CES 2017 - AMD, Nvidia und Kurioses von Razer
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Die jährlich stattfindende CES in Las Vegas ist eine der wichtigsten Messen rund um Consumer-Elektronik - wir haben uns näher angeschaut, welche auch für PC-Spieler interessanten Neuheiten und Trends es auf der Messe zu sehen gab.
AMD: Grafikkarten, CPUs und Mainboards
Obgleich AMD mit der RX-Serie einige Interessante Alternativen zu Nvidias neuen GTX-1000er-Grafikkarten auf dem Markt hat, wird es wohl noch in der ersten Jahreshälfte 2017 neue Grafikkarten von AMD geben. Vor allem oberhalb der 300-Euro-Grenze fehlt es AMD an passender Konkurrenz zur Nvidia GTX 1070 und 1080.
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Auf der CES zeigte AMD nun unter anderem einen neuen Vega-Grafikchip. Zwar mangelt es noch an verfügbaren Testmustern, und die Protoytpen werden nur ungern zu detailliert gezeigt, aber schon vor dem Jahreswechsel gab es einige Details zu AMDs neuen Grafikchips inklusive erster Leistungseinschätzungen anhand von Testsystemen. Vega 10 soll dabei auf dem Niveau einer Nvidia GTX 1080 liegen.
Bei den Taktraten wird mit etwa 1500 Megahertz gerechnet, zudem kommt das schnelle HBM2 zum Einsatz, eine moderne Speicherart, die GDDR ablösen soll. Auf der CES lief bereits ein Test-PC mit Ryzen-CPU sowie einer Vega-Grafikkarte, auf dem unter anderem Doom in einer 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde lief, wie man auch in diesem Bericht unserer Kollegen der PCGamesHardware nachlesen kann. Das führt uns direkt zum zweiten AMD-Thema: Prozessoren. Hier war vor allem eine Ankündigung interessant, die direkt von AMD kam: es wurden Details zu Chipsätzen und Mainboards für den noch nicht veröffentlichten Sockel AM4 und die dazu passenden Zen-CPUs präsentiert. Die Zen-CPUs nennt AMD inzwischen übrigens Ryzen. Mit dieser Wortkreation aus den beiden Begriffen Zen und Risen zeigt sich AMD selbstbewusst, da indirekt eine Wiederauferstehung angekündigt wird. Risen bedeutet nämlich so viel wie auferstanden. Die neuen Chipsätze tragen die Bezeichnungen X370, X300, B350 und A320.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte GA-AX370 Gaming 5 Mainbaord für Sockel AM4 und Ryzen.
AMD nannte sogar bereits 16 konkrete Mainboardmodelle, die von den Herstellern Asus, ASRock, Gigabyte, MSI und Biostar herauskommen werden. Die Namen der Mainboardmodelle könnt ihr unter anderem in diesem Link zu AMD nachlesen. Viele der Mainboards waren auf der Messe auch schon bei den entsprechenden Herstellern ausgestellt, so zum Beispiel ein als Top-Modell von ASRock geplantes Mainboard mit X370-Chipsatz, den auch das MSI-Top-Mainboard X370 XPower Gaming Titanium nutzt. Mit den neuen Chipsätzen ist bei AMD nun USB 3.1 und DDR4-RAM selbstverständlich. Auch PCIe 3.0 wird nun von AMD genutzt - der aktuellste, aber trotzdem schon recht alte Sockel AM3+ unterstützt ja bekanntermaßen nur den Standard 2.0, auch wenn 3.0-Grafikkarten damit problemlos und ohne nennenswerte Nachteile laufen. Genaue Termine für Ryzen sind noch nicht genannt worden, aber AMD strebt ein Release noch in diesem Quartal an. Ein drittes Thema war die Freesync-Technik von AMD für AMD-Grafikkarten: wenn ein Monitor über die Freesync-Technologie verfügt, wird die Bildwiederholfrequenz des Monitors an die Leistung der Grafikkarte angepasst, so dass Bildberechnung (Grafikkarte) und Bildanzeige (Monitor) synchron stattfinden. Bei asynchroner Darstellung kann es zu Bildversätzen kommen (so genanntes Tearing), und die softwarebasierte Lösung V-Sync sorgt in der Regel für einen Leistungsverlust. Freesync-Monitore sind schon länger im Handel zu haben und bieten im Vergleich zu Nvidias Lösung G-Sync (die wiederum nur mit Nvidia-Grafikkarten funktioniert) den Vorteil, dass sie nicht teurer als vergleichbare Monitore ohne Sync-Technik sind. Auf der CES stellte AMD nun Freesync 2 vor, was aber keine grundlegenden Änderungen mit sich mit bringt: Monitorhersteller, die mit Freesync 2 werben wollen, müssen lediglich strengere Anforderungen für das Zertifikat erfüllen sowie einen HDR-Support bieten, was die Farbdarstellung verbessern soll, aber auch eine HDR-Unterstützung durch das Spiel erfordert.
