Vorschau zu Bleeding Edge: Ninja Theory auf ganz neuen Pfaden
Special
Ninja Theory, das ist jenes Studio, welches sich mit atmosphärischen und auf starken Figuren aufbauenden Titeln einen Namen gemacht hat. Also hat das Team einen eindeutigen Stil, dem es treu bleibt? Keineswegs, wie Bleeding Edge beweist; dank Multiplayer und Heldenshooter-Anleihen bewegt sich das Spiel weit weg von dem, was man mit Ninja Theory verbindet. Wir konnten auf der E3 Probe spielen.
Heavenly Sword. Enslaved: Odyssey to the West. DmC: Devil May Cry. Hellblade: Senua's Sacrifice. Ninja Theorys Portfolio hat den Namen des Studios in den letzten paar Jahren zum Inbegriff stark geschriebener, atmosphärisch dichter Singleplayer-Abenteuer werden lassen - leider nur selten belohnt mit finanziellem Erfolg.
Vielleicht auch deswegen, nach Eigenaussage aber einfach aus dem Drang heraus, mal etwas ganz anderes zu tun, bewegt sich Bleeding Edge ganz, ganz weit weg von dem, was man von dem Team gewohnt ist; und diverser Unkenrufe zum Trotz offenbar nicht, weil Neu-Besitzer Microsoft auf ein solches Projekt bestanden hat. Nein, die Entwicklung von Bleeding Edge (jetzt kaufen 18,47 € ) soll schon lange vor der Microsoft-Übernahme seine ersten Programmier-Schritte gemacht haben.
Blutende Klinge, ganz bunt
Soweit zu den Hintergründen. Doch was ist Bleeding Edge nun? Eben mehr oder minder genau das Gegenteil der anderen Ninja-Theory-Spiele - ein auf Online-Multiplayer ausgelegtes Teamspiel mit Heldenkämpfern. Der kunterbunte Cartoonlook erinnert sogar recht stark an die offensichtliche Inspiration Overwatch.
Allerdings, Ego-Perspektive gibt es hier keine und anstatt den Fokus auf Schießereien zu legen, erwartet uns aus der Third-Person-Ansicht eine Mischung aus Melee und Feuerwaffen, mit deutlichem Schwerpunkt auf Erstgenanntem. Im fertigen Spiel sollen uns diverse Spielmodi erwarten, in der von uns gespielten E3-Demo konnten wir uns aber nur in einer Variante von King of the Hill vergnügen.
Der Begriff "Held" bleibt dehnbar
Quelle: Microsoft
E3-Vorschau zu Bleeding Edge: Ninja Theory auf ganz neuen Pfaden
Jeder der etwa zehn verfügbaren Helden kommt mit bestimmten Stärken und Schwächen und unterschiedlichen Perks daher. Dabei erwarten uns Klassiker wie Heiler, Fernkämpfer, Tanks und mehr, umgesetzt in genretypisch reichlich überzogen gestalteten Figuren. So besteht die Auswahl etwa aus einer ungemein voluminösen und dadurch langsamen, aber sehr durchschlagskräftigen Diva auf einer Art futuristischem Wall-Mart-Roller, einem Mensch-Schlange-Hybriden und einem Typen mit integrierter Gasmaske im Gesicht. Wir haben mit jedem Recken Zugriff auf drei verschiedene Talente, einen Standard-Angriff, eine besonders mächtige Attacke, die sich mit der Zeit auflädt, können Feinde anvisieren und mehr. Zusätzlich steht jeder Figur auf Knopfdruck ein Gefährt zur Verfügung, mit dem sie rasant über die Maps gelangt.
Chaotische Blutkante
Quelle: Microsoft
E3-Vorschau zu Bleeding Edge: Ninja Theory auf ganz neuen Pfaden
So viel zur Theorie, in der Praxis entpuppten sich die Matches beim Anspielen als ganz schönes Chaos - aber als unterhaltsames! Um uns herum zischten die Spezialangriffe durch die Gegend, Teammitglieder bauten Heilfelder auf, schockgefrorene Helden flogen durch die Luft und immer wieder schickte uns ein herbeisausender Zug, der die gespielte Map definierte, wegen unserer Unachtsamkeit ins virtuelle Nirwana. Es bleibt chaotisch, doch nach einigen Runden entwickelt man einen gewissen Flow und freut sich diebisch, wenn man einen der vier Gegenspieler austricksen konnte. So muss das bei Multiplayer! Zudem funktioniert die Steuerung trotz relativ vieler Funktionen präzise.
Da fehlt noch was ...
Ninja Theorie beweisen also: Sie können nicht nur Singleplayer. Und doch muss man anmerken, dass dem Spiel bei allen definitiv vorhandenen Qualitäten zumindest im aktuellen Stadium noch ein wenig das Alleinstellungsmerkmal fehlt. Ja, die Gefechte machen Spaß, aber so ähnlich kennt man das aus vielen anderen Multiplayer-Titeln. Und die Helden-Thematik ist inzwischen auch reichlich ausgelutscht Wir hoffen darauf, dass im fertigen Spiel dieser letzte Funke, der uns jetzt noch fehlt, schlussendlich überspringt. Übrigens: Wer will, kann ab dem 27. Juni an einer technischen Alpha teilnehmen und sich selbst eine Meinung zu dem Spiel bilden. Einen Releasetermin gibt es hingegen vorerst noch nicht. Dafür wissen wir schon, dass Bleeding Edge Teil des Xbox Game Pass' für
Xbox One und PC sein wird.
Quelle: Microsoft
E3-Vorschau zu Bleeding Edge: Ninja Theory auf ganz neuen Pfaden
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