CPU-Kühlung: Wasserkühlung und AiO-Wasserkühler

Special Antonio Funes
CPU-Kühlung: Wasserkühlung und AiO-Wasserkühler
Quelle:  ProPC Games Hardware

Unser Special erklärt euch im Detail, wie genau die Kühlung von PC-Bauteilen, vor allem der CPU, mit einem normalen Luftkühler, aber auch mit einer Wasserkühlung funktioniert. Ebenso werfen wir einen Blick darauf, wie in einem PC ein guter Luftstrom aussehen sollte. Wer einen neuen CPU-Kühler sucht, wird zudem bei unserer gut 50 Modelle umfassenden Marktübersicht fündig.

Wasserkühlung

Eine Wasserkühlung funktioniert im Grunde genommen fast genauso wie eine aktive Luftkühlung - mit einem entscheidenden Unterschied: Das Bauteil, was die Wärme an die Luft abgibt und an dem die Lüfter angebracht sind, ist kein auf der CPU sitzender Kühler, sondern ein Radiator, der an der Innenseite einer PC-Gehäuseseite montiert wird - meist an der hinteren Gehäusewand oder oben in der Decke des Gehäuses. Die Wärme der CPU gelangt über Schläuche zum Radiator, in denen Wasser durch eine kleine Pumpe angetrieben fließt.

Hierzu nimmt ein vergleichsweise kleiner Kühlblock die Wärme der CPU auf und gibt sie an das Wasser weiter, das durch den Kühlblock fließt. Das Wasser gelangt in den Radiator, dessen Inneres hohl ist.

Die Wasserkühlung unseres Autors - AGB steht für Ausgleichsbehälter. Der AGB sorgt dafür, dass Pegelunterschiede des Wassers durch Wärme und Luftblasen ausgeglichen werden. Quelle: AntonioFunes Die Wasserkühlung unseres Autors - AGB steht für Ausgleichsbehälter. Der AGB sorgt dafür, dass Pegelunterschiede des Wassers durch Wärme und Luftblasen ausgeglichen werden. Das Wasser gibt seine Wärme wiederum an den Radiator ab, der die Wärme an seine Umgebungsluft weiterleitet. Der Radiator hat - wie auch ein CPU-Luftkühler - zahlreiche Kühlrippen oder auch Lamellen, um die Fläche mit Luftkontakt zu vergrößern. Ein oder mehrere Lüfter, die am Radiator montiert sind, befördern die warme Luft dann weg. In der Regel blasen sie die Luft durch die Rippen des Radiators und Öffnungen im Gehäuse an der Stelle, an der der Radiator sitzt, aus dem Gehäuse heraus. Eine Wasserkühlung kann theoretisch auch eine passive Kühlung ermöglichen - dazu braucht es dann allerdings mehrere große Radiatoren, gegebenenfalls sogar außerhalb des PC-Gehäuses als eine Art übergroßer Kühlblock platziert. In der Praxis stellt man sich aber eine Wasserkühlung mit zwei oder drei internen Radiatoren zusammen, um CPU und Grafikkarte zu kühlen; wer will kann sogar RAM und Mainboardteile ebenfalls wasserkühlen. Zwei oder drei Radiatoren reichen aus, um die an den Radiatoren angebrachten Lüfter so langsam drehen zu lassen, dass man sie praktisch nicht hören kann. Solche Zusammenstellungen sind allerdings enorm kostspielig, wie ihr auch in einigen unserer Specials (hier ein ausführliches Feature vom September 2019) erfahren konntet. Vor allem die Kühlung der Grafikkarte ist meist sehr teuer und auch kompliziert, was die Auswahl eines exakt passenden Wasser-Kühlkörpers angeht.

Selbst wer sich nur für die CPU eine Wasserkühlung selbst zusammenstellt, muss viel Geld ausgeben - Abhilfe schaffen AiO-Wasserkühlungen.

Corsair Hydro-Series H110i mit zwei 140mm-Lüftern - dazu muss das Gehäuse einen passenden Montageplatz für den Radiator haben. Quelle: Corsair Corsair Hydro-Series H110i mit zwei 140mm-Lüftern - dazu muss das Gehäuse einen passenden Montageplatz für den Radiator haben. Das AiO steht für "All in One", denn es handelt sich um komplett fertige, in sich geschlossene Systeme bestehend aus einem Kühlblock, Pumpe, Schläuchen und einem Radiator. Manche Modelle sind theoretisch auch erweiterbar, wobei die Leistung der Pumpe eine Grenze darstellt. Der Sinn einer AiO-Kühlung ist aber eher, den PC etwas leiser als per Luftkühlung zu kühlen, ohne dass der Käufer eine komplizierte Planung durchführen muss - günstiger als eine richtige Wasserkühlung sind die eher als Massenprodukt angebotenen AiO-Wasserkühlungen zudem auch noch. Vor allem wenn der Radiator klein ist und nur einen einzigen Lüfter nutzt, kann ein guter und immer noch günstigerer Luftkühler allerdings genau so leise oder sogar leiser sein. Ab Radiatorengrößen von 240mm (zwei Lüfter zu je 120mm) macht es bezüglich eines leisen Betriebs schon mehr Sinn - es kostet aber entsprechend viel Geld. Da Luftkühlung seit einigen Jahren immer effizienter geworden ist, empfehlen wir eher einen guten Luftkühler. Nur wer sehr stark übertaktet, kann sich wiederum am Ende durchaus auch bei AiO-Lösungen umschauen, dann aber eher bei hochpreisigeren Modellen. Natürlich kann man aber auch aus rein optischen Gründen eine AiO-Wasserkühlung anschaffen. Auf der folgenden Seite haben wir noch ein paar Tipps zur Auswahl und dem Einbau von CPU-Kühlern für euch vorbereitet, danach folgt noch eine weitere Seite mit einer Marktübersicht, bei der der Schwerpunkt auf Luftkühlern liegt.

  1. Seite 1 CPU-Kühlung: Einleitung und Luftstrom im Gehäuse
  2. Seite 2 CPU-Kühlung: Passive und aktive Luftkühlung
  3. Seite 3 CPU-Kühlung: Wasserkühlung und AiO-Wasserkühler
  4. Seite 4 CPU-Kühlung: Tipps und Checkliste zum CPU-Kühler-Kauf
  5. Seite 5 CPU-Kühlung: Marktübersicht mit 43 Towerkühlern und 10 flachen CPU-Kühlern
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