Nvidia: Grafikkarten und GeForce Now
Viele hatten erwartet, dass Nvidia ein neues Top-Modell, die GTX 1080 Ti vorstellt. Doch dies war nicht der Fall. Aber es gab andere Themen, die rund um Nvidia interessant waren. Auch wenn das Release bereits vor der CES stattfand, waren Nvidias GTX 1050 und 1050 Ti auf der Messe häufig vertreten. Denn durch die gute Stromeffizienz und damit verbundener geringer Abwärme sind die GTX 1050 und 1050 Ti auch für Notebooks gut geeignet, ohne dass - wie normalerweise üblich - zwangsweise eine technisch abgespeckte Version in den Notebooks platziert werden muss. Die GTX 1050 und 1050 Ti konnten daher vor allem in vielen ausgestellten Notebooks gesichtet werden, und überraschenderweise ist die GTX 1050 in Notebooks im Gegensatz zu den Desktop-Modellen auch mit vier statt nur zwei Gigabyte Video-RAM erhältlich. Notebooks mit den beiden Grafikkarten sind bereits im Handel gelistet, allerdings derzeit noch zu Preisen ab 1100 Euro aufwärts.
Quelle: PC Games Hardware/Roland Austinat
Man ahnt, wie klein die Zotac GTX 1080 Mini sein muss.
Es sollen aber noch viele Notebooks folgen, unter anderem von MSI, HP, Asus, Acer und weiteren Herstellern. Wir rechnen dabei auch mit Preisen unter 1000 Euro, da ansonsten der Preisabstand zu Notebooks mit der mobilen Version der Nvidia GTX 1060 (ab 1200 Euro) wiederum zu gering wäre. Neben Notebooks war das Thema Nvidia auch in Form von dedizierten Grafikkarten ein Thema: natürlich brachten die mit Nvidia zusammenarbeitenden Hersteller wie Zotac, EVGA, MSI, Asus und weitere Produzenten auch viele Grafikkarten der GeForce 1000er-Reihe mit, und zwar sowohl bereits erhältliche Modelle als auch Neuheiten - besonders erwähnenswerte Grafikkarten waren aber nicht dabei, da ja mit der zuletzt erschienenen GTX 1050 und 1050 Ti vorerst das Nvidia-Portfolio abgeschlossen ist. Bemerkenswert ist aber wohl die Mini-GTX 1080, die Zotac präsentierte. Denn sie misst unter 20 Zentimetern in der Länge und wäre somit für High-End-Mini-PCs geeignet. Ein Preis steht aber noch nicht fest. Neben Grafikkarten von Nvidia, die in Notebooks anderer Hersteller stecken, hatte aber auch Nvidia selbst auf der CES 2017 einige Themen parat.
Unter anderem soll der Spieledienst Geforce Now, der bislang nur für Nvidias mobile Konsole Shield verfügbar war, auch für PC-Spiele angeboten werden. Damit werden aufwendige Spiele auch auf schwachen PCs spielbar, denn Geforce Now stellt die Hardwarepower über Server zur Verfügung. Der Spieler mietet sozusagen einen PC, der wahlweise eine Nvidia GTX 1060 oder GTX 1080 bietet. Echte Gamer werden freilich lieber auf eigene vor Ort im PC eingebaute Hardware setzen, denn da die Daten natürlich erst beim Kunden ankommen müssen, ist eine kleine Verzögerung zu erwarten, die vor allem Shooterfans ein Dorn im Auge sein wird - selbst dann, wenn es nur wenige Millisekunden zusätzlich ausmachen sollte. Zudem ist der Kauf einer richtigen Grafikkarte für die Nutzer, die nicht nur zwei oder drei Stunden pro Woche spielen und ohnehin einen PC nutzen, deutlich lohnenswerter. Geplant sind nämlich Kosten von 25 Dollar pro 20 Stunden (GTX 1060) beziehungsweise 10 Stunden (GTX 1080) Spielzeit. Wer pro Woche nur fünf Stunden spielt, der kommt pro Jahr bereits auf 260 Stunden und zahlt 325 Dollar für die Nutzung eines Miet-PCs mit einer GTX 1060. Dies ist nach nur einem Jahr schon mehr, als eine Nvidia GTX 1060 kostet, für man zudem bei einem Hardwarewechsel ja auch noch einen Gebrauchtpreis erzielen würde. Somit richtet sich das Angebot eher an Kunden, die nur ein nicht-aufrüstbares Notebook besitzen oder einen veralteten PC haben, bei dem nicht nur eine neue Grafikkarte Abhilfe schaffen würde, sowie an diejenigen, die vielleicht auch mal im Urlaub oder unterwegs eine Runde spielen wollen, wo sie ihren PC nicht dabei haben.
Kurioses am Rande: Diebstahl bei Razer
Nach Ende der CES 2017 wurde ein Diebstahl bekannt - an sich ist der ein oder andere Diebstahl nichts Ungewöhnliches auf einer Messe mit weit über 100.000 Besuchern.
Quelle: PC Games Hardware
Die heilige Dreifaltigkeit von Razer, Project Valerie genannt, ist scheinbar gestohlen worden.
Allerdings ist das Objekt der Begierde in diesem Fall so ungewöhnlich, dass Aufmerksamkeit garantiert ist. Es handelt sich nämlich um ein Notebook von Razer, welches drei Bildschirme bietet und Poject Valerie getauft wurde: links und rechts neben dem eigentlichen Hauptdisplay ist je ein weiteres, wegklappbares Display vorhanden. Da wir uns nur schwer vorstellen können, dass ein Dieb ein so exotisches Gerät unerkannt loswerden kann, gibt es eigentlich nur drei plausible Möglichkeiten, was hier geschehen ist: entweder der Dieb ist nicht gerade mit Weitsicht gesegnet oder es handelt sich um einen Diebstahl zwecks Industriespionage oder aber die dritte Möglichkeit: die PR-Abteilung von Razer leistet gute Arbeit. Sollte es sich nicht nur um einen PR-Gag handeln: für sachdienliche Hinweise will Razer bis zu 25.000 Dollar springen lassen.