Flankieren oder verlieren! Als Joe Red Hartsock schlagen Sie sich mit bewährter Taktik durch die Kriegswirren in der Normandie.
Kaum stand "Brothers in Arms: Road to Hill 30" Anfang des Jahres in den Regalen, kündigte Ubisoft schon den Nachfolger des Weltkriegs-Shooters an. Nach nicht einmal neun Monaten Entwicklungszeit flattert "Earned in Blood" pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in die Läden. Will Ubisoft nur den schnellen Euro machen oder steckt hinter "Earned in Blood" mehr als ein schnödes Add-on zum Vollpreis?
STORY: Eine eigenständige Hintergrundgeschichte suchen Sie bei "Brothers in Arms: Earned in Blood" leider vergebens. Lediglich die Erzählperspektive hat gewechselt. Anstelle des zerrissenen Sergeants Matt Baker aus dem ersten Teil kommentiert nun sein Kamerad Joe "Red" Hartsock die Wendungen des Zweiten Weltkriegs.
Die 17 Missionen umfassende Solo-Kampagne wird ähnlich wie so mancher Kinofilm in der Retrospektive erzählt. "Red" spricht also nach überstandenen Schlachten über die Geschehnisse der zurückliegenden Wochen. Dabei überschneidet sich die Handlung häufig mit den Geschehnissen des Vorgängers. Kenner von "Road to Hill 30" können sich auf etliche Déjà-vu-Erlebnisse einstellen.
Auch die Aufträge erinnern stark an jene des ersten Teils: Hier ein Dorf von Deutschen befreien, da einige Geschütze mit C4 in die Luft jagen... Insgesamt motivieren die Missionen zwar durch spannende Zwischenereignisse und den tollen Orchester-Soundtrack, doch hätten die Abschnitte ein paar spielerische Neuerungen vertragen können.
SPIEL: "Brothers in Arms: Earned in Blood" orientiert sich optisch und spielerisch stark an seinem Vorgänger. Mit einem Squad aus Sturm- und Feuerteams arbeiten Sie sich durch die Normandie, kurz nachdem die Invasion durch die alliierten Streitkräfte stattgefunden hat. Ihre Mannen der 101st Airborne Rangers kommandieren Sie mit einfachen Tastenbefehlen.
Klicken Sie etwa mit dem Fadenkreuz auf eine Mauer, spurten Ihre Jungs sofort nach vorne und beziehen Stellung. Noch immer stellt das Flankieren die effektivste Angriffsstrategie dar. Während das Feuerteam die verschanzten Gegner unter Druck setzt, schleichen Sie mit der Sturmtruppe außen vorbei und springen den Feinden in den Nacken.
Diese Taktik wirkt sich nicht nur auf den im Vergleich zur "Rainbow Six"-Konkurrenz langsameren Spielablauf aus, sondern hinterlässt auch im Levelaufbau Spuren. Ständiges Flankieren und die Suche nach möglichen Trampelpfaden im Unterholz sind die bestimmenden Elemente im WWII-Shooter. Und das ist auf Dauer zu eintönig.
