Videospiele für 10.000 Euro? Gibt's nicht. Gibt's doch! Wir begeben uns auf die Suche nach dem heiligen Gral!
Sammlermarkt
Das Internet sorgt im Markt für maximale Transparenz. Fans haben nicht nur die Möglichkeit, sich über die unterschiedlichsten Titel ausgiebig zu informieren (und so im Nachhinein die eine oder andere unbekanntere Perle zu entdecken), sondern sie haben auch volle Transparenz über die derzeitigen Marktpreise. Das gilt nicht nur in Bezug auf diverse Auktionsplattformen, sondern auch auf die einschlägigen Foren, in denen sich die Sammler treffen und dort bestimmte Wertfragen untereinander klären sowie miteinander handeln. Über diese Quellen erfüllen sich die Fans in erster Linie ihre Wünsche und gelangen an die Informationen, die für sie relevant sind. Allerdings hat diese Informationsversorgung für Sammler auch Nachteile. Vor einigen Jahren konnte man noch auf diversen Flohmärkten regelmäßig Schnäppchen machen, doch das wird in letzter Zeit immer schwieriger. Nicht nur Sammler, sondern auch Verkäufer nutzen diese Informationen, bevor sie ältere Spiele zum Verkauf anbieten.
Seltene Sammlerstücke preisgünstig zu erwerben ist heute fast unmöglich geworden. Zumal auch die Anzahl der Leute, die bestimmte Titel gern im Regal stehen haben wollen, stetig wächst. Dadurch haben sich auch unterschiedliche Sammlertypen herausgebildet. Die erste Gruppe möchte die Spiele einfach nur haben, um sie zu spielen. Im Fall von Modulspielen reicht diesen also die Cartridge. Sie wählen immer die preisgünstigste Variante, denn für sie zählt nicht Aufmachung, sondern Inhalt. Auch wenn sie beispielsweise ein SuperMario-RPG haben und zocken wollen, reicht das nackte Modul, das derzeit nur 40 Euro kostet. Zum Vergleich: Für die vollständige Version muss man das Doppelte, also 80 Euro, ausgeben. Allerdings muss sich diese Gruppe die Frage gefallen lassen, ob man sie überhaupt zu den Sammlern rechnen darf, denn ein wahrer Sammler konsumiert nicht nur. Für ihn ist ein Spiel mehr als nur sein Inhalt. Sammler verfolgen klare Ziele: Sie wollen das entsprechende Stück im bestmöglichen Zustand haben, idealerweise also im sogenannten Mint- oder Neuzustand. Während der Neuzustand selbsterklärend ist, verstehen Sammler unter Mint Condition den neuwertigen Zustand gebrauchter Waren. Der Begriff stammt eigentlich von den Münzsammlern, die nur Münzen in ihre Kollektion aufnehmen, die aussehen, als hätten sie gerade die Mint (englisch für Münzprägeanstalt) verlassen.
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