Dual-Core-CPUs und Multifunktions-Platinen: Wir beleuchten für Sie aktuelle Hardware-Trends aus den Bereichen Prozessor und Mainboard und untersuchen ihren Nutzen.
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Kerne sind, wenn es um Spielehardware geht, derzeit eine dominierendes Thema. Genauer gesagt die Frage, ob ein Kern reicht oder ob es nun unbedingt zwei sein müssen. Denn das Aufkommen der Dual-Core-Prozessoren hat die Spielernation in Verwirrung gestürzt. Sind die Neulinge mit den zwei integrierten, vollwertigen Prozessorkernen nun der Heilige Gral der Computertechnik oder nur eine überteuerte Überflüssigkeit?
Dual Core: zweifelhafter Wert
Im Prinzip läuft die Dual-Core-Unterstützung bei Spielen darauf hinaus, sie »schneller« zu machen. Soll heißen: Durch die Unterstützung des zweiten Kerns läuft Spiel X im Schnitt schlicht um Y Prozent schneller als mit dem vergleichbaren Single-Core-Prozessor. Derzeit liegt der Unterschied selbst bei ordentlicher Optimierung bei maximal 20, vielleicht 25 Prozent. Mindestens 90 Prozent der aktuellen Spiele unterstützen Dual Core aber noch gar nicht.
Von daher ist die Rechnung derzeit noch einfach: Dual-Core-CPUs kosten bei AMD mehr als das Doppelte des vergleichbaren Single-Core-Pendants, ohne vergleichbare Leistungssteigerungen vorweisen zu können. Das heißt, aktuell lohnen sich AMDs Dual-Core-CPUs definitiv nicht. Bei Intel sieht es ein wenig anders aus. Hier sind die Dual-Core-Aufpreise recht moderat. Manchmal liegen sie sogar bei Null, dann kostet die Dual-Core-Version keinen Cent mehr als die herkömmliche. Allerdings sind die Pentium D an sich für Spieler deutlich weniger attraktiv als ein Athlon 64.
An die Zukunft denken
Eine schlichte Ablehnung von Dual Core ist dennoch zu kurzfristig gedacht. Denn die CPU gehört seit einiger Zeit zu den langlebigsten Komponenten in einem Rechner. Wer sich heute einen modernen Prozessor kauft, kann davon ausgehen, mindestens zwei bis drei Jahre damit ohne Probleme über die Runden zu kommen. Angesichts der zu erwartenden, zunehmenden Dual-Core-Unterstützung stellt sich dann doch die Frage, ob man den nächsten CPU-Wechsel mit einem DC-Prozessor nicht noch mal erheblich nach hinten schieben könnte.
Auf der anderen Seite haben Prozessoren einen für die IT-Branche verblüffend guten Wiederverkaufswert. Wer etwa jetzt einen billigen A64 3800+ kauft, kann ihn in zwei Jahren immer noch für ordentliches Geld wieder loswerden, um dann bei einem -- bis dahin wahrscheinlich gewaltig im Preis gepurzelten -- Dual Core zuzuschlagen.
Eifriger Arbeiter
Etwas leichter fällt die Entscheidung, wenn Sie kein reiner Spieler sind. Denn der große Vorteil von Dual-Core-CPUs ist eben, mehrere, auch höchst anspruchsvolle Anwendungen gleichzeitig und ohne Leistungsverlust beackern zu können. Neben dem Spiel noch Virenscanner und ICQ laufen zu haben -- das schafft auch ein Single-Core-Prozessor noch ganz ordentlich. Wer aber zum Beispiel gerne mit Audio-/Videoanwendungen arbeitet, kommt an Dual-Core fast nicht mehr vorbei. Selbst einzelne Anwendungen in diesem Bereich sind oft schon DC-optimiert und profitieren entsprechend davon.
