünschen übrig. Die wirkten mitunter unrund, hölzern, sogar roboterhaft. Das kann man zumindest teilweise damit entschuldigen, dass hier nur die Alpha-Version spielbar war. Zudem standen die Entwickler auch unter extremem Zeitdruck. Eigentlich wäre Treyarch ja erst für das 2021 erscheinende Call of Duty zuständig gewesen, musste dann aber notgedrungen für Raven Software und Sledgehammer Games in die Bresche springen. Bei einem stolzen Preis von 70 Euro hätten wir aber ein halbwegs poliertes Spiel erwartet.

Auch in Sachen Gameplay wurden gefühlt ein paar Rückschritte gemacht. Viele kluge Innovationen aus Modern Warfare wurden nämlich einfach nicht übernommen. Gut, das Nachladen im Zielmodus ist geblieben und das Öffnen und Schließen von Türen ist wirklich verzichtbar. Aber warum wurde das Aufstützen von Waffen und Um-die-Ecke-Lugen gestrichen? Wieso hat man auf den taktischen Sprint verzichtet, wenn die Karten ungefähr gleich groß geblieben sind? So braucht man für das Durchqueren unnötig viel Zeit.

Comebacks und Kritik

Immerhin haben die Macher im Gegenzug die klassische Minimap zurückgebracht. Die zeigt nun, anders als noch letztes Jahr, wieder Gegner an, die einen nicht schallgedämpften Schuss abgeben. Black-Ops-typisch gibt es natürlich auch wieder optional abschaltbare Lebensbalken. Durch die lässt sich noch besser nachvollziehen, dass Treyarch dieses Jahr erneut an der Time-to-Kill geschraubt hat - also der benötigten Anzahl an Schüssen, um einen Gegner zu erledigen. Die liegt jetzt spürbar über der von Modern Warfare. Ihr gebt also nicht gleich nach ein paar Treffern den Löffel ab. Das Zucken bei Feindbeschuss wurde ebenfalls abgeschafft.

Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (8) Quelle: Activision Call of Duty: Black Ops Cold War - Erste Eindrücke aus der Alpha-Testversion. (8) All diese Änderungen sollen in der Theorie für noch mehr Bewegung auf der Karte sorgen. Wer keine akute Todesangst hat, bleibt nicht kauernd in einer Ecke sitzen. Zumal sich Black Ops mit seinem fast schon hektischen Movement aus Rutschen und Springen sowie regulärem Respawn ohne Zoom-Sequenz nochmal deutlich schneller spielt. In der Praxis bekommt ihr es aber immer noch mit jeder Menge Campern zu tun. Gerade in Miami lieben es die Leute, euch vom Balkon eines Hotels mit ihrem Scharfschützengewehr zu zerpflücken. Snipen ist in Cold War selbst mit Controller-Steuerung noch viel zu einfach. Hier haben die Macher daher bereits einen dringend benötigten Nerf für die Beta angekündigt.

Was gibt's sonst noch? Der Map Vote ist zurück, die Fahrzeugsteuerung immer noch ein Graus, auch Cross-Play und Cross-Progression sind wieder mit an Bord - ebenso wie Skill-basiertes Match-Making, das bereits für jetzt heftige Diskussionen gesorgt hat. Insgesamt wird Cold War bisher recht kontrovers aufgenommen. Die einen lieben es, weil es sich so viel schneller und arcadiger anfühlt als das letzte Call of Duty. Andere vermissen den Realismus von Modern Warfare. Klar festhalten kann man nur: Ein bisschen mehr Feinschliff kann dem Titel nicht schaden. Was in der Alpha bisher zu sehen war, machte zumindest uns noch nicht so richtig heiß auf den Release, der am 13. November für PC, PS4 und Xbox One erfolgt. Das Next-Gen-Upgrade für die Playstation 5 und Xbox Series X soll dann voraussichtlich "zu den Feiertagen 2020" nachgereicht werden.

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