Bloodborne im Test für PS4! Das neue Action-Rollenspiel von From Software ist ein geistiger Nachfolger der Souls-Spiele, lässt die titelgebenden Seelen aber zu Gunsten von sogenannten Blutechos fallen, vereinfacht das Skillsystem und versucht so, eine noch größere Menge Spieler anzusprechen. In unserem spoilerfreien Test klären wir, ob den Entwicklern das gelungen ist.
DEX oder STR?
Weniger ist mehr? In Bloodborne wurde im Vergleich zu den Souls-Spielen einige Stats gestrichen, darunter zum Beispiel Adaptability. Diese Fähigkeit erhöhte in Dark Souls die Zahl der Frames, in denen man beim Ausweichen unverwundbar war. Auch sind Rüstungen nicht mehr mit einem Gewicht versehen, das Outfit hat also keinen Einfluss auf die Regeneration der Ausdauer und die Schnelligkeit von Rollen und Sidesteps. Attunement, Faith und Intelligence wurden zusammengelegt in den Stat "Arkan", der fortan die Stärke der Magie (dazu zählt auch Feuerschaden, also "Angriffe" mit der Fackel") bestimmt. Neu hinzugekommen ist "Blutfärbung". Dieser Skill entscheidet, wie viel Schaden man mit der Schusswaffe anrichtet und wie einfach man Gegner mit einem Treffer zum Taumeln bringt. Die klassischen Werte wie Gesundheit und Ausdauer, Stärke und Geschicklichkeit sind nach wie vor vorhanden. Die Gefahr, sich zu verskillen ist aber deutlich geringer und im Endeffekt bietet sich weniger unterschiedliche Builds an als noch in Dark Souls.
Das liegt nicht nur an den zusammengestrichenen Skills, sondern auch an der reduzierten Menge Waffen und Zauber. Magie zum Beispiel wird mit Hilfe von Item gewirkt. Statt zig unterschiedlicher Zaubersprüche und –Arten gibt es eine Handvoll Optionen für den Spieler. Gespeist wird die Magie nicht mehr aus einer Manaleiste (die wurde komplett gestrichen, auf dem Bildschirm zu sehen ist nur noch Gesundheit und Ausdauer), sondern aus den Quecksilberkugeln. Von denen trägt man, genau wie von den Heiltränken, ohne Bonus maximal 20. Die Gegner lassen diese beiden wertvollen Ressourcen recht häufig fallen, überschüssige Tränke und Kugeln werden direkt ins Lager übertragen. Dennoch kommt es durchaus vor, dass man farmen gehen muss, wenn man etwa Probleme mit einem Boss hat und so seine Blutphiolen verbraucht. Das nervt mitunter, vor allem, da man beim Teleportieren in die gewünschte Farm-Umgebung und wieder zurück zur problematischen Stelle wegen der Ladezeiten lange warten muss.
Quelle: Computec Media GmbH
Zu Beginn des Spiels hat man die Wahl zwischen drei Waffen: Einer Axt für Strength-Builds, ein Gehstock für Dex-Spieler und den Wertezwitter Saw Cleaver.
Zu Beginn des Spiels hat man die Wahl zwischen drei Waffen: Einer Axt für Strength-Builds, ein Gehstock für Dex-Spieler und den Wertezwitter Saw Cleaver. Die Besonderheit der Angriffsinstrumente: Per Knopfdruck transformieren die Waffen, der Stock etwa wird dann zu einer Peitsche mit hervorragender Reichweite. Die Verwandlung kann man auch inmitten einer Kombo auslösen und neue Bewegungsvariationen nutzen. Der Move-Pool wird so deutlich erweitert, das Kampfsystem ist also flexibler, auch wenn es insgesamt deutlich weniger Waffen gibt als in den geistigen Vorgängern. Anders als in den Souls-Spielen erhält man lange nicht nach jedem Bossgegner ein neues Stück für die Sammlung. Die (theoretische) Vielfalt an Rüstungs- und Bewaffnungsoptionen wie im PvP von Dark Souls erreicht Bloodborne insgesamt nicht.
