Flankieren oder verlieren! Als Joe Red Hartsock schlagen Sie sich mit bewährter Taktik durch die Kriegswirren in der Normandie.
Die Soldaten haben ihre alten Schwächen nicht abgelegt: Häufig suchen sich die eigenen Männer den falschen Weg und rennen gerade bei längeren Märschen durchs feindliche Feuer. Zudem finden sie nur selten die passenden Deckungsmöglichkeiten, was zu nervigen Neustarts führt.
Die deutschen Widersacher agieren ebenfalls nicht fehlerfrei und wuseln bei schwerem Beschuss durcheinander wie ein Haufen Hühner -- leichte Beute! Alles in allem wurde zwar an der Künstlichen Intelligenz gefeilt, wirklich überzeugen kann diese in "Earned in Blood" jedoch nicht.
Großes Lob verdient sich der Gearbox-Titel hingegen mit dem moderaten Schwierigkeitsgrad. War der Vorgänger zuweilen bockschwer, sollten nun selbst Anfänger keine Probleme mehr haben. Allerdings entfaltet das Spiel erst auf mittlerer Stufe seine taktische Komponente! Nur wenn Sie mit dem eigenen Team die Fixieren-und-Flankieren-Methode anwenden, kommen Sie zum Erfolg.
Halsbrecherische Alleingänge enden meist mit einem Neustart oder mit schweren Blessuren. Vorsicht: Erste-Hilfe-Pakete gibt es in diesem Spiel nicht. Erst nach drei gescheiterten Anläufen wird die Energie Ihrer Truppe wieder aufgefüllt. Schließlich steht bei "Brothers in Arms" noch immer die realistische Kriegsführung im Vordergrund. So schleudert es "Red" nach Granateneinschlägen mehrere Meter durch die Luft, das Anvisieren fällt aus dem Laufen heraus sehr schwer. Nur wenn der U.S.-Soldat am Boden liegt, trifft er präzise.
Größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger: der kleine Gefecht-Modus. Hier spielen Sie entweder alleine oder online mit bis zu vier Freunden und bestreiten fünf amerikanische und fünf deutsche Missionen. Konsoleros dürfen zudem auf die Splitscreen-Variante zurückgreifen. Riesige spielerische Veränderungen bringt das jedoch nicht mit sich.
FAZIT: Klarer Fall, nach nur neun Monaten Entwicklungszeit darf man keine Wunder erwarten. "Earned in Blood" ist mit wenigen Innovationen und identischer Technik ein teures Add-on. Die kleinen spielerischen Macken sind noch immer vorhanden, die Levels wirken trotzdem insgesamt statisch.
Neueinsteiger dürfen bedenkenlos in die Schlacht ziehen, sie werden sich in den taktischen Grabenkämpfen und im realistischen Spielablauf gut aufgehoben fühlen. Besitzer des Vorgängers sollten hingegen darüber nachdenken, ob es sich lohnt für "Earned in Blood" erneut den Stahlhelm überzustülpen.
