Geschichte der Konsolenhersteller: Sony (Teil 1)

Special Andreas Szedlak

Im zweiten Akt unserer großen Konsolen-History widmen wir uns ganz dem PlayStation-Macher.

Dieser Artikel ist Teil unseres großen Specials "Die Geschichte der Konsolenhersteller". Alle Infos und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier.

UPDATE: Teil 2 ist online

PlayStation3: Sony derzeitiges Flaggschiff PlayStation3: Sony derzeitiges Flaggschiff Kaum ein anderer Konzern der Welt kann so viele Erfolge verbuchen und musste gleichzeitig mit so großen Fehlschlägen fertig werden wie der japanische Technikriese Sony. Dem Pioniergeist der Firma sind zahllose bahnbrechende Innovationen zu verdanken: Video8, das 3,5''-Diskettenlaufwerk für PCs, die CD (zusammen mit Philips entwi- ckelt) oder der Walkman, um nur einige Beispiele zu nennen. Daneben produzierte man aber auch Fehlschläge wie die MP3-Alternative ATRAC3, den Videostandard Betamax oder die Mini-DVD UMD. Bei so viel Experimentierfreude verwundert es ein wenig, dass innerhalb des Konzerns lange Zeit Aktivitäten im Videospiele-Sektor verhindert wurden. Dass sich Sony trotzdem in diesem Markt versuchte und damit eine wahre Revolution einläutete, verdanken wir in erster Linie dem Bestreben des genialen Ingenieurs Ken Kutaragi – und dem damaligen Marktführer Nintendo.

Arbeiten im Dunkeln

Im Zug zocken: Sonys PSP Im Zug zocken: Sonys PSP Sony hat schon seit Fimengründung im Jahr 1945 in Tokio immer wieder eine gute Nase für verbraucherorientierte technische Produkte und deren Vermarktung bewiesen. Als kleines Elektro-Reparatur-Unternehmen gegründet, führt ein Lizenz-Deal mit dem amerikanischen Transistoren-Produzent Bell Labs dazu, dass Sony Mitte der 50er-Jahre in großer Stückzahl äußerst erfolgreich Transistorradios verkauft.

Obwohl beispielsweise Texas Instruments deutlich früher solche Geräte produzierte, ist es das japanische Unternehmen, das dieses Produkt weltweit kommerziell erfolgreich vermarktet. Damit ist der zukünftige Unternehmenskurs festgelegt. Sony wird vor allem dank des Walkmans Anfang der 80er-Jahre zum Synonym für stylishe Elektronik-Produkte. Mitte des Jahrzehnts ist das japanische Unternehmen trotz kleiner Rückschläge die erste Adresse im Bereich Consumer-Elektronik.

Findige Ingenieure entwickeln erstklassige Produkte und erforschen neue Technologien – ein idealer Nährboden für kreative Querdenker wie Ken Kutaragi, der zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre für das Unternehmen arbeitet. Seine Tochter weckt Kutaragis Interesse an Video-Games, als er ihr beim Spielen mit dem NES zusieht. Seine Vorgesetzten sind von den Konsolen allerdings wenig begeistert, weil sie sie als kurzzeitige und minderwertige Modeerscheinung betrachten. Kutaragi aber erkennt das Potenzial, und seine Kaltschnäuzigkeit sowie eine Portion Glück verhelfen ihm zu einem ersten Auftrag im Videospiel-Business. Ausgerechnet Nintendo klopft bei Sony an, weil das Unternehmen für den NES-Nachfolger einen günstigen, aber leistungsfähigen Soundchip braucht. Der Ingenieur schnappt sich ohne Wissen seiner Chefs den Auftrag und entwickelt im Geheimen auf eigene Faust den SPC700-Chip. Als diese davon Wind bekommen, steht Kutaragis Karriere fast vor dem Aus. Ausgerechnet Norio Ohga, ausgebildeter Opernsänger und zu dieser Zeit Konzernboss, hat allerdings an seinem eigenbrötlerischen Mitarbeiter einen Narren gefressen und fördert die Fertigstellung des Soundchips. Das Ergebnis überzeugt Auftraggeber Nintendo auf ganzer Linie, der Chip wird in das Super NES integriert.

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