Aber auch wenn man nicht auf so viele unterschiedliche Waffen zurückgreifen kann wie in Dark Souls, sind die Auseinandersetzungen deutlich spannender und flotter. Das hängt mit dem Regain- und Stun-System zusammen. Statt sich hinter einem Turmschild zu verschanzen und mit der Lanze zu pieksen liegt der Schlüssel zum Erfolg in Bloodborne in der Offensive. Sämtliche Moves sind im neuen Spiel von From Software schneller als in den Vorgängern – auch die der Gegner! Verliert man nach einem feindlichen Angriff einen Teil seiner Gesundheit, kann man diese zurückerlangen, wenn man rechtzeitig kontert. Wer wegläuft wird also bestraft – aber allzu gierig sollte man auch nicht sein, denn die Feinde sind nun in der Lage, in Bruchteilen einer Sekunde zurückzuschlagen, auch wenn man sie mit einem harten Treffer zum Stolpern gebracht hat. Insgesamt fühlen sich die Auseinandersetzungen durch das flottere Spielprinzip, die tollen Animationen und das exzellente Trefferfeedback sehr befriedigend an. Wer es hier mit Button-Mashing versucht, der versagt – nach wie vor ist Taktik das A und O.
Das Levelsystem ist quasi mit dem aus den Souls-Spielen identisch, nur dass statt Seelen sogenannte Blutechos zum Aufsteigen benutzt werden. Die Währung erhält man von besiegten Gegnern, und mit jeder Stufe benötigt man mehr Echos. Zudem kauft man mit den Blutechos Tränke, Munition, Waffen, Rüstungen und andere Items. Beim Bildschirmtod verliert man die bis zu diesem Punkt gesammelte, nicht gegen Waren oder Stufen eingetauschte Echos, hat aber die Chance, sie aufzusammeln, wenn man auch dem Weg dorthin nicht ein weiteres Mal stirbt. Manchmal saugen auch Feinde die fallen gelassenen Echos auf, dann muss der jeweilige Gegner erledigt werden, um sie zurückzuerlangen.
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Waffen werden simpel mit Hilfe von Blutsteinscherben aufgewertet. Bis zur Stufe 10 ist das möglich, jede davon erfordert mehr oder seltenere Steine. Auch diese Gegenstände werden oft von Feinden fallen gelassen, sodass es kein Problem darstellt, mehrere Waffen auf die gleiche, hohe Stufe zu bringen. Weiter individualisiert werden die Kampfwerkzeuge durch Blutedelsteine. Die verleihen einer Waffe zum Beispiel Feuerschaden, erhöhen den Angriffswert oder geben Boni auf die Gesundheit. Auch diese Blutedelsteine, von denen es zig verschiedene in unterschiedlichen Stärken gibt, findet man vor allem bei Feinden. Ausrüstung kann nicht mehr verzaubert werden, dafür dienen die sogenannten Caryll-Runen als Ring-Ersatz. Wie die Blutedelsteine kann man die Runen, die dem Charakter zum Beispiel ein Plus an Ausdauer oder höhere Resistenzen verschaffen, problemlos austauschen und immer wieder verwenden.
All diese Aktionen werden in der Hub-Umgebung ausgeführt, Traum des Jägers genannt. Statt bei Schmieden erledigt man die Handwerksarbeiten jedoch an einem Werktisch, statt NPC-Händler aufzusuchen kauft man bei den kleinen, stummen Botenwesen im Vogelbad im Traum des Jägers ein. Zwar gibt es einige NPCs in der Stadt Yharnam, doch viele von denen bekommt man nie zu Gesicht, weil sie nur durch geschlossene Türen und Fenster mit der Spielfigur kommunizieren.
