Das dritte Kapitel unserer großen Konsolen-History beleuchtet den Branchengiganten und Xbox-Macher Microsoft.
Der Weg ins Wohnzimmer
Microsoft stockt auf: Xbox360
Aber nicht nur bezüglich der Geschäftspolitik weht Microsoft ein eisiger Wind entgegen. Nachdem der Konzern bereits eine Sparte dominiert, müssen für die zukünftige Expansion neue Märkte angegangen werden. Man setzt einerseits auf Kleinstcomputer und Handys, verstärkt aber vor allem die Bemühungen im Internet. Doch um die Vision des Firmenmitbegründers Gates weiter umzusetzen, liegt der schwierigste Weg noch vor Microsoft: der Weg ins Wohnzimmer. Frühere Versuche in diesem Bereich blieben erfolglos, vor allem deshalb, weil der Software-Hersteller hauptsächlich Betriebssysteme liefert, aber kein Fremdhersteller es schafft oder schaffen will, einen wohnzimmertauglichen PC erfolgreich zu machen, trotz aller multimedialen Fähigkeiten von Windows. Für Microsoft scheint die Lösung im Videospielemarkt zu liegen.
Durch ihn könnte der Konzern neben diesem Problem gleich noch ein weiteres angehen, denn die erfolgreiche PlayStation birgt die Gefahr, den Windows-PC als erfolgreichste Spieleplattform abzulösen.
Die ersten Schritte sind zaghaft, man bringt sich vorerst nur bei der Entwicklung von Segas Dreamcast ein und stellt eine leicht abgewandelte Version von Windows CE, der Kleincomputervariante des Systems, zur Verfügung. Sega verspricht sich bei der Integration eines Microsoft-Betriebssystems eine leichtere Konvertierung von Dreamcast-Spielen auf Windows-PCs für die lukrative Zweitverwertung. Die meisten Hersteller ziehen es allerdings vor, ihre Spiele direkt auf die Hardware der Dreamcast abzustimmen, vermutlich weil sie sich von einer zusätzlichen Vermarktung auf dem PC nichts versprechen. Bekanntester Vertreter der Spiele, die Windows CE nutzten, ist “Sega Rally” (1999).
