Zweiter Weltkrieg ohne Einzelgänger -- nur wer Teamgeist und Taktik beweist, kann gewinnen.
Genau wie Medal of Honor oder Call of Duty ist Brothers in Arms im Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Auch hier kämpfen wir gegen böse Deutsche und liefern uns Gefechte in der Normandie. Im Westen nichts Neues, könnte man meinen. Entwickler Gearbox macht dann aber doch nicht alles so wie die Konkurrenz.
Sergeant Matt Baker, so der Name der Hauptfigur, ist nämlich kein Super-Soldat, der sich alleine durch die Nazis schießt und hin wieder Unterstützung von KI-Kameraden bekommt. Ständig hat er sein Team von maximal sechs Soldaten um sich versammelt und ist fürs Überleben der jungen Männer verantwortlich. Muss taktieren und gleichzeitig selbst noch den Abzug betätigen.
Kommandieren mal einfach
Das Kommandieren funktioniert dank einfacher Steuerung selbst im hektischen Kampfgeschehen: Erst die Gruppe auswählen (je nach Mission stehen ein oder zwei Trupps unter Ihrem Kommando) und mit der rechten Maustaste ins Gelände klicken. Schon marschieren die Jungs zum angegebenen Zielpunkt. Klicken Sie auf Mauern, Büsche oder ähnliche Deckungen, beziehen die Soldaten dahinter Stellung. Wählen Sie einen Feind aus, wird das Feuer eröffnet.
Die Deckungen sind besonders wichtig, denn Brothers in Arms inszeniert mit Vorliebe Stellungsgefechte. Während ein Teil unserer Untergebenen den Gegner mit Sperrfeuer in Schach hält, schleichen wir uns mit den verbleibenden Männern über die Flanke an die Deutschen heran, überraschen und schalten sie aus.
Schema F
Das ständige Flankieren ist allerdings auch das größte Problem von Brothers in Arms. Viele der Gefechte laufen genau nach diesem Schema ab, die Levels sind auf dieses Vorgehen zugeschnitten -- irgendwo finden Sie immer Deckung und eine Route um die Gegner herum. Aus den anfangs spannenden Scharmützeln wird Routine. Langweilig wird der Taktik-Shooter trotzdem nicht, denn Häuserkämpfe oder Schusswechsel auf offenem Gelände sorgen für Abwechslung. Ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem. Den hinterlässt allerdings auch die KI der Feinde, die oft einfach nur als Kanonenfutter hinter ihrer Deckung kauern, anstatt mit mutigen Vorstößen zu überraschen.
Anders sieht es im Mehrspielermodus aus, in dem Sie sich mit maximal drei Freunden Schlachten liefern. Da müssen die Amerikaner dann etwa die Flakstellungen der Deutschen in die Luft jagen. Allerdings dürfen Sie nur gegeneinander in den Krieg ziehen -- ein Koop-Modus fehlt.
¬ Originaltest in Heft 04/2005
David Bergmann
